Auf diese Bank

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aus Stein werd ich mich setzen. Nein, aus Stein war sie nicht. Gemütlich dafür umso mehr. Man könnte meinen, eine ganz normale Bank irgendwo im Nirgendwo. Weit gefehlt. Die Aussicht von dieser Bank auf den Strand von Sables Blancs ist schier Atem beraubend. Kein Wunder also, wenn der kurzatmige Dichter wegen Sauerstoffknappheit ins bretonische Koma fällt und sich dabei sein Gesichtlein – durch der Sonne glühender Strahlen – rötlich verfärbt. Macht nix. Wer ein Naturbursch sein will, muss der Natur trotzen. Und trotzig sein, ja, das kann ich ganz gut. Im Übrigen – es ist bald 21 Uhr und noch immer taghell. In der Gegend wird’s net finster, wiewohl das Départment Finistère heißt. Ach ja – morgen Abend geht es auf ein bretonisches Volksfest nach Plestin-les-Grèves (Fest Noz). Ob ich mit meinen beiden linken Füßen mittanzen soll? Kann ja nur peinlich werden. Wenn mich eine/einer fragen sollt, woher ich komm, stottere ich einfach „l’allemande“ … wir wollen ja den Leutchen hier net das Klischee nehmen, dass die Wiener galante und charmante Tänzer sind und den lieben Tag im Kaffeehaus sitzen. Mit dem Kaffeehaus sitzen, ja, mit dem könnt ich schon dienen, aber tanzen? [„un, deux, trois, no Monsieur … quelle catastrophe … Sie tanzen aus der Reihe!“]

Das Reizklima (wurde mir gesagt) an der Küste reizt mich tatsächlich. Zum Unsinn schreiben. Eigentlich sollt ich ja arbeiten, am neuen Opus Magnum (Kinderbuchausgabe) „Tiret“, aber dazu fehlt mir irgendwie das gewohnte Umfeld. Am Montag bin ich wieder in Paris, deren Stadtkern ich beinah drei Mal umrundet hab – zu Fuß. Davon später einmal mehr. A bientôt, mes amis.