21 Meilen Profit

In den Jahren 1840 — 1843 fing die Stadt Troy an, auf  öffentliche Kosten eine 21 Meilen lange Eisenbahn bis Schenectady zu bauen. Die Stadt Troy nahm dafür in den Jahren 1837 und 1847 im ganzen 650 000 Dollar auf, und im Jahre 1840 lieh der Staat New York der Stadt Troy 100 000 Dollar; dies machte im ganzen 750 000 Dollar für den Bau und die Ausrüstung der Troy und Schenectady – Eisenbahn aus. Es war eine Zeit, in der die Kapitalisten, untätig zusehend, vielen Stadtbezirken und einigen Staaten gestatteten, Eisenbahnen zu bauen und eine Zeit lang zu betreiben, um dann, nachdem viele Millionen öffentlichen Geldes ausgegeben worden waren, Wege zu ersinnen, um selbst das Besitzrecht in die Hand zu bekommen. Das taten sie, indem sie im Gemeindebesitz befindliche Eisenbahnen entwerteten und lahm legten und öffentliche Beamte verführten, sie ihnen für verhältnismäßig unbedeutende Summen zu verkaufen oder zu verpachten. Dies war ein beliebtes Verfahren in jener Zeit und wurde mit großem Erfolge betrieben.

Gustavus Myers
March 20, 1872 – December 7, 1942

Geschichte der großen amerikanischen Vermögen
Zwei Bände. S. Fischer Verlag Berlin, 1916.