die Nationalbibliothek und andere Zufälle

Eigentlich war’s purer Zufall, dass ich von den Einführungskursen der österreichischen Nationalbibliothek hörte und mich schnurstracks anmeldete. Das letzte Mal, als ich meine Füße in diese ehrwürdige Institution setzte, gab es noch die Zettelkästen, in denen man nach Autor oder Schlagwort per Hand suchen musste. Wir merken: verdammt lang her! (BAP)

Heute präsentiert sich die Bibliothek topmordern. WLAN im ganzen Gebäude. An jedem Tisch gibt’s Steckdosen für den Laptop. Die schier unendlichen Bestände können per Internet spielend durch- forstet (freilich, so benutzerfreundlich ist es nicht, die Benutzer- oberfläche – aber mit ein bisserl herumklicken geht es schon) und Gefundenes sogleich bestellt werden. Nach zwei Stunden wird das Buch für etwa eine Woche reserviert und steht zum Lesen bereit. ABER: Die ONB ist eine Präsenzbibliothek – wer also ein Buch mit nach Hause nimmt, kriegt Schwierigkeiten!

Rotkäppchen in der ONB? Hier!

Aber es kommt noch besser: Zeitungen, beginnend im 18. Jahrhundert, werden sukzessive eingescannt und können per Internet abgerufen werden. Die Wiener Zeitung – eine der ältesten der Welt – berichtete 1789 bereits von der Revolution in Frankreich. Ich werde mir erlauben, daraus zu zitieren 😉 der Link ist hier: http://anno.onb.ac.at/

Endlich habe ich auch die Kritik meines Theaterstücks in der NÖN ausheben können. Die Mitarbeiter der Zeitungsabteilung waren so entgegenkommend, dass es mir die Sprache verschlagen hat. Hier bitteschön das Ergebnis meiner Recherche – hübsch aufbereitet: http://www.1668.cc/theater/theater_noen_text.htm

Für einen lächerlichen Jahresbeitrag von € 10,- kann man alle Einrichtungen nutzen. Wunderbarst. Zusätzlich bietet die ONB sogar auf ihrer WebSite digitale Nachschlagewerke an, die normalerweise nur gegen ein teures Abo zu beziehen sind. Der Link ist hier: http://www.onb.ac.at/kataloge/db-ext_fr.htm

Ich kann nur jedermann und jederfrau empfehlen, einen Blick auf die WebSite zu machen. Wer Wien seine Heimat nennt, sollte sich in die altehrwürdigen und top renovierten Hallen bequemen. Ein ruhigeres Platzerl gibt’s nicht, um in Ruhe zu schreiben oder zu lesen. Außerdem sind die Leute generell freundlich und hilfsbereit. Studentisches Flair inklusive.

Dass mir am zweiten Tag das Stefferl drei Mal über den Weg läuft, ist mehr als ein Zufall. Ich lade sie zum Essen ein. Sie erzählt mir die Mühsal bezüglich ihrer Diplomarbeit – und dass sie sich nach einer geregelten Arbeitszeit sehnt. Geregelte Arbeitszeit? Wer hätte das gedacht?

update:

ÖNB schreibt: „Ich darf Sie bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass wir von Oktober bis Juli immer wieder Einführungen in verschiedene elektronische Dienste anbieten. Über die aktuellen Veranstaltungeninformiert die ÖNB-Website unter:“

http://www.onb.ac.at/services/ben-schulung.htm

16 Kommentare zu „die Nationalbibliothek und andere Zufälle“

  1. Da würd ich gern ein wenig übern Toboggan recherchieren. Wie ist das? Sag ich dort Stichwort und die suchen, oder muss ich in verstaubten Blättern und Microfishes stöbern?

  2. Unter „Toboggan“ findet man in der ganzen Bibliothek nix. Ist die schon älter, die Rutschn? Was für ein Gerücht? Warum weiß ich davon nix? Schriftsteller sind ja immer neugierig. Deshalb haben’s alle eine große Nasen. Schau dir den Kasperl an!

