Rumänien : Italien : Frankreich

Stekelenburg statt van der Sar? Ojemine. Nix gut!
Also, auf die Rumänen bin ich gespannt. Sehr gespannt.

Wenn die Rumänen nicht gewinnen, dann tippe ich
am ehesten auf die Italiener. Aber ein Unentschieden in
beiden Spielen würde die Fußballwelt auf den Kopf stellen.

Faites vos jeux!

Österreich : Deutschland (danach)

Also gut. Die Realität hat mich wieder. Aber schön ist es allemal, kurz geträumt zu haben. Und soo illusorisch war die Sache bitteschön nicht. Rückblickend betrachtet, was hätte man (=ich) anders gemacht, wäre ich „Hicke“ gewesen?

Die österreichische Mannschaft ist noch nicht in der Lage, das Spiel zu machen und sich gute Torchancen zu erarbeiten. Die Idee, mit schnellen Spielern (Korkmaz, Hoffer, Harnik, Garics, vielleicht auch Linz) die Gegner zu überlaufen, war eine gute, aber das geht nur dann, wenn es auch Räume gibt, in denen sie Sprinten können. Macht man die Räume eng, zieht sich die Verteidigung und das Mittelfeld an den Strafraum zurück (so, wie es die Deutschen praktiziert haben), ist Technik, nicht Schnelligkeit gefragt. Daran happert’s aber (Korkmaz war dahingehend ein Lichtblick: er scherte sich wenig und dribbelte munter darauf los). Als Notlösung (=Ideenlosigkeit) wird dann blind in den Strafraum geflankt. Aber Linz, Hoffer, Ivanschitz, Harnik, Korkmaz sind nicht gerade für ihr Kopfballspiel berühmt. Da braucht es eben ganz andere Spielertypen. Einen Kienast, zum Beispiel. Und warum man die zwei baumlangen Stürmer Janko und Maierhofer zu Hause ließ, bleibt ein Rätsel. Sie wären für das österreichische Spiel perfekt gewesen: Korkmaz und Harnik können durch Schnelligkeit bzw. Technik an die Seite des Strafraums kommen und den Ball vors Tor flanken. Dort braucht es dann Brechertypen (so einfach, wie sich das schreibt, ist es natürlich nicht; man sehe sich nur Italien an, die diese „Taktik“ mit Luca Toni praktiziert haben).

Aber Taktik ist nichts, wenn du nicht die Spieler dafür hast. Man sehe sich Holland und Frankreich an. Als sie aufeinandertrafen, haben sie mit der selben Aufstellung gespielt: 4-2-3-1 (diese Aufstellung erfreut sich größter Beliebtheit).

Ich muss nicht sagen, wie das Spiel ausgegangen ist und wie die Holländer die Franzosen an die Wand spielten (aber bevor man Holland bereits als EM-Kandidaten handelt, sollte man sich im Klaren sein, dass ihre Gegner ihnen immer viel Platz ließen – da hätte auch Österreich eine gute Figur gemacht). Ja, das Spielermaterial macht es zumeist aus. Wir werden es ja heut sehen, wenn Rumänien auf die B-Manschaft der Holländer trifft. Habe ich schon gesagt, dass Rumänien nicht zu unterschätzen ist? Und dass Österreich in der WM-Qualifikation auf Frankreich und Rumänien trifft? Vielleicht wär’s am besten, die Italiener kommen ins Viertelfinale. Dann sind wir mit Frankreich und Rumänien auf Augenhöhe (beide in der Vorrunde ausgeschieden).

Zusammengefasst: die Taktik der Österreicher kann so schlecht nicht gewesen sein, wenn Holland damit den Welt- und Vizeweltmeister an die Wand spielt. Jetzt müssen wir nur zusehen, dass wir uns auch die spielerischen Qualitäten aneignen. Hat jemand einen Nistelrooy bei sich zu Hause herumliegen? Einen Snejder oder van der Vaart nehmen wir auch. Inklusive der Spielerfrauen, natürlich.

