richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schwarzkopf oder expect the unexpected

Speck

Gestern ein paar hübsche Fotos in dem Heuhaufen von fotolia gefunden und gekauft. Werde damit eine Reihe von „expect the unexpected-Hollywood-TEASER-Plakate designen. Macht Spaß. Freude. Und sollte die Aufmerksamkeit auf das Produkt lenken. Die eindringlichsten Sujets werden ausgedruckt und in den Buchhandlungen werbewirksam platziert. Ein Bild, wir wissen es, sagt bekanntlich mehr als zehn Trillionen Worte, und dringt sogleich ins Unbewusste. Deshalb gibt’s so viele gesunde und strahlenden und attraktive Menschen auf Plakaten und Postern. Kommt nicht von ungefähr. Oder was hat eine aufreizende Blondine mit einem Hamburger zu tun? Gerade läuft eine Kampagne für BurgerPrince. Junge Mädels in Western-Klamotten. Kein Wunder also, wenn man(n) sich hin und wieder dabei ertappt, einen Burger zu ordern, ohne eigentlich genau zu wissen warum.

Mit Bilder kannst du Mäuse fangen. Anders gesagt: Mit Speck erzeugst du Aufmerksamkeit. Das Rezept ist so alt wie die Malerei. Und wenn es schon im kirchlichen Umfeld funktioniert hat (die Leiden Jesu waren sehr gefragt), sollte es auch in jedem anderen funktionieren. Gerade eben hat MZ., eine wundervolle Fotografin, auf facebook den Kommentar abgegeben, dass das Bild „unglaublich cool!“ sei. Wir sehen: der Speck ist gut abgehangen.

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8 Antworten zu “Schwarzkopf oder expect the unexpected

  1. die Radiomarijke Mittwoch, 16 Dezember, 2009 um 14:05

    bin ich die einzige die dieses Bild unglaublich hässlich findet? 🙂 nichts für ungut Richard, aber ich finde das sieht aus wie „Vom Winde verweht“ meets „Final Fantasy“ in Bollywood *grusel* wie das Cover eines billigen Groschenromans… aber wer weiß vielleicht seid ihr Österreicher da kitschiger veranlagt…vielleicht liegt’s auch daran dass ich ein junges Mädel bin und keine Burger bestelle nur weil in der Werbung Mädels in Westernoutfits rumlaufen sondern des Hungers wegen 🙂
    Bitte KEINE Buttons von diesem Motiv 🙂

  2. Richard K. Breuer Mittwoch, 16 Dezember, 2009 um 14:16

    Meine liebste Marijke,

    das Bild ist bitteschön nicht hässlich, es ist über die Maßen kitschig. Das soll so sein und ist beabsichtigt. Weil es ja um Hollywood geht. Deshalb ist die Assoziation „Vom Winde verweht“ meets „Final Fantasy“ in Bollywood goldrichtig. Der kleine, aber feine ironisch subtile Unterton ist ja angeführt „Hollywood kommt nach Wien … rette sich wer kann“ – das hast du natürlich geflissentlich übersehen, weil du es schon hundert Mal gehört und gelesen hast. Man könnte sagen, es ist eine Überspitzung.

    Übrigens, woran liegt es, dass du mir die hübschesten Lobeshymnen nur per E-Mail und sehr persönlich flüsterst, während etwaige kleinere oder größere Fehltritte gnadenlos in aller Web-Öffentlichkeit breitgetreten werden? Das kann einem schon zu denken geben, oderrr? 😉

  3. die Radiomarijke Mittwoch, 16 Dezember, 2009 um 14:27

    Dr. Eckelhofer würde sagen, dass das dein Selbstbewusstsein stärkt 🙂

    ich habe es nicht überlesen (kann es gar nicht oft genug lesen), sondern gebe nur zu bedenken, dass niemand der Schwarzkopf noch nicht kennt (und für eben diese Leutchen sind die Plakate ja bitteschön gedacht, oderrrr?), dieses Bild so interpretieren würde, wie du es tust und wie wir alle, die Schwarzkopf kennen, es tun. Klar ist es perfekt für all den Hollywoodkitsch der uns tagtäglich zu überschwemen droht, aber ich finde nunmal dass es in keinster Weise Schwarkopf gerecht wird.

    Versetze dich in Menschen, die das Plakat zum ersten Mal sehen und das tolle Buch nicht kennen, die denken dass das tatsächlich son billiges Kramuri (nicht aus China wie Sittichs Sarg) ist. Jeder der Fantasy, vom Winde verweht oder Bollywood hasst (und glaub mir davon gibt es viele) wird einen großen Bogen um dieses Plakat und somit um deine Bücher machen, obwohl es ja gerade DIESE Leutchen sind, die Schwarzi und co. wahrscheinlich abgöttisch lieben würden. Ich will dich nur warnen dass du dir mit der Kampagne nicht ins Knie schießt. Und DAS ist ja wohl tausend Mal toller als ne Lobeyhymne?! 🙂 Mit Bildern kann man Mäuse halt leider auch vertreiben..

  4. Manu Donnerstag, 17 Dezember, 2009 um 15:48

    i’m also not sure… ich versteh schon dein konzept dahinter… aber mich schreckt das ehrlichgesagt immer ab, wenn irgendwo ein nicht wirklich passendes stock-photo draufgeklatscht wird (und ja, die erkennt man an den gesund-strahlend-attraktiven menschen kilometer gegen den wind). gerade, wenn es sich dabei um wenig bekleidete damen handelt, mach ich da normalerweise einen riesigen bogen darum. dann lieber eine hübsche grafik.

    • Richard K. Breuer Freitag, 18 Dezember, 2009 um 1:50

      Hola, Manu, also ich kann diesen „gesund-strahlend-attraktiven“ Pseudo-Menschen auch nichts abgewinnen, zu meist in einer sterilen Umgebung abgelichtet; aber du kannst mir glauben, dass ich etwa 233905871 Fotos durchgesehen habe. Und jene, die ich ausgesucht habe, konnten mich (persönlich) überzeugen, sei es von der Art, sei es von der Ästhetik, sei es vom gewissen Etwas. Das mag natürlich rein subjektiv sein und jeder hat eine gewisse Vorstellung von grafischen Aufmachern und was Passend und was Unpassend ist.

      Im Moment bin ich jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis; gut möglich, dass ich mich vielleicht in absehbarer Zeit in Grund und Boden geniere, dass ich diese Bilder publiziert habe. Aber man muss seinen Weg gehen. Auch wenn er steinig und unangenehm ist. Immerhin, er wird einem schon an (sein) Ziel führen. So oder so. Nur stehenbleiben darf man nicht.

  5. Eponine Freitag, 18 Dezember, 2009 um 2:13

    Als Nicht Schwarzkopf Kennerin, kann ich nur folgendes sagen:
    Vom Winde verweht: JA, Hollywood: JA, Bollywood: Kenn ich zu schlecht.
    Und wenn dieser Typ auf dem Bild auch nur annähernd was mit Schwarzkopf zu tun hat, les ichs. 😉
    Fazit: Klischee hat zugeschlagen. Augen finden’s interessant, Hirn sagt: Sollt ma lesen.
    Ob das Bild nach dem lesen immernoch zum Buch passt finde ich nicht so wichtig, denn dann hat man’s ja eh schon gelesen. Und wenn das Buch dann gefällt hat Mensch das Ziel erreicht.

    [/Senf]

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