Ideenfindung im ICE nach Jena

Dienstag, 28. August 2007:

im ZugIm Zug, ja, diese Zeilen werden im ICE nach Leipzig (muss dort umsteigen, um nach Jena zu kommen!) geschrieben. Das erste Mal, dass ich es tue. Am Laptop zu schreiben, während die Gegend an meinem Fenster vorbeirauscht. Herrliches Gefühl. Werde ich öfters machen. Bestimmt!

Ein paar Ideen mit Ecki besprochen. So werden wir einen Cartoon machen, in dem es über den Prozess des Schriftstellerns geht, am Beispiel des Herrn B. Der Clou an der Sache ist, dass die Bilder samt Text unter einer CC Non Commercial License gestellt wird. Das heißt, jedermann und jedefrau darf sich die Bilder samt Text zum nicht kommerziellen Nutzen runterladen, kopieren, ins Web stellen, sein Blog verhübschen oder sonstwie verwenden. Ich gehe davon aus, dass die Cartoons allererste Sahne (in Wien wirst du für das Wort standesrechtlich erschossen) werden. Freilich werde ich auch echte Rückmeldungen von Lesern aufnehmen („Scheiße“, „Ich küsse deine Füße“ usw.). Eine weitere Idee ist (meine Güte, wo bekommt die DB nur die hübschen Zugbegleiterinnen her?), ein kurzes Video zu erstellen, in dem es um eine amüsante und lehrreiche Lektion zur französischen Revolution geht. Dabei sollen Eckis Cartoons die Hauptrolle bekommen („Der König“, „Die Königin“, „Die Aristokratie“, „Das Bürgertum“, „Der Pöbel“ usw.). Fragt sich nur, wer meinen Text (der freilich noch geschrieben werden muss) sprechen wird. Ein gutes Stimmchen sollt es schon sein. Ist ja die halbe Miete. Und meine Wenigkeit ist ein Schreiberling, kein Sprechling.

Ach, herrlich ist’s, so lange man nicht an die Kosten denkt, die das Reisen so verursacht (Dresden – Jena für schlappe 40,-). Am besten wäre wohl, wenn man mir ein Dach übern Kopf anbieten würde. Freiwillige vor. Ach so, ich vergaß, dass die Zeit des Mäzenatentums längstens vorbei ist. Falls der Leser, die Leserin nicht weiß, was ein Mäzen ist, nun, dann bestätigt dies wohl meine angenommene Feststellung von vorhin.

Möchte versuchen, die Zugbegleiterin zu fotografieren. Wo ist sie nur hin?

2 Kommentare zu „Ideenfindung im ICE nach Jena“

  1. Schriftstellern ist kein Prozess das ist ein Leidensweg. Masochismus in Reinkultur. Denk nur an den Schrecken eines leeren weißen Blattes. Keine Linien. Man mag es nicht beschmutzen. Es sieht so unschuldig aus, und deine Gedanken sind so unrein. Dann setzt du an, greifst zum Stift, und zuckst zurück. Doch nicht gerade das. So kann man die Sache nicht anfangen, so darf man sie nicht anfangen, keinesfalls! oder doch? Vielleicht muss man genau mit diesem harten Schlag. Aber die Leser. Wer schreibt soll ans Schreiben und nicht an die Leser denken. Ich denke eher an die Lektoren. Ist doch eigentlich egal wozu die nein sagen, wenn sie doch nein sagen.

    Schreiben ist Masochismus eine Qual, auch am Rechner. Das schlimmste aber ist, es geht auch nicht ohne schreiben. Das ist noch schlimmer. Verstopfung.

  2. Jochen, das hast du treffend formuliert. An „Verstopfung“ kann ein Schrifsteller zu Grunde gehen. „Dünnpfiff“ geht vorbei 😉

    Ja, wer schreibt, sollte nicht an die Leser denken. Aber wenn man fertig ist, mit der „eigenen“ Schreibe, dann gibt man sie notgedrungenermaßen aus der Hand. Dann sind es die fremden Augen, die das Geschriebene lesen und bewerten. Daran führt wohl kein Weg vorbei. Es sei denn, man schreibt nur für sich, für die Schublade. Auch eine Möglichkeit. Aber nicht die meine. Und wohl auch nicht die deine.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.