ebook „Schwarzkopf“ für kindle von amazon

Und der dritte Streich folgt sogleich: Schwarzkopf ist nun auf amazon.dtp erhältlich. Damit sind alle meine Bücher in der digitalen Welt angekommen und als ebook erhältlich. Wie schon das letzte Mal gesagt, können die ebooks auch auf dem PC oder dem Mobile gelesen werden. Dazu muss man natürlich eine Gratis-Software installieren: kindle for PC/MAC bzw. kindle for iPhone und Schwuppdiwupp, schon kann’s los gehen.

Der nächste Schritt wird sein, die Formate epub, mobipocket und PDF über beam-ebooks anzubieten.  Be prepared.

Das „Drehbuch“-Layout in ein ebook-Format zu bringen hat mir sicherlich wieder ein paar graue Haare gekostet. So musste praktisch jede Zeile per Hand nach Formatierungsänderungen (Sprecher = Großbuchstaben und Beschreibungen in kursiv und jeder Absatz ist durch eine Leerzeile getrennt) durchsucht und geändert werden. Hilfreich – natürlich – die automatische Such- und Änderungsfunktion, aber der größte Brocken war wohl manuelle Handarbeit. Kein Zuckerschlecken. Sollte es nicht alsbald kostengünstige Lösungen für das Konvertieren geben, sehe ich schwarz für die kleinen und mittleren Verlage, die schon jetzt am (finanziellen und zeitlichen) Limit sind. Gut möglich, dass es wieder eine Chance für angehende Lektoren (Stundenten) ist, ausgenutzt zu werden. Übrigens, Ende Februar veranstaltet der Hauptverband des Buchhandels einen Vortrag bezüglich der  Produktion von ebooks. Ich werde mir das nicht entgehen lassen. Vielleicht gibt es ja schon die one-shop-solution.

Unangenehm aufgefallen ist mir, dass auf amazon.dtp ebooks angeboten werden, die mich durchaus interessieren, die aber in der Tat teurer sind als das gleichnamige Paperback. Diese Preisgestaltung ärgert mich. Andererseits ist klar, dass die Verlage und Vertriebsstellen zuerst das kostenintensive (weil gelagert) Taschenbuch loswerden wollen (schließlich kann man es nicht mehr wegmachen, es existiert schon und wartet und wartet und wartet). Deshalb ist die Buchindustrie nicht sonderlich glücklich mit all dem digitalen Hokuspokus. Die Angst, sich selber Konkurrenz zu machen, lässt viele Verlage zu einer verqueren Preisgestaltung hinreissen, was den Unmut der eReader-Jünger auslöst. Für den Konsumenten liegt es klar auf der Hand, dass ein ebook nicht so viel kosten kann wie ein Buch aus Papier (oder Papyrus). Die gleiche Problematik hatte (und hat) auch die Musikindustrie. Wie soll man den Konsumenten verklickern, dass digital heruntergeladene Musik genauso viel kostet wie eine CD in einem Musik-Shop? Die „bösen Buben“ sind dabei gar nicht so sehr die Musik-Konzerne, sondern vielmehr der Vertrieb, die Elektronik-Konzerne, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Was ist die Lösung der Kunden? Sie laden sich nur noch jene Songs herunter, die sie wollen und kaufen nicht mehr das ganze Album. Was ist die Antwort der iTunes-Sippe? Sie erhöhen einfach die Preise jener Musikstücke, für die es eine erhöhte Nachfrage gibt. Ja, nie war der Markt so transparent wie heute und trotzdem hat man das Gefühl, immer eine Deppensteuer zu entrichten.

Wie dem auch sei, die Verlage tun sich schwer mit dem flexiblen kopierbaren digitalen Content. Ein weiterer Punkt ist auch, dass die Vertriebsstellen (Buchhandlungen, Web-Shops, …)  Bestseller kaufen oder vorbestellen mussten, um welche vorrätig zu haben, wenn die Kunden danach verlangten. Damit lag das Risiko beim Vertrieb (und dieser erhielt dafür auch dementsprechend Rabatt). Beim digitalen Content wird nur das abgerechnet, was verkauft wurde. Ob es zehn oder tausend Mal heruntergeladen wurde. Der Vertrieb hat kein Risiko mehr und bezahlt auch nicht mehr im Voraus (jedenfalls habe ich noch nicht das Gegenteil gehört). Je nach Vertrag wird dann monatlich oder quartalsweise abgerechnet. Wie soll nun ein Verlag kalkulieren, wenn die Vorbestellungen der Buchhändler und damit ihre Zahlungen wegfallen?

