richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Apple iPad and iBooks are on the way for $ 499

Gerade eben präsentiert Steven Jobs Apples iPad. Bei Gizmodos liveblog ist man in der Tat leibhaftig dabei. Viele Fotos zeigen, was Sache ist. Zugegeben, ich habe kein iPhone und kenne keine Apps (Jobs sagte, dass die Trillionste – oder eine andere unfassbare Zahl – Anwendung heruntergeladen wurde), mit Ausnahme vielleicht das Spiel mit der Kugel, die man durch ein (Holz)Labyrinth steuern muss. Als Kind wollte ich schon immer so eine Holzkiste haben (an der Seite konnte man den Boden anheben oder kippen, so dass die schwere Kugel in Bewegung geriet). Schon irre, was den Leutchen mit dem iPhone eingefallen ist. Ich gehe davon aus, dass mit dem iPad Sachen möglich sind, die an Zauberei grenzen werden. Einen Kompass und (vermutlich) GPS hat das Ding auch. Na, wie gesagt, das interessiert mich vorerst nicht die Bohne. Interessanter für mich und alle Autoren/Verleger ist iBooks.

Wie zu erwarten, wird sich Apple im ebook-Segement ausbreiten. Nach dem sie die Musikindustrie das Fürchten gelernt haben, sind nun die Verlage dran. Zugkräftige amerikanische Großverlage sind von Anfang an dabei und sorgen für „content“ (Bücher bzw. ebooks), die man im iBook Store gegen cash kaufen und herunterladen kann. Amazon hat ja gezeigt, wie es geht (und dass die Consumer es angenommen haben). Apple spielt natürlich alle Trümpfe aus: bigger, better, coloured (noch ist das ja kein Thema, bei ebooks – aber alsbald wird es ebooks geben, die extra für iPads oder Netbooks gestaltet werden, also bunt, interaktiv und mit Links ins weltweite Web.

Tät mich nicht wundern, wenn es dann – analog zur DVD – verschiedene Buchversionen gibt (Directors Cut, Extended Version, in verschiedenen Sprachen usw.), die vielleicht sogar mit einem Audiokommentar des Autors daherkommen (ja, davon träume ich schon seit längerem, meinen Büchern einen Audiokommentar zu verpassen, aber da gibt es ein paar ungelöste Problemchen).

Der Einstiegspreis von USD 499 zielt natürlich auch gegen Amazons Kindle DX, der in etwa so viel kostet, wenn gleich dieser bereits eine kostenlose Mobiltelefonverbindung inkludiert hat. Will man den iPad mit 3G, also mit Mobilfunk, muss man etwa USD 130,- aufzahlen (und zusätzlich noch einen Vertrag mit einem Mobilfunk-Provider eingehen, der zwar jederzeit kündbar ist, aber für unlimitiertes Surfen über AT&T immer noch USD 30,- im Monat ausmacht; für die Hälfte gibt’s gerade mal 250 MByte, in Zeiten der Media.Tollwut reichlich wenig; wie’s in Europa ausschaut, wird sich noch zeigen).

Freilich, die Basis-Version mit 16 GByte hat Wireless LAN und kann an jedem HotSpot andocken. Derer gibt es ja doch recht viele, wenn gleich nicht überall (gratis) verfügbar. Siehe Deutsche Bahn (nicht mal für einen Reisenden der 1. Klasse gibt’s wenigstens eine Stunde Gratis-Surfen. Beschämend!).

Das Display soll alle Stückeln spielen und ist von „neuer“ Technologie: In-Plane-Switching (IPS) und mit LED Hintergrundbeleuchtung. Verbesserte Blickwinkelabhängigkeit und die Farben sollen „echter“ sein. Was das aber am Ende heißt, kann man erst sagen, wenn jemand ein Buch von vorne bis hinten liest. Das wird wohl auch der Knackpunkt sein, ob der iPad ein kindle-Killer ist („töten, töten, töten“).

Vom Format hat, spielt der iPad alle Trümpfe aus. Die Applerianer waren nicht so verbohrt und gönnen dem Consumer die Qual der Wahl, wenn er sich für ein ebook-Format entscheidet. Üblicherweise wird wohl das gängige epub-Format angeboten werden, aber auch amazons MobiPocket soll der iPad lesen können. Und PDF sowieso. Das tät mich ja schwer interessieren, wie gut er diese darstellen kann. Freilich, der Haken bei der Sache ist, dass PDFs nicht gerade wenig Speicherplatz wegfressen. Packt man da noch Bilder und Gimmicks rein, könnte so ein ebook bald 1 MByte „fressen“ im Gegensatz zu den leichtgewichtigen ebooks in HTML, epub & Co (vielleicht 100 KByte oder so). Aber für Verlage könnte es eine kostengünstige Möglichkeit sein, ihre bestehendes Verlagsprogramm als ebook im PDF-Format anzubieten. Im Normalfall sollten die Bücher im PDF vorhanden sein. Ansonsten werden sie eingescant und als PDF abgespeichert. Das sollte schneller gehen und nicht so aufwendig sein, als wie man versuchen würde, das Ganze ins HTML-Format zu bringen.

Für umtriebige Autoren: es gibt auch eine Tastatur samt Docking-Station. Damit lässt sich (vermutlich) gut schreiben. Ein Word.Processor (Page?) gibt es natürlich auch. Für schlappe USD 9,99

Also, wenn man sich das ganze Package anschaut, dann ist der iPad das ideale Gadget um seinen nächsten Roman zu schreiben. Vollgepackt mit Bücher, Musikstücken und Filmen kann man sich zurückziehen und an seinem Werk arbeiten. 10 Stunden soll der Akku halten. Und falls man recherchieren muss? Dann hilft wohl das allwissende Internet.  Und falls man vom Weg abkommt? Dann hilft wohl google. map um wieder nach Hause zu finden. Das waren noch Zeiten, als Rotkäppchen von einem hinterlistigen Wolf hereingelegt wurde und E.T. nach Hause telefonieren wollte. Die (analogen) Zeiten sind wohl vorbei.

Jetzt schauen wir mal, ob amazon.dtp schon „Tiret“ freigegeben hat.


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2 Antworten zu “Apple iPad and iBooks are on the way for $ 499

  1. pebowski Donnerstag, 28 Januar, 2010 um 11:17

    Dem geb ich natürlich auch wesentlich mehr Chancen, sich am am Markt zu etablieren – nicht nur weil er von Apple ist, sondern vor allem, weil man eben nicht nur Bücher lesen kann damit, sondern eben Mehr-Wert bietet. Und ein Breuer ohne grafische Aufbereitung ist eh zu vergessen. Wäre wie einen exquisiten Rotwein aus dem Plastikbecher zu trinken.

    • Richard K. Breuer Donnerstag, 28 Januar, 2010 um 11:32

      *hicks* also, wenn’s ums Koma-Saufen geht, ist es freilich wurscht, was und wie man den Alkohol zu sich nimmt. Hauptsache viel und schnell. *hicks*

      Ja, irgendwie beginnt mich das iTab zu reizen (iPad gefällt mir net); man stelle sich vor, man gibt’s in die Auslage der Buchhandlung und lässt eine Präsentation ablaufen. Rundherum jene Bücher, die in der Präsentation beworben werden.

      Oder man gibt den Kunden die Möglichkeit, jene Bücher, die in der Buchhandlung nicht lagernd sind, virtuell anzublättern, mit einem iTab. Tatsächlich haben die Applerianer versucht, ein echtes Buch abzubilden (den Fotos nach zu urteilen).

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