richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Unerwartete Erwartungen 2009

Reichenau an der Rax, dezember 2009

Vor zwei Jahren, am letzten Sonntag des Jahres 2007, in Reichenau an der Rax gewesen. Mehr zufällig, nein, eher spontan. Auf Schnitzlers Spuren, sozusagen. Schnee ist gelegen. Sonne hat gescheint. Es war ein sympathischer Sonntag Nachmittag. Wie man sich einen gerne vorstellt. Dort jedenfalls begann ich mit der Danksagung für „Tiret“. Die Örtlichkeit fand auch später Erwähnung. In der nämlichen Danksagung. Zwei Jahre später machte ich mich also wieder auf, nach Reichenau, obwohl mich die Lust so gar nicht überfiel. Irgendwie drängte ich mich zu diesem Entschluss. Weil ich an der Danksagung zu „Brouillé“ schreiben wollte. Aber gibt’s denn da überhaupt vielen zu danken? Summa summarum, ich muss es mir vorwerfen, ist dieser erzwungene Tagesausflug keine besondere Erwähnung wert. Freilich, ins Tagebuch geschrieben. Gelesen. In die Abhandlung Stefan Zweigs über den Dämon in Nietzsche. Weshalb ich mir seine Literatür näher besehen will. Wenn es stimmt, was Zweig über Nietzsche schreibt, dann verhallten seine literarisch-philosophischen Jahre ungehört. Ein wenig seltsam mutet es schon an, wenn Zweig schreibt, wie sich Nietzsche nach Anerkennung, nach Rückmeldungen gesehnt und nichts dergleichen bekommen hat. Heute, wir müssen uns nur in den virtuellen Welten umsehen, leben so viele in dieser stummen, antwortlosen Seifenblase. Da wird fabriziert auf Teufel komm raus. Der eine malt, der andere singt, der eine schreibt, der andere dichtet, der eine formt, der andere schneidert, der eine filmt, der andere zeichnet, der eine verkauft, der andere stellt sich dar. Alle rufen in diese virtuelle Einöde und erhoffen sich eine Antwort. Und wenn es eine gegeben hat, dann noch eine und so fort. Immer wieder aufs Neue wird gerufen, immer wieder aufs Neue wird gewartet, gehofft, gefiebert.

Jedenfalls, schweifen wir nicht vom Thema ab, war ich in Reichenau. Arschkaltes Wetter. Eisiger Wind. Ich dachte mir, dass man es im Sommer (ja, früher war es ein angesehener Sommerfrische-Ort für die gutsituierten Wiener Bürger und Edelleute), wenn in Wien die Hitze so unangenehmst erdrückend ist, sicherlich gut aushalten würde können. Reichnau ist umgeben von Bergen und liegt an einem schmalen Fluss, der alpines Wasser mit sich führt. Warum also musste ich ausgerechnet im Winter die Reise antreten?

Rückblick 2009. Rückblick? Nein, dafür will meine Motivation nicht reichen. Vielleicht ein paar Schlagworte, die das eine oder andere besondere Momentum beleuchten. Ich blättere in meinem Tischkalender.