  3. Geh, Petzi, war redest denn da zsamm? Ich hab zuerst mal in den Zeitungen nachblattelt. Glaubst doch net, dass jemand über „Toboggan“ ein Bücherl schreibt, oderrr?

    Also gut, ich schau dir schnell nach. Momenterl. Und lass den Dagobert in Ruh, gell!

  4. Also, ich find im ganzen Bestand nix, was zum Prater passen könnnt. Ein Kinderbuch oder Western wird’s ja wohl net sein. Bedaure. Das Gerücht hat wohl den Prater net verlassen. Kein Wunder, ist doch eine eingeschworene Partie, oderrr?

  5. eines zu schreiben würde mich sehr reizen. liegt wohl daran, meine „schwiegermutter“ ist seit ewigen zeiten mitglied einer laienbühne. die hatten gerade 20jähriges jubiläum. meine partnerin würde auch gern wieder mitmachen, aber dafür wohnen wir derzeit zu weit weg 😦

    wie bist du auf die idee gekommen, ein theaterstück zu schreiben und was mich besonders interessieren würde, wie hast du dich damit vertraut gemacht, vorbereitet usw. das ist ja eine ganz andere art von „drehbuch“ als z.b. für einen film.

    gesehen hab ich schon eine menge theaterstücke… aber eben von den laienbühnen. weil deren arbeit für ein theaterstück „nebenbei“ läuft. sie proben nach der arbeit, am wochenende, bekommen meist kein geld dafür aber bringen ihre stücke voller enthusiasmus und großer qualität auf die bühne.

  6. Wie ich auf die Idee gekommen bin, ein Theaterstück zu schreiben? Ich gar nicht. Ich wurde gebeten, eines zu schreiben. So gab es bereits etwaige Vorgaben (Schauspieler, Länge, Musikstücke), was das Ganze erheblich vereinfachte 😉

    Da meine Schreibe sehr Dialoglastig ist, Rotkäppchen 2069 zum Beispiel nur aus Dialogen besteht (inklusive Regiekommentare), dürfte ich einen Hang zum Theater/Film haben. Liegt sicherlich auch daran, dass ich mir die Szenen im Kopf bildhaft vorstelle.

    Früher gab es viel mehr Bühnen, wurde auch viel mehr musiziert. Naja, man muss froh sein, dass es noch Menschen gibt, die sich für die Kunst aufopfern. Ja, ja.

    Wenn du einen Draht zur Laienbühne hast, dann versuch doch mal ein Theaterstück mit ihnen umzusetzen. Ein Versuch wär’s doch wert, oderrr?

  7. da du selber sagst, du bist sehr dialoglastig, wäre das vielleicht gar keine so schlechte idee, einfach mal mehr solcher sachen zu machen. 🙂
    mein problem ist dabei: ich bin eher dialogminimalist… mein großes manko. daher träum ich bisher auch nur davon, mal solch ein drehbuch zu versuchen.

    den draht hab ich, allerdings wohnen wir derzeit 800 km entfernt… da wird es etwas schwierig mit dem „auf die beine stellen“. aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. notfalls fang ich eben als rentner damit an *lach*

    die gesellschaft heute sitzt lieber vorm pc, zockt konsolenspiele oder rennt man gerade ins kino. wenn man so fragt, hört man oft „was soll ich denn im theater?“. ich denke, ein problem beim theater ist auch, dass viele produktion zu „modern“ aufgezogen werden. sprich: man erkennt kaum noch das eigentliche stück oder (wie schon so oft) wird es mit nackten tatsachen aufgepeppt. etwas, was mir z.b. jede lust nimmt, in sogenannte „renomierte“ theater zu gehen.

    eigentlich ist es traurig, dass man „froh sein muss, dass sich noch welche aufopfern“.

  8. ich hab einiges an uralten reclam-heften mit schauspielen, trauerspielen usw. freu mich immer, wenn ich die irgendwo auf flohmärkten oder in antiquariaten etc. finde. da kann man eigentlich auch draus lernen. sollte ich mal ein paar seiten anfangen, mail ich sie dir 🙂

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