Ein weiteres Kuriosum ist, dass für jede Vertriebsstelle ein Vertrag ausgefertigt werden muss. Amazon umgeht diese bürokratische Hürde sehr amerikanisch: man klicke sich beim Anmelden durch die Geschäftsbedingungen, akzeptiere diese mit Häkchen da und dort, bestätige, dass man Inhaber aller Rechte ist (immerhin, da schreiben Sie dir sogar eine E-Mail und bitten dich, deine Urheberschaft schriftlich zu bestätigen) und schon ist man bei der digitalen Kuchenverteilung dabei. In good ol‘ Germany ticken die Uhren anders. Da werden Verträge tatsächlich noch penibelst herumgereicht. Scheinbar ist hier ein wenig Angst im Spiel (nämlich kein Geld zu bekommen bzw. verklagt zu werden, weil unrechtmäßig Kopien der ebooks in Umlauf gebracht wurden). Vielleicht ist es auch nur die deutsche Gründlichkeit. Who knows?

Umgelegt auf Bücher würde es bedeuten, dass jeder Verlag mit jedem Buchhändler einen Vertrag abschließen müsste. Das würde wohl den Rahmen sprengen, nicht? Scheinbar bedarf es auch für ebooks eine virtuelle Drehscheibe, analog der Auslieferung bei den Büchern. Oder – analog der Musikwelt – es wird sich ein kalifornischer Apfel ins gemachte Nest setzen. Noch wird iBook bei der Einführung in Europa nicht zugänglich sein. Aber alles eine Frage der Zeit. Believe me!

Und die Zukunft der Buchhändler? Ist wohl analog der kleinen Musikläden zu sehen, die sich gegen die Elektronik-Ketten (mehr oder minder) behaupten. Ich würde empfehlen, dass Buchhändler verstärkt in den Gastro-Bereich ausweichen. Dabei meine ich nicht, nur ein paar Tische in die Buchhandlung zu stellen. Es sollte nicht „Buchhandlung mit Kaffee“, sondern „Kaffeehaus mit Büchern“ heißen. Nur dann ist ein Überleben möglich.

eine allerrührigste Tyrannei

»Die Privilegien sind nützlich gegen die Könige; aber sie sind verabscheuenswert gegen die Nationen, und niemals wird unsre Nation öffentlichen Geist haben, solange sie nicht von ihnen befreit ist; da haben Sie den Grund, warum wir bleiben müssen, was ich persönlich in hohem Grade bin: monarchisch. Ah, gestehen wir’s doch ehrlich, was wäre eine Republik, die aus all den Aristokratien zusammengesetzt wäre, die an uns nagen? Der Hort der allerrührigsten Tyrannei.«

Graf Mirabeau
entnommen: Brief vom 16. August 1788 an Buchhändler Levrault in Straßburg. [ldr]

Die ebook-Fabrikationen haben mir die letzten Nerven gekostet. Und ich frage mich, ob es all die Mühe wert war. Weil ich keinen eReader mein Eigen nenne, kann ich demnach nicht beurteilen, wie das Resultat meines Konvertierungs-HTML-epub-Gewirxes schlussendlich wirkt. In den nächsten Tagen wird „Schwarzkopf“ bei amazon.dtp online gehen. Morgen werde ich ciando und ebeam die Daten und Vertrag schicken (epub und PDF) und dann möchte ich nichts mehr sehen und hören von HTML und Calibre und Adobes Digital Edition und GoLive (kein Wunder, dass Adobe später das Programm in den Wind geschossen und durch DreamWeaver abgelöst hat – für so einer Softwarelösung gehören die Mannen ausgepeitscht). Sei’s drum, darüber wird noch später zu schreiben und lesen sein.

Conspiracy? Konspirationen? Verschwörungen? Alles Theorie, heißt es. Liest. man. Hört man. Wird einem gesagt. Aber je mehr man sich Klarheit verschaffen will („Und wie war es nun, Dad?“), umso nebulöser wird alles. Die Wahrheit müsste doch straight, also klar und deutlich herauszufinden sein. Oder? Gewiss, es kommt auf den Blickwinkel an. Auf den Standpunkt. Fakten sind noch keine Beweise. Vermutungen unterstützen keine Anklage.

Was mich stutzig macht, ist, dass es auf die einfachsten Fragen keine hinreichenden Antworten gibt. Antworten, die einem zufrieden stellen. Wenn man nüchtern (vielleicht muss man betrunken sein?) und (soweit möglich) objektiv die gegebenen Antworten beurteilt, kommt man unweigerlich zum Schluss, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. What the heck is going on, folks?

