Brouillé et Tiret2: Voilà!

Der 2. Band ist hiermit zu einem Ende gekommen!

Das Erwachen des Bürgers BROUILLÉ (TIRET²)
352.815 Zeichen – 110 Seiten – v0.10
Band 2 – Réveillon – 1789

Über die Gier! Und was sie bewirkt.
Über die Wahl zu den Generalständen und die Beschwerdehefte.
[da fällt mir ein, ich müsste noch ein Kapitel schreiben *schlapperlot*]

MADELEINE (TIRET³) – v1.51 – 100%;
PENLY (TIRET4) – v0.10 – 100%;

Börsenspekulation anno 1789

Dank der Börsenspekulation mit ihren Saug- und Druckwirkungen steigen und fallen die königlichen Effekten, die zu Staatspapieren geworden sind.

Vergebens weist man darauf hin, dass Bauern und Kaufleute mit den Börsenspekulanten und deren Glücksspielen nichts zu tun haben, ja, dass die Nation diesem Treiben fremd gegenüber steht und dass die ganze Bank bankrott gehen könnte, ohne dass dies für das Wohl Frankreichs von Belang wäre.

Antoine Rivarol
um 1790
[aus „Politisches Journal eines Royalisten“ – Athenäum Verlag FFt am Main – 1989]

BROUILLÉ (TIRET²) wurde zum zweiten Band zurückgestuft – 65%
MADELEINE (TIRET³) wurde zum dritten Band hochgestuft – 100%;
PENLY (TIRET4) wurde als vierter Band aufgenommen – 100%;

Curb your 30 Rock

Doris Priesching hat im DER STANDARD vom 18./19.10.2008 dem ORF Vorschläge unterbreitet, wie dieser das Loch zwischen 19h30 und 20h15 schließen könne: gute US-TV-Serien. Ich hätte da auch eine Hitliste.

* 30 Rock: ist definitiv mein Favorit! Gelungene Satire über den Alltag einer fiktionalen TV-Show; Alec Baldwin – anfänglich ein Fremdkörper für mich – kommt immer besser in Fahrt; großartig die Leistung von Tina Fey, die nicht nur die Hauptrolle spielt („Liz Lemon“ – schon alleine der Name ist köstlich), sondern die Show kreiert hat. Beeindruckend die Selbstironie, die hier an den Tag gelegt wird. Immerhin wird hier NBC und ihre Mutter General Electric öfters durch den Kakao gezogen. Und die Republikaner bekommen ihr Fett gehörtig weg. Ja, die Serie macht wahrlich Spaß (und wird auch mit Gastauftritten bekannter Leutchen geadelt). 30 Rock rocks!

* Curb your enthusiasm: Larry David, der Co-Creator der Jerry Seinfeld Show ist ein alter Hase im Showbiz und hat daraus eine Sitcom gemacht, die seinesgleichen sucht. Larry David ist eine Mischung aus  Woody Allen & Mel Brooks. Er hat auch keine Hemmungen, böse Wörter in den Mund zu nehmen und politisch völlig inkorrekt zu sein (aber immer sehr sympathisch). Manche Episoden sind definitiv grenzgenial!

Doris Priesching listet neben 30 Rock noch Mad Men, The Wire (nichts fürs Vorabendprogramm!), In Treatment, The Sarah Connor Chronicles, Twenty Good Years und How I Met Your Mother auf.

Gerade auf die Filmkritik-Site von Roger Ebert gestoßen; werde ich mir sicherlich öfters Tipps holen. http://rogerebert.suntimes.com/

Schneewittchen 2069 & gelungenes Selbstmarketing

Schau mal einer an. Was man nicht so alles über seine Bücher findet, am und im Web. Vielleicht sollte ich eine Fortsetzung zu Ro2069 schreiben? Schneewittchen 2069 tät mir sogar gefallen.

Kritik von Max aus lesenblog.de

Rotkäppchen 2069

Ist das Buchmarketing der Zukunft? Richard K. Breuer, seinem Vernehmen nach einer der bedeutendsten Wiener Gegenwartsautoren, ist mit seinen im Eigenverlag verlegten Büchern im Netz überall präsent – glänzend gemacht. Über die Qualität seiner Werke kann man indes geteilter Meinung sein.

Eigentlich mag ich über “Schneewittchen 2069 – reloaded”, erschienen vor ein paar Wochen in einer mit Zeichnungen von Gunther Eckert erweiterten Version, gar nichts schreiben. Lieber nicht. Denn im Unterschied zu anderen Kritikern (im Web) finde ich da gar nichts genial.