EM: Spieltag 3 – Gruppe B

Montag, 16. Juni 2008

Spieltag 3 – Gruppe B: ausgeträumt

Gruppe B, in Wien (20:45): Österreich – Deutschland 0:1

Das war natürlich bitter. So viel Hoffnung. So viel Geträume. In Österreich. In Wien. Am Sprung zur grenzenlosen Euphorie, die dann doch nicht ausgebrochen ist, weil wieder einmal die Deutschen am Spielfeld standen. Weil sie das Glück zumeist auf ihre Seite zwingen können. Nicht immer. Aber sehr oft. Öfter als jede andere Mannschaft. Das macht sie in meinen Augen so unbeliebt. Wir erinnern uns: WM 2006 – Eröffnungsspiel: der kleine wuselige Philipp Lahm zirkelt den Ball ins Kreuzeck. Wundertor. EM 2008 – gestern: Ballack knallt den Ball mit Überlichtgeschwindigkeit ins Kreuzeck. Wundertor. Warum schießen sie immer dann diese Wundertore, wenn sie diese am Notwendigsten brauchen? Und wir nicht?

Zugegeben, die Deutschen waren wohl um die Spur besser, aber von einem guten Spiel waren sie weit entfernt. Die Österreicher waren nicht abgebrüht genug. Vermutlich war die Ehrfurcht doch um die Spur zu groß. Und hätte Gomes gleich nach Beginn den Ball hinter die Torlinie gedrückt, die Deutschen hätten uns wohl (im Konter) überrannt. Sei’s wie’s sei. Die Chance hat gelebt. 90 Minuten lang. Mehr darf man nicht erwarten. Schauen wir uns jetzt an, wie die Portugiesen gegen die Deutschen auftreten. Wie deren Rezept aussieht, um die germanischen Verteidigerpflöcke auszuspielen.

Ist übrigens schon jemanden aufgefallen, dass nicht Österreich, sondern Deutschland ein Stürmerproblem hat? Nachdem Gomes nicht in der Lage war, den Ball aus zwei Metern über die Torlinie zu bringen, dürfte er damit sein letztes Spiel für Deutschland in der EM gespielt haben. In den vorigen zwei Partien war nämlich überhaupt nichts zu sehen. Und sein Kollege? Klose ist kein „Knipser“, er ist ein Vorbereiter. Das hat er sich bei den Bayern angelernt. Weil ein Luca Toni nun mal Brecherqualitäten hat. Also legt er diesem die Bälle torgerecht auf. Sehr zum Wohle für die bayrische Mannschaft. Sehr zum Wohle von Luca Toni. Aber das Toreschießen (besser: den Riecher) verlernt man mit der Zeit. Da ist er jetzt, der gute Klose. Und wenn nicht ein Luca Toni, sondern ein Gomes an der Seite spielt, dann …

Gut, Podolski hat drei Tore gemacht. Aber von der Position war er auf der linken Mittelfeldposition eingesetzt, ist also aus der Etappe gekommen und fand so viele Freiräume. Gegen Polen. Bei den Kroaten war schon nicht mehr viel zu sehen (obwohl er ein Tor machte). Und gegen Österreich so gut wie gar nichts mehr (obwohl er einmal Macho mit einem knallharten Schuss prüfte). Die Frage ist also, kann ein Podolski, der in der Spitze stürmt, gefährlich werden? Es ist zu bezweifeln. Alternativen? Ein Neuville vielleicht? Aber hat der nicht schon die beste Zeit hinter sich? Wirkt er nicht wie ein Fremdkörper in der Mannschaft? Sei’s wie’s sei, gegen die Portugiesen werden sie sich steigern müssen. Und wehe, sie machen denen wieder ein Wundertor rein. Dann bin ich sauer. Sehr sauer!

Gruppe B, in Klagenfurt (20:45): Kroatien – Polen 1:0

Hui. Die „B-Mannschaft“ der Kroaten fertigt die Polen ab. Schön langsam gefallen sie mir, die Kroaten. Sie spielen erfrischend, mit Herz und Technik. Man könnte sagen, sie sind türkische Portugiesen. Dass die Kroaten über einen hervorragenden Kader verfügen, wo jeder Spieler ersetzt werden kann, spricht eindeutig für sie. Während die Türken mehr einem Lazarett, als einer Fußballmannschaft gleichen. Mal schauen, wann sich der türkische Masseur aufwärmen muss.