richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Tagesarchive: Donnerstag, 9 April, 2009

Die Früchte der Schriftstellerei

Monatelang sitzt du hinter deinem Schreibtisch, tippst wie verrückt, korrigierst wie gestört, liest wie gedruckt. Deine Gesundheit geht den Bach runter, du wirst auf einem Auge fast blind, dein Rücken krümmt sich bedrohlich und der Bauchansatz sprengt die alten Hosen, obwohl du kaum noch etwas isst. Weit nach Mitternacht, wenn die Augenlider schwer werden, schreibst du noch eine Seite, dann noch ein und noch eine. Schließlich fällst du bei Tagesanbruch vom Stuhl und in ein mehrstündiges Koma, in dem du neue Ideen fürs Buch halluzinierst. Ewiglich scheint es in dieser Ton- und Spielart dahinzugehen. Dann getraust du dich, die erste Rohfassung aus der Hand zu geben. Es regnet eine Tracht kritischer Prügel, die du wie ein Mann einsteckst. Du beginnst Änderungen zu machen, zermarterst dir dein Hirn, weil du das letzte Drittel dermaßen verunstaltet hast, das nun die ersten beiden Dritteln nicht mehr passen. Also beginnst du von vorne. Würgst wieder tage- und wochenlang am Buchstabenbrei. Der Alkohol wird dein bester Freund. Die Tablette deine beste Freundin. Schließlich, man möchte es nicht glauben, hast du es geschafft und blätterst im Musterbuch der Druckerei. Dein Herz klopft, deine Hände schwitzen. Du bemerkst einen Fehler hier, einen dort – zitternd und verärgert versuchst du diese Unsäglichkeiten noch abzuwenden und bezahlst diesen Anspruch an Perfektionismus aus deiner eigenen Tasche. Und dann. Endlich. Endlich. Endlich. Die Bücher sind da. Jetzt, wo du die Stöße deines gedruckten Wortes siehst, weißt du, was alles noch auf dich zukommen wird. Sei’s drum. Was jetzt zählt ist nur noch eines: die Früchte der Mühen und des Mühsals vorangegangener schreibender, korrigierender und köpferauchender Tage einbringen. Ja, das ist der Grund, der einzige und wahre Grund, warum ein Schriftsteller Schriftsteller sein möchte: Das Leuchten in den Augen der Leser zu sehen, zu spüren, zu hören.  Im Großen und Ganzen hört sich dies dann so an:

Die Früchte der Schriftstellerei

Die Früchte der Schriftstellerei

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Finalement, der Anzug für Schwarzkopf

… ein Buchumschlag!

Schwarzkopf

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Bei Amazon ist der neue Buchtitel und das Cover angekommen (über die VLB-Meldung). Erfreulich. Jetzt sollte das Büchlein nur noch mal fertig werden. Und eine Leseprobe fehlt ja auch noch. Wer kauft schon die literarische Katze im Sack? Eben!