Laura und Lisa oder „Muschis auf Tour 01“, die Zweite

laura01

Laura H., Kunstfotografin, Aktionskünstlerin und Toiletten- fetischistin, lud mich zu sich nach Hause. Freilich, zuvor durfte ich meine Lippen für eine Minute in die Videokamera halten. Für einen kreativen Zweck, der sich mit „Muschis auf Tour 01″ recht obszön ausnimmt. Aber wer will behaupten, dass meine spröden Lippen frivol wären? [darüber müsst ich jetzt nachdenken]

Die neu eingerichtete Wohnung der zweizöpfigen Laura spielt freilich alle hübschen Stückerln. Da merkt man einfach die Hand und vor allem das Auge einer visuellen Künstlerin. Bilder und Photographien zieren (noch nicht alle) Wände und Türen. Gedichte laden am stillen Örtchen zum Lesen ein. Eine alte Küchenuhr aus den 60er tickt in der Küche – zwei weitere folgen noch („für New York und LA“). Die Curry-Suppe, der Sommersalat, das Korngebäck (von einer türkischen Bäckerei), der Weißwein, alles wunderbar abgestimmt, alles wohlschmeckend.

Später singen wir alte Ambros-Lieder („A Mensch möcht I bleiben“, „Tagwache“, „I drah zua“, „Heite drah I mi ham“, „Langsam wachs’ma zsamm“ und so weiter und so fort), eine Art kreativ- sentimentale Rückschau. Danach folgt Katie Melua, deren erstes Album ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Von „The closest thing to crazy“ kann ich nicht genug kriegen. Schließlich, weit nach Mitternacht, kramt sie ihr Manuskript hervor und liest daraus vor. Ja, die gute Laura nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Weshalb sich eine kurze Diskussion entspinnt, was ein Schrifsteller aus seinem erlebten Leben verwerten und verwenden darf. Ja, da könnte ich Geschichten erzählen …

Schließlich und endlich endet der Abend – Laura begleitet mich mit Lisa, ihrer Hündin, gegen 3 Uhr früh vor die Türe. Beide verabschieden mich freundlichst – Lisa ist mir vielleicht um die Nuance zu aufdringlich. Wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen werde 🙂 [„Hunde spüren, wenn man ihnen aus dem Weg gehen möchte“]

14 Kommentare zu „Laura und Lisa oder „Muschis auf Tour 01“, die Zweite“

  1. hi richard,

    ich muss sagen – du kannst es wirklich auf dem punkt bringen………und LISA mag dich trotzdem *grins*
    auf die nächste kreative aktion mit dir !!!!
    ideen habe ich genug…..

    see you,
    fotographin

    übrigens deine toilette muss ich mir auch noch mal anschauen kommen *grins*

  2. da haben wir den „laura“-Salat. Jetzt gibt’s die Laura in Wien und die Laura in Yaoundé. Wie halten wir die beiden nur auseinander?

    Meine Toilette? Ich sag gleich, die ist stinknormal und zum Lesen gibt’s da auch nix. Ein Jammer, ich weiß. Aber du bist herzlich willkommen, weil einer Fotografin verwehrt man nicht den Blick in das Intimste (einer Wohnung). Ich geh jetzt mal aufwaschen.

  3. Interessant find ich bei den Toilettereien ohnehin nur die Privatklos. Die Schickimickis sehen irgendwie alle gleich aus.

    Was habt ihr eigentlich noch außer gesungen und gegessen. Es stand was von Kreativität dabei? 😉

  4. ……..übrigens einen punkt hast du vergessen !
    zum schluss bekam ich noch eine wunderbare fussmassage…….deine finger sind ja nicht nur in schreibend ein hit.*grins*

    ……….und danke für deine einladung – demnächst werde ich sie annehmen.

    ligr.fotographin

  5. Da schau her. Ein Mannsbild in den geheiligten Hallen des Dichters. Das freut mich aber. Weil ich der LillY damit den Wind aus den Segeln nehmen kann!

    Merci, Rainer, für deinen Kommentar! Das Feigenblatt-Magazin ist recht hübsch gestaltet … hab gleich einen Eintrag dort machen müssen 😉

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