Ich halte das Stück – im Grund ist es männlich-postpubertäres Stammtisch-Geschwätz – nicht für angemessen, zwischen zwei Buchdeckel gepresst zu werden. Es gibt keine wirkliche Handlung, nur erotomanisches Gestammel, und ein paar Zeichnungen mit jenem Sinngehalt, wie sie Oberstufen-Schüler gemeinhin im langweiligen Religions-Unterricht anfertigen.

Und trotzdem hat Rotkäppchen das Zeug zum Kult. Breuers Selbstmarketing und das Abseitige mögen viele Leser sich hip fühlen lassen. Immerhin: Man setzt sich ab. Darum findet auch Porno-Ritchies “Cyberspace-Komödie” bestimmt ihre Fans.

Bewertung: *

Die Liebesnacht des Dichters Tiret

Ganz anders “Die Liesbesnacht des Dichters Tiret”, der Einstieg in Breuers Auseinandersetzung mit der Franzöischen Revolution. Hier hat Breuer recherchiert und erzählt eine verschachtelte Liebesgeschichte aus der Welt des internationalen Adels.

Sprachlich ist Breuer nun erwachsen geworden (”Schneewittchen” ist sein Erstling). Mehr noch, er will sich stilistisch an die Epoche anpassen, über die er berichtet. Das Höfische kommt bisweilen etwas künstlich daher, passt aber zum Inhalt.

Für den “Helden”, den Gelehrten Mickiewicz, gibt’s womöglich ein Vorbild: den gleichnamigen polnischen Nationaldichter und Freiheitskämpfer. Lebte zwar erst im folgenden Jahrhundert, aber egal. Und Mirabeau, nachdem dieser Band I. von Kremers Revolutionsforschung benannt ist,  war eine der wichtigsten Figuren des Umsturzes 1792 in Frankreich.

Mit Fußnoten erweckt der Autor den Eindruck wissenschaftlicher Akribie. Tatsächlich verstecken sich dahinter viele interessante Zusatzinfos. Die kursiv-gedruckten Zitate des Grafen Mirabeau bringen die Geschichte indes nicht wirklich vorwärts.

Ich weiß ja nicht, ob Richard K. Breuer aktiv nach einem Verleger gesucht hat. Falls ja, und er hat keinen gefunden, wundert es nicht unbedingt. Gleichwohl ist “Die Liebesnacht des Dichters Tiret” ein Einstieg. Das in der Danksagung zitierte Schnitzler-Wort “Ich müßte eigentlich noch berühmter sein” ist … naja … gelungenes Selbstmarketing, vielleicht?

Bewertung: ***

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Kommentar von tinius: Der werte Herr hatte mich auch zwecks Rezension angeschrieben. Ich fühle mich in meiner Entscheidung bestärkt, nichts dergleichen zu tun, und mehr noch darin, nichts zu rezensieren, was nicht in einem öffentlich präsenten Verlag erschienen ist (mit einer Ausnahme, bei der ich erst hinterher erfuhr, daß die Autorin in einem Zuschußverlag veröffentlichte). LG tinius

update: Aha! Gerade eben eine SMS von SE. erhalten: „Hab soeben ‚die liebesnacht des dichters tiret‘ fertig gelesen und möchte dir lob aussprechen: das hast du gut gemacht, lieber richard :-)“

Das neue Projekt des Christoph Grissemann …

ist freilich noch ein großes, dickes Fragezeichen. Aber – immerhin, immerhin – hat er verlauten lassen, dass er bei jener satirischen TV-Komödie, die ich mit SP. aus der Taufe gehoben habe, die Hauptrolle übernehmen möchte. Nun hat SP. das Konzept, das Exposé zum Pilot, sowie das Script zu einer Folge dem ORF vorgelegt. Jetzt heißt es also abwarten, was daraus wird. Die Mühlen des Fernsehens mahlen bekanntlich langsam. Aber ich musste jetzt diesen „Teaser“, diese Vorankündigung an dieser Stelle platzieren, so dass sich so manch einer nervös den Kopf kratzt und sich sagt, dass es dieser Breuer vielleicht doch noch zu etwas bringt – und demzufolge sich abwartend in meinen Windschatten festsetzt.

Die Überarbeitung zu MADELEINE (TIRET²) und BROUILLÉ (TIRET³) gehen einigermaßen gut voran. Die historisch überlieferten (Brief-)Passagen soweit ausgesucht (Gouverneur Morris; Réveillon; Robespierre; der Brief eines Bauern an seinen Indentanten; die Ankündigung zur Erfassung der Beschwerdehefte von König Ludwig XVI.) und eingearbeitet. Dem Wissenshungrigen wird also auch wieder etwas geboten.