#fbm09 oder die Frankfurter Buchmesse 09

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Ankunft Bahnhof Frankfurt, 5h30 früh

Noch schnell ein paar Eindrücke, bevor ich wie ein Stein ins Bett falle.

  • Bahnfahrt war zum Vergessen; ich weiß ja, warum ich so 6er Abteile nicht leiden mag; hab kaum geschlafen; germanische Polizeikontrolle, die zivilen Polizisten haben einen Mitreisenden ziemlich in die insistierende Mangel genommen (und ich dachte, wir wären in Schengen und nicht in Kuba 😉 Wer um 5h30 in Frankfurt ankommt (früh!), sollte wissen, dass der McD nun 24 Stunden geöffnet hat und Frühstück ab 4 Uhr früh ausgibt; so musste es Kaffee und Kuchen im Untergrund tun, während der Bahnhof erwachte; im Streckennetz gedanklich herumgeirrt; habe zwei Security-Leute angesprochen:
    ich: „Grüß Gott.“
    er: „Tritt ein, bring Glück herein.“
    ich: „Äh, ja …“
  • nach kurzem Zwischenstopp geduscht und gebügelt zur Messe; eine Menge los (was passiert da eigentlich am Wochenende?), da fühlt man sich gleich mal verloren; herumgeirrt, zumeist nach Ausgängen oder Aufgängen oder Toiletten gesucht; ordentliches, gemütliches  Café konnte ich keines finden, deshalb auch kein Tagebucheintrag für heute, ärgerlich!
  • am österreichischen Gemeinschaftsstand die Eröffnung mitverfolgt; viele Schlipsträger, die postulierten, dass im September der Umsatz der Buchhandelsbranche um 9 % stieg. Hört, hört. Bei den IG Autoren endlich den Antrag ausgefüllt – patzte mich mit Tinte an; Selbstverleger dürfen ihre Bücher nicht präsentieren („weil wir keinen Platz haben“). Blöd. War aber zu erwarten. Bleibt nix anderes übrig, als das nächste Mal ein Regalbrett zu „mieten“ – was wohl über tausend Euronen kosten wird; viel Geld dafür, dass man sein Ego streichelt, trotzdem überlegenswert, eventuell für die humanere Leipziger Buchmesse, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ja, ja. In Frankfurt regiert das Big Biz.
  • Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels lädt Unternehmer (oder solche, die es werden wollen) kostenlos zu einem Beratungsgespräch. Äh, ja, ich habe es auch in Anspruch genommen. Mäßig ergiebig („Sie sollten über den Tellerrand sehen, bei den Esoterikern, wo auch Selbstverleger viele Bücher verkaufen, z. B. wenn ein Schamane ein Buch schreibt, dann kann es auch von schlechter (äußerlicher) Qualität sein, und trotzdem kaufen es die Leute.“ Aha.
  • Mit der Druckerei C. H. Beck geplaudert. Bayrisch gemütlich. Möchte die nächsten Tage noch andere Druckereien ansprechen. China? Slowakei? Alles vertreten hier. Überhaupt, die Chinesen drucken Sachen, man tät’s nicht glauben, wenn man es nicht sieht. Ziemlich irre.
  • Digital goes up, up and away. In der Halle 4.0 (dort fühle ich mich zu Hause) gute Panel-Diskussionen gehört. Das ewige Thema: was sollen die (Belletristik)Verlage mit der Digitalen Welt anfangen? Immer und immer wieder: man müsse jetzt auf den Zug aufspringen, sonst gerät man ins Hintertreffen. In den USA („Deutschland hinkt den USA um drei Jahre hinterher, in Bezug auf eBooks.“) würde ein Umsatz auf eBooks von etwa 5 bis 7 % entfallen, in Deutschland sei es gerade mal 1 %.  Aber der Aufwand ist groß, um statische Dokumente (PDF) in flexibleren digitalen Content (XML, …)  zu verwandeln (ich kann davon ein Lied singen *träller*). Deshalb die Idee, eine Datenbank mit den notwendigen Daten (textlich & meta) anzulegen und aus dieser dann die jeweiligen Medien beschicken (Papierbuch, eBook, Web, …). Hört sich gut an, heißt aber, dass Verlage immer mehr zu Software-Firmen mutieren – und da kenn ich mich aus, will heißen: niemand kennt sich wirklich aus, aber alle machen. Mit dem Kollegen vom  S. Fischer Verlag geplaudert (name dropping!), der meinte, dass die kleineren Verlage sich zusammentun werden, um diesen Aufwand zu minimieren. Huh. Und aus Konkurrenten wird Synergiebringer. Hopefully.
  • Kaffee mit MN. getrunken; Agentin, PR-Macherin für Verlage, Eventmacherei (großes KRIMI-Festival im Oktober); sie fragte mich, ob ich Interesse daran hätte, meine Bücher bei Verlagen unterzubringen; hat mich gefreut; hab ihr ein Notizbuch samt Folder überreicht (gehört sich so, schließlich will man ja einen guten Eindruck hinterlassen).
  • jetzt muss ich aber aufhören; verrenke mir alle Glieder; muss mit AS. reden, dass sie PC und Tastatur anders gruppiert … und Röhre erfreut nicht gerade mein Äuglein. WLAN auf der Messe? Kostet natürlich viel Geld (obwohl ich mich heute in Halle 4.0 in ein unverschlüsseltes WLAN-Netz  hängen konnte – war es vielleicht ein missliebiger Zufall?) Aber daran sieht man, dass die Organisatoren nix kapieren, weil, wer von der Messe live berichtet, generiert mehr Klicks.
  • Sodala.
  • Jetzt geh ich endlich heia.
  • Mein Fuß ist schon eingeschlafen.
  • Morgen will ich um 9 Uhr vor Ort sein. Großes Programm!
  • JAWOHL!
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8 Kommentare zu „#fbm09 oder die Frankfurter Buchmesse 09“

  1. mit der druckerei c.h.beck geplaudert? ha! weißt schon, dass ich da meine ausbildung als mediengestalterin gemacht hab, oder? in bayrischer gemütlichkeit, genau 🙂
    hübsche rest-messe-tage dir noch!

  2. Wie zu erwarten war, hattest Du ganz offensichtlich einen anstrengenden Tag. Was die kolportierten Umsatzzuwächse von 9% im September betrifft: Frag mal nach bei kleinen Buchhandlungen und einiges wird sich relativieren. Ich wünsche Dir noch zwei erfolgreiche Tage in der Bankenstadt.

    1. Til Schweiger schreibt Kinderbücher? Das wär ja so, als würde ich die Hauptrolle in einem Action-Film bekommen. Na gut, vielleicht spricht da ein klein wenig der Neid aus mir. Wir Wiener sind ja eine einzige Neidgesellschaft. Meins, meins, meins …

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