richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schwarzkopf, ein Kriminalromansekundärliteraturexperte und das Spielefest 09: Tag 2

Spielefest – Tag 2 – Samstag, 21. November 2009

Am Morgen, nach dem obligaten Frühstück am Stand von „frisch gespielt“ und dem Aufbau der Bücher (wichtig: Stapel, stapeln, stapeln – nur, wer klotzt, bekommt Aufmerksamkeit! Das Dezente, das Subtile geht völlig unter!), kam eine Dame vorbei, blieb stehen, dreht sich um, deutet auf meine Bücher und sagte zu ihrer Begleitung „Schau, Richard, ein Krimi!“ Wie sich später herausstellte, war dieser „Richard“ niemand geringerer als Richard Donnenberg, ein Kriminalromansekundärliteraturexperte, der „Österreichs vermutlich größte private Sammlung von Sekundärliteratur über das Fach Kriminalroman eklektisch zusammengetragen hat“. Donnenberg von einer charmanten Zurückhaltung, der die Lobeshymnen seiner Begleitung („DER EXPERTE in Sachen Krimi!“) mit einem freundlichen Lächeln abwehrte, besah sich „Schwarzkopf“ und nickte zufrieden. Ich erzählte frank und frei, dass ich die Bücher selber veröffentliche, dabei aber auf maximale Qualität achte. Donnenberg gab mir dahingehend Recht, dass man diesem Buch den „Makel“ des selbstverlegten Buches in keinem Falle anmerkte. Das freute mich sehr. Gerne hätte ich es schriftlich. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja noch. Über den Inhalt, wir wissen es nur zu gut, lässt sich nicht streiten. Geschmäcker sind verschieden. Was dem Hans gefällt, muss dem Hänschen nicht gefallen. Und umgekehrt. Freilich, ein gewisses Maß an silistischer Handwerkskunst sollte schon vorhanden sein. Aber gestehen wir’s uns ein: wenn es sich gut verkauft, würde man auch das Getippsel des intelligentesten Affen („Cheeta“) verlegen und ihm Qualität attestieren. Jedenfalls freute ich mich noch mehr, als er mein Buch und die Ausgabe 2 von „frisch gespielt“ erstand („Das muss ich haben!“ – waren es seine Worte? Schwer zu sagen, in meinen Ohren klang es jedenfalls so), in der ein Special über Krimi-Spiele zu finden ist (der Autor schreibt Theaterkritiken für die FAZ, bitteschön!). Freundliche Verabschiedung. Ja, solch wunderbaren Begegnungen kann es geben. Vorausgesetzt, man nimmt all die Mühsal in Kauf (man will nicht glauben, was man da alles besorgen und herumschleppen muss – z.B. eine riesige Metall-Kiste, um die wertvollen Dinge über Nacht einsperren zu können), die solch ein „Event“ bereit hält.

Die Ironie dieser Begegnung soll nicht verschwiegen werden, hat doch der Kriminalromansekundärliteraturexperte (er hat einen Hang für lange Wörter) seine Hand bei der österreichischen Krimiautoren-Vereinigung, die mich zuerst freundlich aufnahm („Willkommen!“) und mich Tage später freundlich zur Ausgangstür begleitete („Selbstverleger …“). Ei, was hat mich dieses Lob von Donnenberg gefreut (und dass er das Buch erwarb). Gut möglich, dass ich nie wieder von ihm höre, aber dieses Gespräch mit ihm hat mich wahrlich beseelt. Schön!

Der Samstag ging flott über die Bühne. Viele Menschen. Viele Interessenten. Viele Gespräche. Die Schwarzkopf Black Edition fiel auf, nicht durch, könnte das Credo heißen. Die Plakate machten sich gut. Der hübsch angerichtete Präsentier-Tisch dito. Rotkäppchen 2069 wurde immer wieder begutachtet. Vielleicht hat BW. vom BZ. Recht, wenn sie meinte, das Buch verkaufe sich alleine durch das Cover. Das dazugehörige Plakat lockte eher die Jüngeren an („Mama, schau … Rotkäppchen …“). Vielleicht, weil es nicht auf Augenhöhe montiert war.

Mit Günter Rubik, Geschäftsführer von Audiamo, dem Hörbücher- und Hörspiel Shop in der Kaiserstraße, nett geplaudert. Muss noch eine E-Mail an ihn richten. Er möchte mir den Kontakt zu einem kleinen Hörbuch-Verlag geben, der auch Hörbücher/Hörspiele in seinem Studio produziert. Tät mich ja sehr interessieren, was denn so ein Hörbuch kosten täte. Für all die Leseunwilligen da draußen. Oder für die deutschen Leser, die gerne mal den Wiener Dialekt hören wollen, so, wie er richtig gesprochen wird. Habedehre … Meiner Seel, das wär was.

Buchhändler WG. (BAQ) besuchte mich mit seiner aufgeweckten Tochter („Ich bin schlauer als du denkst!“) und begutachtete die Bücher.  Er dachte, dass das Hintergrund-Schwarz dünkler sei. Aha. Zugegeben, es ist kein tiefes Schwarz. Aber auch kein helles. Sag ich mal. Natürlich gab ich seiner Tochter einen kleinen Button, den sie  werbewirksam sogleich ansteckte.

Nach der Spielemesse in die City, weil TC. unbedingt ein Geschenk für eine Freundin brauchte („bis 19h30!“) und dabei an den neuen Schwarzkopf dachte. Also in die U-Bahn. Stephansplatz. Übergabe. Geplaudert. Verabschiedet. Service am Kunden, sozusagen. Wo gibt es das sonst, dass der Autor persönlich sein Buch abliefert. Hm. Vielleicht wäre das eine Marktlücke. So, wie man Pizza bestellen kann, kann man auch Bücher bestellen. („PizzaBooks, Grüß Gott. Sie wünschen?“  –  „Ja, ich hätte gerne einmal den neuen Mankell, einmal Jelinek und dann noch diesen Breuer. Wie lange wird es dauern?“ –  „Zwanzig Minuten!“) Oder der Autor, die Autorin liefert ihr Buch gleich selbst ab. Ich bin sicher, es gäbe genügend AutorInnen, die das gerne machen würden. Und wie wär’s mitl literarischer Prostitution? Hm. Darüber müsste ich jetzt nachdenken.

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