Im Jänner das Drehbuch zu „Schwarzkopf“ in Angriff genommen und beendet. Dann bis in den Februar Änderungen und Korrekturen. Schlussendlich die Entscheidung, daraus ein Buch zu machen. Extended Version, sozusagen. Directors Cut! Version 1.0 war am 7. Februar fertig. Am 9.2. erstes Pitching mit PH. Am 17. Februar Kheira Linder den Auftrag gegeben, für die drei Folgebände zu Tiret die Illustrationen für die Umschläge zu machen. Am 20.Februar v1.1. – Übergabe an EJ. und DG. für ein erstes Feedback. Am 23. Februar geht’s mit „Brouillé“ weiter (seltsam?! war ich wirklich so fleißig?). Am nächsten Tag gibt es eine erste Rückmeldung von DG. („ich bin begeistert“). Am 5. März Version 2.0 fertig (wobei nicht ersichtlich ist, wie viel am Script, wieviel am Buch verändert wurde). Am 14.März der Kultur-Schock-Abend im Tunnel. Ich „lese“ aus „Tiret“ (besser: ich spiele die CD ab, auf der Miriam Sp. liest). Obwohl das ganze keine 10 Minuten dauert, ist es ein völliger Reinfall. Der Schock sitzt tief. Im Nachhinein weiß man natürlich, woran es gelegen hat. Ja, da ist man immer schlauer. Mitte März bereits Übertrag von openoffice ins InDesign. 25. März das fertige Layout an EJ. übergeben. Dann lange keine Einträge. Was habe ich da nur gemacht? Am 23. April die „Druckfahne“ an EJ. gegeben. Eine Preview erstellt.  Wieder keine Einträge. Am 2. Juni dürften die Illustrationen von Kheira angekommen sein. Am 5. Juni „Schwarzkopf“ an die Druckerei geschickt. Am 15. Juni die Bücher abgeholt. Am 16. Juni die Buchpräsentation in der Cocktail-Lounge Chill out mit Petra Kaindel, die eine Vernissage abhält. Am 18. Juni die Aktion „Freisitzen“ (an und für sich recht unspektakulär – aber hätte ich da nicht einen der Schwarzkopf-Flyer-Postkarten im K7 deponiert, dabei mit CP. geplaudert, dass ich Schriftsteller sei, die Krimi-Nacht im Oktober wäre ohne mich über die Bühne gegangen). Am 20. Juni bei den Bezirksfestwochen beinahe meine Bücher vorstellen dürfen, aber der Dauerregen ließ es nicht zu. Am 22. Juni das erste Treffen mit MK. und TB., der für sein Spielemagazin einen Layouter sucht. Wir werden handelsein. Erster Autorenstammtisch im TIEMPO am 25. Juni. Anfang Juli Beginn mit dem Layout zur Ausgabe 1/2009 von „frisch gespielt“. Am 10. Juli meine bis dato erschienenen Bücher in die städtische Hauptbücherei gebracht, um prüfen zu lassen, ob diese einen Ankauf in Erwägung ziehen. Bis jetzt keine Antwort erhalten – trotz Urgierung.  Am 14. Juli im Café der Provinz der Französischen Revolution gedacht. Entschluss, Pebos Olympus zu kaufen. Am 22. Juli treffe ich AS., die mich nach Frankfurt einlädt, falls ich Zeit und Lust habe (zur Frankfurter Buchmesse nehme ich ihr Angebot gerne an). Die nächsten Tage intensivste Arbeit am Layout des Spielemagazins. Am Dienstag, 28.Juli wird das Layout an die Druckerei geschickt. Erstes Augustwochenende in Prag. Am 10. August die Finissage im Chill out. TB. stellt sein Spielemagazin vor. Ruhiger Abend. Dann endlich die „Auszeit“ am Ratzersdorfer See. Mit Laptop und Büchern. Arbeite an „Brouillé“. Bis Anfang September. Mit Unterbrechnungen. Am 9.9. in Köln. Kaffee getrunken, Berliner gegessen. Herrlicher Spätsommertag. Danach Layout an fg 02/2009. Am 16.9. an die Druckerei. Am 18.9. mit TB. am Josefstädter Straßenfest. Ohne Plakate/Poster ist unsere Aufmerksamkeit gering. Danach Arbeit an „Brouillé“. Später am Folder. Am 2. 10. Lesung und Podiumsdiskussion. Man darf zufrieden sein. Am 5.10. Krimi-Abend im TIEMPO. Man darf zufrieden sein. Vom 13.10 bis 17.10. in Frankfurt und auf der Buchmesse. Am 19.10. die Wiener Kriminacht. Lesung im K7. Davor und danach treffen sich die Krimiautoren. Die letzten Exemplare von „Schwarzkopf“ werden verkauft. Erste Überlegung eines Nachdrucks. Am 24.10. ruft mich EH. an und gratuliert mir zur Buchbesprechung im FALTER. Ich bin äußerst erfreut. Am 28.10. Redaktionssitzung der Grätzelzeitung. Ich bin mit einem Beitrag über die Kriminacht dabei. Am 31.10. Werwolf-Abend bei Elli. Angenehm. Spannend. Am 9.11. Abgabe des Layouts an die Druckerei für fg 03/2009. Am 11.11. Daten für die 2. Auflage zu Schwarzkopf „Black Edition“ an die Druckerei. Am 12.11. Plakate und Banner für fg und meine Bücher in Auftrag gegeben.  Am 13.11. (Freitag!) Muster von der Druckerei erhalten. Kleinere Änderungen gemacht. Druckfreigabe erteilt. Am 19.11. mit TB. Aufbau des Standes am Spielefest im Austria Center. Am 20.11. Lieferung der Bücher. Zum Spielefest. Präsentation mit Plakaten und den neuen Schwarzkopf-Büchern.  Am 22.11. Abends ist das Spielefest Geschichte. Abbau. Gutes Gefühl. Auslagengestaltung am 23.11. in der Spielerei, am 24.11. in der BAQ. Anfang Dezember grippale Verkühlung. Anmeldung für den Wettbewerb „Die schönsten Bücher Österreichs“. Gestaltung eines TEASERS. Im Dezember laufend „Bewerbungen“ in Bezug auf Schwarzkopf Black Edition. Belieferung der Buchhandlungen. Am 28.12. mit CP. vereinbart, das Layout für sein neues Buch zu machen. Am 30.12.Druck eines A2- und eines A1-Plakates („nude“). Sehr hübsch.

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2 Antworten zu “Unerwartete Erwartungen 2009

  1. Wortman Donnerstag, 31 Dezember, 2009 um 18:24

    Wünsche dir einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 🙂

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