In „Brouillé“ geht es um einen Kriminalfall, besser: um eine Konspiration am Vorabend der Französischen Revolution. Die Aufdeckung dieser veranschlagt etwa ein gutes Viertel des Buches. Dass die Dinge am Ende nicht so sind, wie es sich anfänglich darstellt, nun, das sollten Leser meiner Werke ja schon kennen. So ein Twist, ein Turn, ja, das ist eine feine Sache. Und wer kombinieren möchte, ist herzlich eingeladen, die Lösung zu skizzieren, bevor es der Protagonist Mickiewicz macht. Zugegeben, die eine oder andere Kleinigkeit bleibt dem Leser (vorerst) verborgen. Der Spannung wegen. Und – wenn ich so darüber nachdenke – dann gibt es einen Twist, der für die weitere Geschichte von Bedeutung sein wird, aber erst in Band III aufgezeigt und in Band IV tödliche Konsequenzen haben wird. Oui, oui.

Zurück zum Thema.

Es ist mir klar, dass es immer eine kleinere oder größere Gruppe an Individuen gibt (nennen wir sie der einfachheithalber ELITE), die große Vorteile daraus ziehen, wenn sie Ereignisse direkt herbeiführen oder sie in einem bestimmten Ausmaß beeinflussen. Wir müssen nur vor unserer eigenen Türe kehren. Es gibt wohl niemanden, der nicht die eine oder andere Notlüge gebrauchte, um für ihn unangenehme Geschehnisse unter den Tisch fallen zu lassen („Besser, ich sage nicht, dass …“; „Das würde sie/ihn nur unnötig aufregen … und war es wirklich so schlimm?“; „Es ist ja nur zum Besten für alle!“ usw.)

Gut. Was mir unklar ist: Warum beteiligen sich so viele „Bauern“ (im Schach sind sie zahlreich und man opfert sie gerne, wenn es die Umstände erfordern) an diesen „Spielchen“? Vermutlich, weil sie auch etwas gewinnen. Oder, weil sie von ihrer Sache überzeugt sind. Vielleicht werden sie auch gezwungen, bedroht und man lässt ihnen gar keine Wahl.

Nehmen wir an, wir würden in den Besitz von Beweisen kommen, die unwiderruflich bestätigen, dass Politiker X eines unnatürlichen Todes starb. Was nun? Zur Polizei? Aber die Beweise deuten darauf hin, dass die Verschwörer Kontakte in die höchsten Polizeikreise haben. Presse? Ja, die Presse, die Medien sollten der Eckpfeiler jeder Demokratie sein, der „Watchdog“, der anschlägt, wenn krumme Dinge in Regierung und Wirtschaft geschehen. Aber wie wir alle wissen, sind die großen Medienhäuser alle in der Hand von ein paar wenigen, die wiederum enge Kontakte zu den Verschwörer haben werden (oder man hat sich ihr Wohlwollen im Vorhinein gesichert). Die Presse scheidet demnach aus. Gut. Heutzutage gäbe es noch das Web. Aber auch das ist ohne große Probleme in den Griff zu bekommen, würde jemand „Beweismaterial“ ins Netz stellen. Nicht umsonst unterhalten die Geheimdienste und Regierungsstellen „PR“-Mitarbeiter, die hübsche Kommentare einstellen („Das ist Unsinn!“, „Wurde doch schon zu den Akten gelegt!“ usw.), um den Lesern zu verdeutlichen, dass es Humbug ist, was da geschrieben wird. Ich gehe davon aus, sollte diese „friedliche“ Lösung nicht funktionieren, würde man andere (technische) Möglichkeiten haben, unangenehme Webseiten zu blockieren. Wohl am ehesten, in dem man sie erst gar nicht in Suchmaschinen findet (gibt es nicht eine Kooperation zwischen Google und dem NSA?) oder weit nach hinten reiht (wer guckt auf den Trillionsten Eintrag?).

Was ich damit sagen will? Nun, was bedenklich ist, ist nicht das Verbrechen und der Versuch, das Verbrechen zu verschleiern, sondern vielmehr, dass es keine Möglichkeit zu geben scheint, das Verbrechen zu richten. Spinoza sagte schon vor vielen hundert Jahren: „Weil jeder so viel Recht hat, wie er Macht hat.“

Zugegeben, ich war tatsächlich einmal so naiv, zu glauben, dass die Lenker und Denker dieser Welt nur das Gute* im Sinne hätte und jedes schwarze Schaf belangen. Langsam sickert in mir die Erkenntnis durch, dass es an der Spitze nur noch schwarze Schafe gibt, die jedes weiße belangen. Ich fürchte, ich sehne mich wieder nach dieser Naivität. Tja. Ich schätze, ich muss mir wieder ein TV-Gerät anschaffen. Nichts verblödet besser.

„The individual is handicapped by coming face-to-face with a conspiracy so monstrous he cannot believe it exists.“
J. Edgar Hoover