richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Mein liebes UPSamazon

gerne hätte ich euch eine E-Mail geschrieben. Nachgefragt. Vielleicht hättet ihr mir da einiges erklären können. Zum Beispiel, wie man meinen könnte, ich wäre in Urlaub und könnte die Sendung nicht annehmen. Als Einzelunternehmer vulgo Neuer Selbstständiger ist man 24/7 im Dienst. Und auf Lesereise bin ich auch nicht. Zuvor hieß es, die Adressdaten wären nicht korrekt. Ich hätte sie ja gerne eingesehen, aber das geht nicht. Dafür bräuchte ich diese Benachrichtigung, auf der eine Nummer steht, mit der ich etwaige Adress-Details online ändern könnte. Diese Benachrichtigung wird hinterlassen, wenn der Empfänger nicht anwesend ist. Aber was, wenn die Adresse scheinbar fehlerhaft ist? Dann müssen die Leutchen wohl beim Versender nachfragen. Aber warum sollte dieser Adressdaten unterdrücken?

Zugegeben, ich habe zum ersten Mal Bekanntschaft mit SPU gemacht. Und deren virtuelle Sendungsverfolgung. An und für sich eine gute Sache. Immer zu wissen, wo das Paket gerade ist. Und wann man es bekommt. So lange alles glatt läuft, darf man die moderne Welt preisen. Doch läuft etwas aus dem Ruder, gibt es eine Abweichung vom vorgeschriebenen Weg, dann bedeutet es Ärger. Viel Ärger.

Es gab mal eine Zeit, da wurde jedes Paket mit der gelben Post befördert. Das konnte lange dauern. Man wusste nur ungefähr, wann es kommt. Im Normalfall wurde das Paket zugestellt. Zumeist Vormittags. Und falls es einem zu lange dauerte, gab es immer die Möglichkeit, seinen Unmut persönlich loszuwerden. Man stapfte zum nächsten Postamt und urgierte die Lieferung. Die Damen und Herren hinter dem Schalter waren redlich bemüht, die Sache aufzuklären („Da suacht aner a Packel …“).  Im schlimmsten aller Fälle gab es nur ein Schulterzucken. „Kommen’S vielleicht morgen wieder!“, war der gut gemeinte Ratschlag. Das bedeutete Ärger. Viel Ärger.

„A CORRECT COMPANY OR RECEIVER NAME IS NEEDED FOR DELIVERY.“ heißt es da im QuäntchenBlick-E-Mail lapidar (im Auftrag des Versenders!). Ist „Breuer“ kein korrekter Empfänger-Name? Oder ist vielleicht der Zustellort (Friedrich-Engelsplatz) zu marxistisch? Gut möglich, dass US-Firmen die Adresse für einen schlechten Scherz halten (und dabei vergessen, dass sie im „roten“ Wien ihren Profit machen).

Was nun? Diese E-Mail-Benachrichtigung ist natürlich eine automatische generierte. Darauf antworten („Hey, ich bin hier!“) ist demzufolge nicht möglich.  Dafür wird mir gesagt (ebenfalls sehr lapidar), dass sich die Lieferung um zwei Tage verzögert. Aha. Was machen die Leutchen morgen mit meinem Paket? Ist das jetzt eine Trotz(ki)reaktion? Beinahe bin ich ja versucht zu sagen, dass so etwas nicht zufällig geschehen ist. Aber bevor ich mir da eine Verleumdungsklage einhandle, sage ich es natürlich nicht. Ich denke mir meinen Teil. Kann man dafür belangt werden? [„Der Angeklagte hat in boshaftester Weise das Unternehmen gedanklich diskreditiert und wird zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf Grund der Schwere seines Vergehens, erhält er auch keine Pakete!“]

Im Übrigen, wer zum ersten Mal diese virtuelle Sendungsverfolgung im Web verfolgt, wird ins Grübeln kommen. Die Erklärungen helfen da nur bedingt. Freilich, im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber ich würde SPU raten, ihre WebSite ein wenig zu entschlacken. Weniger ist ja bekanntlich mehr. Oder eine „SPU für Dummys“-Seite. Wie soll jemand, der sich kaum im Internet bewegt, mit so einer überfrachteten (Wortwitz!) Seite zurecht kommen?

UPDATE: Gestern, 21.Jänner, gegen 18:30 wurde das Paket zugestellt. Nach dem ich zum zweiten Mal telefonisch urgierte („Ja, wir haben ein Problem in Wien“). Das Abenteuer „UPS“ hat mich wachgeschüttelt.

