richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

#fbm09, ein JA und der Freitag

Nach dem ich die Wochenzeitung (ist es eine?) Der Freitag auf der Buchmesse kennen gelernt und gelesen habe, dachte ich mir, ich schreib den Leutchen, dass mir gerade ein Beitrag (darüber wird noch mal zu lesen sein) besonders gut gefallen hat, weil es die momentane Situation der brotlosen Künstlerei auf den Punkt bringt. Selten liest man solche profunden Analysen. Warum? Vermutlich, weil manch einem schwarz vor Augen wird, wenn er hörte, dass gerade einmal 4% aller verkauften Bücher Gewinn einfahren. Der Rest? Subventioniertes Allerlei.

Jedenfalls gefiel mir der lockere Sprachduktus auf ihrer WebSite www.freitag.de, weshalb es mir leichter fiel, mich anzumelden und ein paar Zeilen zu schreiben. Und weil ich gestern Nacht in einer euphorischen Stimmung war – kein Wunder, ich hatte die Frankfurter Messetage ohne Schaden überstanden – schrieb ich auch gleich einen Blog-Beitrag. Über die Frankfurter Buchmesse. Es war nur ein kurzer Beitrag, in dem ich natürlich die Frage stellte, warum ich mein Geschreibsel (Web2.0-Sprache: Content) umsonst auf ihre WebSite stellen soll (wenn ich doch ein eigenes Blog unterhalte … wenn mich jetzt einer fragt, wie die Webadresse für das Weblog ist, knalle ich ihm eine!). Tatsächlich machte sich ein gewisser Jakob Augstein die Mühe, sehr nett und einladend auf mich einzuwirken. Wiki sei Dank weiß ich jetzt, dass dieser JA (so zeichnete er seinen Kommentar) nicht irgendein freundlicher Journalist ist, sondern der Eigentümer der Zeitung (und des Verlages „Rogner & Bernhard“). Gut. Natürlich kann sich hinter dem Profil noch immer einer unterbezahlter Student der Germanistik verstecken, der angehalten wurde, Vielschreiber mit sehr netten und einladenden Worten zu ködern. Ich habe natürlich angebissen. Wer hätte das nicht? Nun bin ich in der seltsam schizophrenen Situation, zwei Blogs über die Frankfurter Buchmesse zu füllen. Während ich also dort Content fülle, schreibe ich hier, dass ich dort Content gefüllt habe und wie es mir dabei ergangen ist. Vielleicht sollte ich in einem dritten Blog über die Schizophrenie eines Bloggers schreiben. Huh. Eigentlich müsste ich schon seit einer Stunde meine Haare waschen, aber ich kann mich nicht von der Tastatur lösen. Und Hunger hab ich auch. Und das Teewasser wird gerade kalt. Blöd. Häng einem (schreibenden) Esel eine augsteinsche Karotte vor die Nase und schon wird auf Teufel komm raus gebloggt.

Was sagt uns das? Zeitungsverleger sollten Studenten der Germanistik einstellen. Die kosten nicht viel. Falls die zu teuer sind, na, dann nimmt man eben einen Schriftsteller. Den Beruf gibt es übrigens schon gar nicht mehr. Sagt der besagte Artikel im „Freitag“.

So! Jetzt ist ne Kopfwäsche fällig.

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2 Antworten zu “#fbm09, ein JA und der Freitag

  1. Jakob Augstein Montag, 19 Oktober, 2009 um 21:37

    Lieber RKB,
    wo JA draufsteht, ist auch JA drin.
    Ehrenwort 🙂
    JA

    • Richard K. Breuer Dienstag, 20 Oktober, 2009 um 2:26

      Schlapperlot. Ich zieh den Hut. So viel JA hätte ich nicht erwartet. Fühle mich gestreichelt und geschmeichelt. Vielleicht sollte ich mir ein Abo vom „Freitag“ nehmen. Tät mich schon interessieren. Stehen ja gute Sachen drin. Aber wie bezahlen? Am besten wäre natürlich ein Tausch. (meine) Bücher gegen „Freitag“. Dafür würde ich auch immer wieder aus dem „Freitag“ zitieren. Ist kein Guerilla Marketing, sondern einfach nur ne gewöhnliche Schwafelei von Interessantem.

      Eines gefällt mir ja besonders am „Freitag“, nämlich, dass sich die Leutchen alle nicht so tierisch ernst nehmen. Wahrlich, die liegen alle auf meiner Wellenlänge.

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