Filmkritik: Contact High

Gestern auf der Filmpremiere zur österreichischen Kifferkomödie Contact High von Michael Glawogger, der (besser: die Marketing-Leutchen der Filmfirma)  es als „Psychodelic Road Movie Western“ bewirbt. Aha. Immerhin ist der Film damit in der Tat gut umrissen. Es gibt viel psychedelisches (zu viel für meinen nüchternen Geschmack), lange Auto- bzw. Zugfahrten (Wien – Warschau und polnische Provinz), einen schießwütigen Zuhälter und schließlich eine Tasche, um die sich alles (und wiederum nichts) dreht.

Alles in allem gibt es tatsächlich eine interessante Parallele zum „Knochenmann“: während man sich den einen Film nicht auf vollem Magen ansehen sollte, ist der andere nüchtern nicht in seiner vollen psychedelischen Pracht zu ertragen. Also der gutgemeinte Tipp: man saufe bzw. kiffe sich den Film lustig. Die besten amüsant-witzigen Momente hat der Film, wenn das schräge Duo Buck/Friedrich ins Bild kommt. Warum? Weil sie unterschiedlicher nicht sein können: ruhiger, ausgeglichener, schwuler Piefke der eine, ausrastender, debiler Wiener Strizzi der andere. Köstlich. Das andere Pärchen (Ostrowski/Wallisch) ist dagegen zu ähnlich, zu mau, um eine amüsante Wirkung zu erzielen. Schade. Zur Story gibt’s nicht viel zu sagen, außer nebulös undurchsichtig und nicht vorhanden. Ich schätze, die Filmemacher hatten viel Spaß beim Drehbuchschreiben. Eventuell sollte man eine Alkoholkontrolle einführen („Bitte rechts ranfahren. Haben Sie beim Schreiben getrunken?“).

Die Meinungen mehrerer (nicht aller, bitteschön!) Premierengäste zeigen ein ähnlich enttäuschtes Bild – was natürlich am nüchternen Bekanntenkreis des Autors liegen könnte. Dass die Getränke bei der anschließenden Feier zu zahlen waren, entlockte nur wenigen Gästen ein Lächeln. Dafür waren die Hot Dogs gratis zu haben. Das Ketchup hab ich heut noch nicht von den Schuhen bekommen. Wir sehen: der Film hatte dann doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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