Und weil wir gerade beim sudern und raunzen sind. Amazon bietet nun auch print-on-demand-Bücher an. Mehr durch Zufall über die WebSite gestolpert (ach ja, wer jemals in amazon seine Bücher einstellen möchte, der kann sich auf einiges gefasst machen; ich frage mich ja, ob die Leutchen es absichtlich so unübersichtlich und kompliziert wie möglich machen müssen; will man sein Buch zum Beispiel für „search inside“ anmelden, geht das über die britische amazon.Seite. Hätte ich mir nicht den Link vorsichtshalber weggespeichert, ich hätte das Log-In nicht mehr gefunden; eine Bestätigung, nach Hochladen des PDFs gab es nicht; es würde „4 – 8 Wochen dauern“ heißt es. Jetzt sind es bald 8 Wochen. Noch immer nichts zu sehen (HOPPLA! Jetzt ist es online! Ich halt’s nicht aus … man muss ja nur säuerlich genervt sein, dann geht’s von ganz alleine 🙂. Trotzdem ist es eine Zumutung, dieses Gewirx. Da lobe ich mir Issuu. So müssen Webseiten aussehen. Reduziert und aufs Wesentliche beschränkt. Trotzdem spielt es alles Stückeln. Und stylish sieht es auch noch aus. Jeder Verlag könnte hier seine Leseproben einstellen (und müsste nicht das gesamte PDF hochladen – was damit amazon wohl macht?) und diese virtuellen Issuu-Bücher in jede Website einbinden. Das braucht keine 8 Wochen, das geht innerhalb von Minuten. Und sieht auch noch cool aus.)

Noch schnell die Sache mit „print on demand“ erzählt. Ich habe mir das Ganze durchgesehen und komme zum Schluss, dass es ziemlich teuer ist. Für Belletristik. Für Spezial-Sach-Fachbücher könnte es eine interessante Option sein. Jedenfalls schrieb ich den Herrschaften eine E-Mail und fragte, ob es möglich wäre, ein Muster zu bekommen. Schließlich will man ja (als Verleger) wissen, wie denn so ein fertiges Buch am Ende aussieht. Man will ja nicht die Katze im Sack kaufen, nicht? Nach einem Monat bekam ich eine Antwort, eine Standard-Antwort mit allen Infos, die es auch auf der Webseite gegeben hat. Was schließen wir daraus?

CP. fragte mich, wie so ein Buchcover auf amazon.de kommt. Das ist ganz einfach. Amazon greift auf die Daten im VLB zu. Ist dort ein Cover bei den MMO (Mulitmedia Objekte) eingestellt, dann greift amazon darauf zu. Sollte man meinen. Bei „Schwarzkopf“ Black Edition (2.Auflage) hat es nicht funktioniert. Und es gibt nichts Verkaufshemmenderes als bei einem Buch keine Cover-Abbildung zu haben. Also bei amazon urgiert. Lapidare Antwort (der Beginn des 21. Jahrhundert ist lapidar!): man würde auf die Daten zugreifen, die vom VLB zur Verfügung gestellt werden; Also beim VLB nachgefragt. Lapidare Antwort: man würde die Daten amazon täglich zur Verfügung stellen. Wir sehen: läuft eine Sache aus dem Ruder bedeutet es Ärger. Viel Ärger. Aber das hatten wir ja schon, nicht?

Genug gesudert. Ich muss endlich meine Newsletter-Ankündigungs-Anfrage-E-Mail fabrizieren. Auch kein Zuckerschlecken. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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4 Antworten zu “Mein liebes UPSamazon

  1. pebowski Montag, 18 Januar, 2010 um 21:50

    Oh, ja, die amazon Odyssee kenn ich auch: da waren einmal bei 2 Albatros Titeln, ISBN, Cover und Beschreibungen vertauscht. Und für jedes ist wer anderes zuständig. Ein Jahr lang hab ich versucht, das wieder hinzukriegen. Dann hab ich aufgegeben. Die Beschreibung ist jetzt bei beiden Büchern dieselbe. Und zuerst sind sie ewig nicht reingekommen, weil amazon und VLB sich gegenseitig den Schwarzen Peter zugeschoben haben. Mein Beileid, ich weiß wie das ist!

    • Richard K. Breuer Montag, 18 Januar, 2010 um 21:59

      Sagen wir, ich hatte noch Glück im Unglück. Durch das „search inside“ gibt’s nun ein Cover. Ansonsten hätte ich vermutlich in hundert Jahren keines beim Buch gehabt. Und ja, „Schwarzer Peter“ (politisch noch korrekt?) spielen, das können sie, die großen Unternehmen.

  2. die Radiomarijke Mittwoch, 20 Januar, 2010 um 11:18

    ich hoffe dein ‚Packerl‘ ist jetzt endlich da? bau die Story doch bei Schwarzkopf 2 mit ein. Schwarzi wartet schweißgebadet auf das Skript zu seinem neuen Film, (das er natürlich mal wieder nicht selbst geschrieben hat) 🙂 und SPU verschlampt es. Jetzt heißt es die Sponsoren irgendwie hinhalten und Zeit schinden 🙂

    • Richard K. Breuer Mittwoch, 20 Januar, 2010 um 11:29

      Keine schlechte Idee. Schwarzkopf muss sich auf die Suche nach dem verlorenen Paket machen und streift durch Wien. Dass er dabei „anstreift“, ist natürlich klar. Da könnte man vielleicht gleich mal die Multi-Unternehmen durch den Kakao ziehen. Natürlich mit deren Verquickung zur Politik. Hm. Ist notiert.

      Ach so, nein, Packerl hab ich immer noch nicht bekommen. Bekam eine Telefonnummer. Habe angerufen. Werde zurürckgerufen („innerhalb einer Stunde“). Tja.

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