über die jungen Verlage

Tiret_Buchreihe

Ausschnitt aus einem (bereits ein paar Jahre alten) Essay von Karl-Klaus Rabe, Geschäftsführer der GVA Göttingen:

Die jungen Independents, die in den letzten Jahren neugegründeten Verlage, die etwas wagen, neue Autorinnen und Autoren präsentieren, schön gestaltete Bücher auf den Markt bringen, werden zurzeit mit überschwänglichem Lob von der einschlägigen Presse überschüttet, bundesweit. Was hilft’s? Sie dürfen froh sein, wenn sie auf 4.000 verkaufte Exemplare kommen und nicht bei 1.000 oder weniger verrecken. Und: Sie können sich gar nicht vorstellen, was diese Verlage investieren müssen, wie viele Rezensions- und Leseexemplare sie raushauen … (Bitter: Das eine oder andere wird dann über Amazon als »gebraucht« angeboten. Jemand will neulich in einem Antiquariat ein Buch gesehen haben, das vom Verlag noch nicht einmal ausgeliefert worden war. Kann passieren, wenn ein Verlag vorab die Medien bedient.)

Nur, glauben Sie ja nicht, dass es den etablierten Verlagen besser geht. Die Masse ihrer Titel geht genauso unter. Und wenn sie mit Gewalt einen Starautor präsentieren, ordert der Buchhandel besinnungslos – Harry Potter lässt grüßen. Über Remissionsquoten* schweige ich.

* Remission: Der Buchhandel behält sich das (zumeist nicht vertraglich fixierte) Recht vor, nicht verkaufter Bücher an den Verlag gegen Erstattung des Einkaufspreises, abzüglich einer Gebühr, zurückzuschicken!