richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Tagesarchive: Mittwoch, 6 Mai, 2009

VIENNAFAIR 09 oder Kunstbanausitäten

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Kurz in der HALLE A der Wiener Messer die VIENNAFAIR 09 „besucht“. Sagen wir, ich war dort, ohne dass ich dorthin wollte. Also habe ich mich umgesehen. Schnell. Flüchtig. Beinahe (weg) laufend. Also ich weiß ja nicht, aber so ganz schlau werd ich aus dem (GROSSEN) Ganzen nicht. Freilich, muss man auch nicht. Hauptsache, der Rubel rollt und rollt und rollt. Manchmal frag ich mich ja, was der Unterschied ist, zwischen Kunst und Klapse. Ich tippe auf das Preisschild. Während die einen weggesperrt werden („Des is bitteschön net normal, was der da aufg’führt hat, ja?“), werden die anderen hofiert und bejubelt („Des is bitteschön ganz außergewöhnlich, was der da aufg’führt hat, ja!“). Schlag nach bei Herrn O. Mühl (ein Bild hängt jedenfalls dort, um geschätzte € 30.000,- wenn ich mich recht entsinne).

Als ich so durch die kunstvoll dekorierten Kojen stolperte, fiel mir ein grauer Stromverteilerkasten auf. Warum hat man diesen „lustvollen Gegenstand der öffentlichen Stromvernichtungstendenz“ noch nicht mit einem Preisschild versehen? Die E-Werke würden sich über das künstlerische Körberlgeld sicherlich freuen.

Ach, was freu ich mich auf das bodenständige Fußballspiel Chelsea : Barcelona (natürlich wird der Fußball auch auf Teufel komm raus verkommerzialisiert, aber die Regeln, nach denen gespielt wird, die sind (fast) noch genauso, wie zu Opas Zeiten; HUH, ich glaube, ich bin ein verkappter traditionalistischer Konformist vulgo KUSTBANAUSE!). Übrigens gab es in einer Koje eine Videoinstallation zu bewundern. Was sah man dort? Einen Fußballschiedsrichter. Na dann …

Beweihräucherungskärtchen #2

stempelschwarzkopf01Irgendwann muss es sein. Der Schritt in die Öffentlichkeit. Viele Monate ringst du mit der Story, dem Stoff, der Geschichte alleine, dann mit deiner Lektorin und einer überschaubaren Anzahl (man nehme eine Hand und rechne Daumen und kleinen Finger weg) an willigen Test-LeserInnen. Später. Es wird Zeit. Mit der Leseprobe hausieren zu gehen. Ein seltsames Gefühl beschleicht einen da, wenn man die E-Mails so fröhlich verschickt. Zum einen ist es „die frohe Kunde, dass der Autor in bälde sein neuestes, so lang ersehntes Buch veröffentlichen wird“ (sagt der Künstler!).  Zum anderen ist es „die aufdringliche Info (vulgo Spam), dass der lästige Kerl schon wieder so ein unnötiges selbstfabriziertes Buch gemacht hat“ (sagt der genervte End-User). Die Wahrheit (so es sie gibt) liegt wohl irgendwo dazwischen. Deshalb tut es immer gut, wenn es Rückmeldungen gibt, die süß wie Honig schmecken. Freilich, zu viel Honig macht nur Löcher in die Zähne. Ein Glück, dass ich gestern eine Zahnarztassistentin kennen gelernt habe.

[…] ich bin endlich dazu gekommen, mir die Leseprobe anzusehen und mir war
schon nach wenigen Seiten klar: das muss ich haben. Die Gestaltung ist
absolut erstklassig, Front- und Backcover sind ein Traum. Das muss man
wohl wirklich selbst machen, um so etwas tolles zu bekommen. Die Kapitel-
überschriften haben mich sehr angesprochen und der Humor könnte mein
eigener sein. […]

[…] Möchte nicht unverschämt klingen, aber wann ist das ganze Buch fertig? […]

[…] die Rettung aus der Langweile 🙂 […]

[…] vor allem bei der Namensgebung der Akteure sowie deren österreichischen
Eigentümlichkeiten hast Du ja wirklich aus den Vollen geschöpft, Kompliment!
Und überhaupt, starke Dialoge! […]

[…] bin natürlich sehr an deinem neuem werk interessiert,
gibt’s das schon irgendwo im „handel“ […]

end of honeypot/to be continued