richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

The Austrian Way or the cellar incest fiend

New York Times und Timesonline über den Fall F. Man merkt eine interessante journalistische Lösung, wenn es darum geht, leere Seiten zu füllen: die ausländischen Medien zitieren inländische, die inländischen zitieren ausländische. Die ausländischen Reporter interviewen inländische, die inländischen die ausländischen. Wir erfahren keine Neuigkeiten (kann es die überhaupt geben?), glauben aber zu wissen, was die „anderen“ denken. Aha. Ein paar Gustostückerln hab ich herausgepickt, aus dem Medienkuchen. Im Besonderen die Kommentare sind natürlich ein Leckerbissen. Huh. Aber die angesprochenen Bücher von Shaw und Mailer muss ich mir anschauen. Scheinbar hat ein Schriftsteller das allwissende magische Auge und kann auf zweihundert Buchseiten die Welt, respektive Österreich, erklären. Respekt. Ich lebe 40 Jahre in Wien und könnte in tausend Seiten nicht sagen, was der „Viennese way“ ist. Na, vielleicht sollt ich mal anfangen. Vielleicht werde ich dann ja auch mal in einem Kommentar erwähnt. Auch schon was. Übrigens wünscht sich einer die Guillotine zurück, für solch ein „born monster“. Wenn das der gute Doktor Guillotine hört. Die Köpfungsmaschine geht darauf zurück, dass er die Hinrichtung humaner gestalten wollte. Demnach müsste man eigentlich ein „born monster“ aufs Rad flechten. Das ist grausam. Details erspare ich der geneigten Leserschaft.

  • This is the Austrian, or at least the Viennese way: to mock and grandstand rather than to engage in any activity that could bring about political or social change. timesonline
  • this man is indeed a real monster. I don’t blame Austrians been fed up with this. He is a born monster… and really in cases like wouldn’t you want to go back to the guillotine? the new york times comment 271781
  • Rightly or wrongly, the poor rural parts of Austria have long had a reputation for incestuous goings-on. Hitler’s nineteenth-century ancesters were reputedly mixed up in this sort of thing. (For a novelistic treatment of this dark stuff, see Mailer’s last novel, The Castle in the Forest, which is based on extensive reading in the scholarly iterature.) Every village used to be said to harbor half-wits and cripples born of multi-generational inbreeding. Think Appalachia in the Alps. the new york times comment 271743
  • Read the first chapter in Irwin Shaw’s post-war novel, The Young Lions. Shaw tells a story about knowledge and silence in a small Austrian town that is as unforgettable as the bizarre case history of Josef Fritzl. Shaw’s story was a comment on national character and speaks directly to the subject of this article as clearly as if it had been written yesterday. the new york times commentary 271741

Da schau her. In Norman Mailers „The Castle in the forest“ geht es ja herb zur Sache. Bei amazon kann man ins Buch lesen. Die deutsche Ausgabe interessiert mich nicht. Das klingt mir alles zu banal.

Irwin Shaws „The young lions“ ist auch nicht uninteressant. Immerhin versucht ein Amerikaner aus der Sichtweise eines Deutschen zu schreiben. Und wollen wir nicht wissen, wie der andere „tickt“?

Übrigens, by the way, wird der Datenverkehr im Internet ab dem Sommer kontrolliert. Gewisse Seiten, gewisse Suchwörter werden registriert und weitergeleitet. Sollten Sie also jemanden Übles wollen, verschaffen Sie sich Zugang zu seinem PC, tippen Sie die „gewissen Suchwörter“ ein und Sie werden sehen, in Bälde stehen zwei Herren vor der Türe, die freundlich fragen, ob Sie sich in der Wohnung/Büro umsehen dürfen. Ich schätze, ich werde es noch erleben, die ersten „Hexenprozesse“ – Voltaire hin oder her. („Er ist mit einem Regenmantel vor dem Kindergarten auf und ab geschlichen, obwohl es nicht geregnet hat! Auf den Scheiterhaufen mit ihm!“).

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