frisch gespielt, Gustav & das grundbücherliche Fest XXL

fg03_2009_Bilderauswahl
Impressionen frisch gespielt 03 2009

Layout. Spielemagazin. frisch gespielt 03 2009. Gerade die (vor)letzten Austauschseiten an die Druckerei geschickt. In wenigen Tagen wird das neue Meisterwerk der konservativ hippen  Magazingestaltung zu bewundern und natürlich zu beziehen sein. Nicht bei mir. Zum Spielefest im Austria Center wird es sicherlich noch genügend Exemplare geben. First come, first serve. Wie sich das in der freien Marktwirtschaft nun mal gehört. Die letzten Tage also wieder einmal gelayoutet was das Zeug hält. Kästchen von links nach rechts, oben nach unten und zurück geschoben. Millimeterarbeit. Gerade eben. Ein dünner Strich war es, der mir über eine halbe Stunde Zeit kostete, weil er nicht weg wollte. Überlagerung. Hässlich. Unstimmig.

Eine Kolumne geschrieben. Zu viel. Trotzdem auf eine Seite gequetscht. Gehört zum „Literaturteil“. Da darf man ruhig mehr Text als Bilder haben. Das Editorial mit TB. verfasst. Über die stillste Zeit des Jahres. Und den Konflikten, die spielerisch überwunden werden sollen. Dieses Special ist mir gelungen (Hand auf Schulter und klopfen), weil es hübsches Artwork gab, das ich einsetzen konnte (Conan, Herr der Ringe, Smallworld). Da macht das Layouten Spaß. Kann man aus dem Vollen schöpfen. Aber wehe, du hast nur mäßiges Bildmaterial, dann helfen dir die besten designtechnischen Ideen nichts. Wen wundert es also, dass allerorts die Firmen in Grafiker, Designer und Fotografen investieren. Das zugehörige Produkt, das von diesen kreativen Köpfen ins rechte mediale Lichte gerückt wird, verkommt schon zur Nebensache. Im Vordergrund steht nun einmal das Anpreisen. Wie es sich in der freien Marktwirtschaft gehört. Ja, ich weiß, das hatten wir schon mal.

Vor Mitternacht zu Hause. Das Eröffnungsfest der Lesefestwoche im Prater besucht. Pebo und WG. von der Buchhandlung am Quellenplatz waren mit von der Partie. An unserem Tisch eine Studentin, die so ganz alleine in die Gegend schaute. In Wien (oder generell?) ist es ja üblich, fremde Leutchen vollkommen zu ignorieren. Ein seltsamer Brauch. Mich stört es. Weil ich oft genug alleine an einem Tisch mit fremden Menschleins sitze und so tun muss, als würde ich mich bestens unterhalten (mit wem?). Auf sich aufmerksam zu machen wird als aufdringlich gewertet (was es vielleicht sogar ist). Auf die Idee, den anderen ins Gespräch mit einzubeziehen, nun, darauf kommen die wenigsten. Jedenfalls haben wir uns mit der Studentin bekannt gemacht. Ihr Name ist mir entfallen. Visitenkarte hatte sie keine dabei. Natürlich gab ich ihr einen Folder, den sie interessiert durchsah. Kommt auch nicht oft vor. Gut.

Zu essen und trinken gab es reichlich. Buffet in Ordnung. Holte mir Schnitzerl mit Kartoffelsalat. WG. gab mir noch einen Schöpfer Reis dazu. Gar nicht schlecht, diese Mischung. Nach dem der leere Dichtermagen gefüllt war, sogar ein Krügerl Platz hatte, kam ich noch mit Autor und Journalist Alexander Peer ins Gespräch, der am Sonntag übrigens auf der BUCH Wien aus seinem Buch lesen wird. Zu guter Letzt noch die Märchenerzählerin (sie ist wirklich eine, im wahrsten Sinne des Wortes; Märchen werden uns ja tagtäglich von den Medien und Politiker serviert) Birgit Lehner. Pebo hatte sie mal für seine OKTO-TV-Sendung interviewt. Hübsche Visitenkarte, die sie mir gab.

Für die gesangliche Darbietung wurde zu später Stunde eine Band namens Gustav auf die Bühne geholt. Da ich ein Musikbanause bin, kann ich nicht sagen, welche Art der Musik sie spielen. Mir hat’s gefallen. Die Bandleaderin kann mit einem beeindruckenden Stimmchen aufwarten. Die elektronischen Arrangements erinnern mich an Beth Orton, aber das ist schon alles, was ich an Wissen vorweisen kann. Auch schon viele Jahre alt. Die junge Sängerin ist nicht auf den Mund gefallen. Weil sich gegen 23 Uhr der Saal lichtete (Montag!), meinte sie trocken, dass „wir nun die kritische Masse erreicht haben“ und fügt sehr keck hinzu, dass „wir den Ruass rausg’spielt haben“. Schlapperlot. Gefällt mir. So eine freche Ansage. Ist ja nicht üblich. Weil sich’s keiner verscherzen möchte. In der freien Marktwirtschaft ist man schneller weg vom Fenster (und dem Salär), als man „Amen!“ sagen kann. Ja, ja. Hätte ich nicht noch so viel zu tun, wäre ich nicht so übernachtig, ich wäre vielleicht länger geblieben und hätte versucht, die „Frau Gustav“ kennenzulernen.

Übrigens, ich wurde höflich, aber bestimmt aus einem Club geworfen. Tja. So schnell kann’s gehen. Zuerst noch der aufstrebende Krimi-Autor zur Kriminacht, der von anderen Kollegen eingeladen wird, einem Kreis Gleichgesinnter beizutreten. Habe ich getan. Freundliche Worte. Ich wurde Willkommen geheißen. Eine Woche später war es dann vorbei damit. Man erkannte den Selbstverleger in mir. Gehört sich nicht. Tut man nicht. Was könnten die Leutchen von den seriösen Autoren denken, die sich mit Selbstverlegern abgeben? Eben! Aber ich bin niemandem Gram darüber. Jeder tut, was er am besten kann.

Übrigens, vermutlich morgen, nein, heute, werde ich Schwarzkopf – 2.Auflage Black Edition – endlich auf Spur bringen. Mal schauen, wie lange es dauern wird, bis ich die schmucken Bücher bekommen werde. Huh. Aufregend. Irgendwie. Und Brouillé? Stimmt. Gibt’s auch noch. Heute Nachmittag mit EJ. Korrektorat. Vielleicht noch dieses Jahr. Eher Anfang des nächsten Jahres. Und dann? Dann bereite ich mich auf die Leipziger Buchmesse vor. Werde mir – aller Voraussicht nach – mit MS. einen Stand teilen. Falls es da draußen noch einen Klein(st)verleger gibt, der sein Buch auch ausstellen möchte, ist herzlich eingeladen. Ist zwar nicht gratis, aber günstig wie nur. Ja, ja. Nach der Buchmesse gilt es sich klar zu werden. Strich drunter, würde man es wohl bezeichnen. Goodbye to all that, hieß es im Original von Robert Graves. Die Thematik eine ganz andere. Trotzdem ein guter Titel. Und wenn wir eines wissen, dann ist es, dass sich ein Buch vorwiegend wegen Umschlag und Titel verkauft. Wir leben ja in einer freien Marktwirtschaft …

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