richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Ladies and Gentlemen, Tiret goes ebook

Nach vielen Stunden ist der erste Schritt zum amazon.kindle.ebook für Die Liebesnacht des Dichters Tiret getan. Die gezippte Datei mit dem HTML-Text und dem Cover (jpg oder tiff; recommendation: „minimum 1200 pixel on the longest side“) hochgeladen, die Meta.Daten (Autor, Titel, Inhalt, Keywords, usw.) und den Preis (in USD) festgelegt. Nach dem Hochladen wird die Datei zügig konvertiert und in einer kindle.emulation angezeigt (so könnte es am Reader aussehen). Freilich, die Links funktionieren nicht, deshalb kann ich auch nicht sagen, ob das Inhaltsverzeichnis und die Verweise zu den historischen Anmerkungen korrekt implementiert wurden. Gehen wir mal davon aus. Im Übrigen habe ich die Datei mit keinem DRM-Kopierschutz versehen. Sollte ich also mit dem ebook „baden“ gehen, kann ich wenigstens behaupten, ein Opfer der Piraterie zu sein.

Verblüfft war ich, wie flott die Konvertierung von statten ging. Ob’s bei word.dokumenten und pdfs auch so schnell geht, kann ich nicht sagen. Die Umsetzung HTML in das kindle.format (azw) birgt so manche Stolpersteine, im Besonderen, wenn man versucht, eine gewisse Typo-Ästhetik hinüberzuretten. Absätze und Leerzeilen sind ein Thema für sich. Und dass am Beginn eines Absatzes eingerückt wird, ist eine lästige (angloamerikanische) Angewohnheit. Sonderzeichen (die polnischen Namen und Sätze waren durch die Bank kaputt) mussten per Hand ersetzt werden; Fußnoten wurden in den Anhang verfrachtet; am Ende eines Kapitels gibt’s einen Link zu den historischen Anmerkungen; irgendwann, wenn ich guter Dinge bin, könnte ich natürlich auch die exakten Verweise verlinken, aber im Moment lasse ich das lieber und schau mir an, was jetzt rauskommt. In 48 bis 72 Stunden sollte „Tiret“ online gehen. Das hört sich ja einigermaßen okay an. Hier geht’s zum kindle.store.

Spannender ist die Frage, wie man das Buch überhaupt finden kann. Im Moment läuft alles über amazon.us und noch habe ich keine Möglichkeit gesehen, wie man deutsche ebooks aus dem englischen Heuhaufen herausfiltert. Und dass auf der deutschen WebSite mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wird, dass es nun auch ebooks zum Kaufen gibt, verwundert (freilich, auf die Reader wird hundert Mal hingewiesen). Im Moment beläuft sich das Angebot auf etwa 342.000 elektronische Bücher. Da tät mich sofort mal interessieren, wie viele davon in deutsch zu haben sind.

Übrigens – ich traute meinen Augen nicht – ist amazon einen Schritt auf Apple zugegangen und lässt auch iPhone-Nutzer vom Kindle.Sortiment probieren; mit einer Applikation kann man auf das kindle.store zugreifen, Bücher suchen, kaufen, herunterladen und am iPhone lesen. Wie gut das Ganze funktioniert, tät mich schon interessieren. Weil, viele Leutchen da draußen laufen mit einem iPhone herum und sind demnach potenzielle Leser. Und in Bälde wird es auch  Blackberry-Nutzer möglich sein, kindle.books zu lesen. Info gibt’s hier: LINK

Sodala. Ich klopf mir schon mal auf die Schulter.

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4 Antworten zu “Ladies and Gentlemen, Tiret goes ebook

  1. pebowski Samstag, 23 Januar, 2010 um 0:48

    Na ja, das 1 deutsche Buch werden sie auf der deutschen Seite nicht groß bewerben. 😉

    • Richard K. Breuer Samstag, 23 Januar, 2010 um 11:08

      Ich glaube, es gibt eine recht umtriebige Community, die bereits auf anderen ebook-Plattformen ihre Texte angeboten haben und nun auf amazon durchstarten. Zumeist sind es Nischen-Verlage oder Kleinstverleger oder Selbstverleger, die technikresistent sind; viele deren Texte sind nur virtuell zu lesen; ich schätze, dass wir bald von kindle.offerten überschwemmt werden („Hast du schon mein neues ebook gesehen?“); man könnte sagen: book on demand war gestern, heute ist kindle. Und morgen?

  2. die Radiomarijke Samstag, 23 Januar, 2010 um 12:06

    morgen müssen Bücher wieder mindestens DIN A4 groß sein, weil sich die Techikfreaks die Augen verdorben haben als sie auf dem Mini-iPhone-Bidschirm Tiret und Co. konsumiert haben 🙂 gibt’s bald auch ne Schwarzi EE?

    • Richard K. Breuer Sonntag, 24 Januar, 2010 um 1:46

      Ein Schwarzi EE? Vermutlich würde ich zuerst Ro2069 probieren, weil es ja eher die Technik-Geeks anspricht. Sollte ich es schaffen, könnte ich auch die Cartoons von Ecki einbauen, aber das wäre dann wieder eine neue Herausforderungen (mir dünkt, mein literarisch-verlegerisches Leben ist ne einzige Herausforderung).

      Kennst du jemanden, der jemanden kennt, der wiederum von jemanden weiß, dass derjenige einen kindle besitzt?

      Ich habe übrigens begonnen, die Aachener Kräuterdingsbums zu verputzen. 🙂

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