Österreich : Deutschland (danach)

Also gut. Die Realität hat mich wieder. Aber schön ist es allemal, kurz geträumt zu haben. Und soo illusorisch war die Sache bitteschön nicht. Rückblickend betrachtet, was hätte man (=ich) anders gemacht, wäre ich „Hicke“ gewesen?

Die österreichische Mannschaft ist noch nicht in der Lage, das Spiel zu machen und sich gute Torchancen zu erarbeiten. Die Idee, mit schnellen Spielern (Korkmaz, Hoffer, Harnik, Garics, vielleicht auch Linz) die Gegner zu überlaufen, war eine gute, aber das geht nur dann, wenn es auch Räume gibt, in denen sie Sprinten können. Macht man die Räume eng, zieht sich die Verteidigung und das Mittelfeld an den Strafraum zurück (so, wie es die Deutschen praktiziert haben), ist Technik, nicht Schnelligkeit gefragt. Daran happert’s aber (Korkmaz war dahingehend ein Lichtblick: er scherte sich wenig und dribbelte munter darauf los). Als Notlösung (=Ideenlosigkeit) wird dann blind in den Strafraum geflankt. Aber Linz, Hoffer, Ivanschitz, Harnik, Korkmaz sind nicht gerade für ihr Kopfballspiel berühmt. Da braucht es eben ganz andere Spielertypen. Einen Kienast, zum Beispiel. Und warum man die zwei baumlangen Stürmer Janko und Maierhofer zu Hause ließ, bleibt ein Rätsel. Sie wären für das österreichische Spiel perfekt gewesen: Korkmaz und Harnik können durch Schnelligkeit bzw. Technik an die Seite des Strafraums kommen und den Ball vors Tor flanken. Dort braucht es dann Brechertypen (so einfach, wie sich das schreibt, ist es natürlich nicht; man sehe sich nur Italien an, die diese „Taktik“ mit Luca Toni praktiziert haben).

Aber Taktik ist nichts, wenn du nicht die Spieler dafür hast. Man sehe sich Holland und Frankreich an. Als sie aufeinandertrafen, haben sie mit der selben Aufstellung gespielt: 4-2-3-1 (diese Aufstellung erfreut sich größter Beliebtheit).

Ich muss nicht sagen, wie das Spiel ausgegangen ist und wie die Holländer die Franzosen an die Wand spielten (aber bevor man Holland bereits als EM-Kandidaten handelt, sollte man sich im Klaren sein, dass ihre Gegner ihnen immer viel Platz ließen – da hätte auch Österreich eine gute Figur gemacht). Ja, das Spielermaterial macht es zumeist aus. Wir werden es ja heut sehen, wenn Rumänien auf die B-Manschaft der Holländer trifft. Habe ich schon gesagt, dass Rumänien nicht zu unterschätzen ist? Und dass Österreich in der WM-Qualifikation auf Frankreich und Rumänien trifft? Vielleicht wär’s am besten, die Italiener kommen ins Viertelfinale. Dann sind wir mit Frankreich und Rumänien auf Augenhöhe (beide in der Vorrunde ausgeschieden).

Zusammengefasst: die Taktik der Österreicher kann so schlecht nicht gewesen sein, wenn Holland damit den Welt- und Vizeweltmeister an die Wand spielt. Jetzt müssen wir nur zusehen, dass wir uns auch die spielerischen Qualitäten aneignen. Hat jemand einen Nistelrooy bei sich zu Hause herumliegen? Einen Snejder oder van der Vaart nehmen wir auch. Inklusive der Spielerfrauen, natürlich.

4 Kommentare zu „Österreich : Deutschland (danach)“

  1. Die sind ja alle noch sehr jung und können sich noch zusammenspielen. Bei der WM könnten wir es mit etwas Glück bei der 2.Runde der Vorauscheidung schaffen.

  2. So wie ich das aus der Ferne mitbekomme, ist das übrigens auch der Konsens meiner deutschen Freunde: „Da ist so viel Potential, nächstes Mal wird es sicher super.“
    Also: Cordoba liegt in Südafrika, oder?

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