Tiret 2: eine blutige Kindergeburtstagsüberraschung

Der gute Wortmann fragt natürlich zu Recht, wo denn der Betreiber dieses Blogs stecke. Aber in Zeiten einer kreativen Hochphase, tut man sich schwer, sinnvolle Beiträge und Kommentare zu posten. Eine Momentaufnahme der schriftstellernden Reise:

Erik van der Rohe: die Rahmenhandlung verläuft im Sand; der Ton (ja, der verfickte), der kommt gut rüber, liest sich flüssig (sagt T.) und gefällt mir. Dumm, dass mir aber der Plot, die Story abhanden gekommen ist. Der ursprüngliche Plan ist so kompliziert, dass ich bereits beim Skizzieren den Faden (und die Pointe) verliere. Tja. Also zur Seite gelegt.

Brouillé (Tiret 2) kam wie aus dem Nichts und startete voll durch. Bereits die Hälfte der Kapiteln grob umrissen, in der zweiten sollte dann eigentlich der Kriminalfall die „Hauptrolle“ spielen, aber noch hab ich nur ein paar Ideen im Kopf und noch nichts festgemacht. Der erste Eindruck: die Geschichte wird düsterer, blutiger, trauriger, hässlicher – die Charaktere perfider, hinterhältiger; mit einem Wort: die Sache wird realistischer. Der feine Wortwitz wird wohl den Leser über das eine oder andere Schlimme hinweghelfen, aber Tod und Verrat lassen sich nun mal nicht schönreden. Dafür liebäugle ich mit einem herrlichen Ende, das lässig melancholisch hoffnungsfroh die dritte Runde einläuten wird. Beim Ende eines Buches freue ich mich immer wieder wie ein kleines Kind, weil ich da aus dem Vollen schöpfen kann. Schön. Wichtig ist natürlich, dass ich wieder eine historische Person aus Briefen zitiere. Meine Wahl fiel auf einen gewissen Gouverneur Morris aus den Vereinigten Staaten, der sich im Frühjahr 1789 in Frankreich aufhielt und seine Eindrücke u.a. George Washington mitteilte. Daneben kommt auch ein Bauer zu Wort, der sich über die adeligen Machenschaften beschwerte – wir erhalten so einen kurzen Einblick über die horrenden Abgabenleistungen der „Kleinverdiener“ im Ancien Régime. Vermutlich nicht anders als heute 😉

Übrigens gewann die österreichische Fußballnationalmannschaft gegen Frankreich 3:1! Ich schreibe es nur deshalb auf, damit ich mich später wieder erinnere, wie hoffnungsfroh wir in die WM-Qualifikation gestartet sind.

4 Kommentare zu „Tiret 2: eine blutige Kindergeburtstagsüberraschung“

  1. Grüß Dich,
    ich bin ja auf Deinen neuen Tiret sehr gespannt. Kriminalfall und Vergangenes sind nach meinem Geschmack.

    JA .. 3:1 ..!!! Richtung zur WM 2010 stimmt!!!

    Verfall mir bloß nicht jetzt schon ins Weanarische-Geraunze.

  2. ERIK: Ich denke, beiseite legen ist im Moment der beste Weg. Bevor man noch irgendwas kaputt schreibt.

    TIRET: Klingt überaus interessant, was du da so blicken lässt.
    Was sind denn das für Briefe, von denen du redest? Woher stammen die, wenn ich fragen darf?

    glückwunsch zum sieg gegen frankreich 😉 der wiegt auf alle fälle mehr als der kindergartensieg der deutschen gegen liechtenstein 🙂

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