Charlie Sheens Ground Zero

  • Mac: Damn it, Mike! You’re so busy doing their dirty work, you can’t tell who the bad guys are!
  • Mike Locken: Don’t worry! I know who the bad guys are: anybody who tries to hurt me!
  • Mac: They’re all tryin‘ to hurt you Mike! All the goddam power systems! All the wheelers and dealers at the top with their gin and fizzes! They need guys like you to do their bloodletting, while they’re busy making speeches about freedom and progress! They’re all full of bullshit! There’s not one power system that really cares about its civilians!.
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    The Killer Elite
    (1975)
    Directed by Sam Peckinpah

„Charlie Sheen soll seine Frau mit einem Messer bedroht haben. „Ihm drohen mehrere Jahre Knast.“ Schreibt die SZ in ihrer Webausgabe. Weiters heißt es in diesem Artikel „Danach wurde der erfolgreiche TV-Schauspieler dazu verdonnert, seine gewalttätigen Anwandlungen in den Griff zu bekommen, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren und Medikamente nur noch auf Verordnung eines eigens bestellten Arztes zu nehmen.“ [etwa: „Ich bin der Onkel Doktor und du schluckst das jetzt … ja, so ist’s brav, mein Sohn … gleich geht es dir besser …“]

Was die SZ mit keinem Wort erwähnt, ist, dass Charlie Sheen sich ziemlich weit aus dem („What-the-heck-is-going-on?“-)Fenster gelehnt hat. Er forderte immer wieder die Regierung, im Besonderen Präsident Obama, auf, zwanzig Fragen zu 9/11 zu beantworten, die bis dato unzureichend oder gar nicht von der „unabhängigen“ Untersuchungskommission behandelt wurden. Er wünschte sich nur zehn Minuten mit dem US Präsidenten, um diesen aufzuklären. Wer die Videoclips finden möchte, muss nur danach suchen. Just that simple, folks!

Und in einer kleinen Zeitungsnotiz („Die Presse“) erfuhr ich, dass sein Auto im Graben, nicht unweit seines Hauses, gefunden wurde und er meinte, dass es aus der Garage gestohlen wurde. Mehr gab es nicht zu lesen und zu erfahren. Ich frage mich, wie hat es diese sonderbare Meldung in die Print-Ausgabe geschafft?

Wir halten fest: Charlie Sheen, kommerziell erfolgreicher Serienstar, Vater von einjährigen Zwillingen, soll sein Frau mit einem Messer bedroht haben, die wiederum, laut SZ, von einer Anklage absehen möchte.

Wie war doch gleich das Budget der Geheimdienste? Und was tun sie damit? Und welchen Einfluss haben sie? Ist das schon wieder zu weit hergeholt? Vielleicht. Aber würden wir auf der „richtigen Seite“ sitzen und müssten uns um Mister Sheen kümmern, damit er den Verantwortlichen nicht länger ans Pein pisst, was würde uns da einfallen? Kann es sein, dass in den Geheimdiensten kreative Köpfe sitzen, die Drehbücher für die Wirklichkeit schreiben? Vielleicht sollte ich mich bewerben. Ich hätte da Ideen … sagenhaft.

neineleven: what the heck, folks?

„Wie wir gehört haben, konnte ich Täter und Opfer benennen und den Tathergang, soweit es mir möglich war, mit den vorhandenen Indizien, rekonstruieren. So gut mir diese Rekonstruktion gelungen ist, ich nenne diese das Mosaik eines Verbrechens, so weist sie doch die eine oder andere Lücke auf. Dieses Mosaik ist nicht vollständig und wir sollten danach trachten, es zu vervollständigen.“

A. Mickiewicz
Brouillé

„I’d like to put it this way. Who do I hold accountable, the president of Iraq or the president of the United States. I hold my government accountable to the facts. I hold my government to a higher standard than I do Saddam Hussein. I am an American citizen who believes in the Constitution and believes in my obligation as a citizen to hold my government [accountable].“

Scott Ritter, 12.9.2002
former United Nations weapons inspector
Interview on Fox News

Für 2009 belief sich das offizielle Budget für das National Intelligence Program (NIP) auf $ 49,8 Milliarden. Quelle. Schätzungen in 2008 gingen von $ 55 Milliarden bzw. $ 66 Milliarden aus – Quelle.

Das heißt, dass die USA ihren verschiedenen Geheimdiensten (CIA, NSA, NSR und wie sie alle heißen; blickt da einer noch durch?) ein hübsches Sümmchen zukommen lassen. Jedes Jahr. Tendenz steigend.

Hat sich schon jemand gefragt, was die netten Leute von nebenan damit tun? Natürlich obliegt  es der Geheimhaltung. Da könnte ja jeder kommen. Gut. Aber Fakt ist, dass 50.000 Millionen Dollar eine Menge Möglichkeiten zum Guten wie zum Schlechten bieten. Mehr will ich dazu gar nicht sagen. Vorerst.

Je mehr man sich mit der Thematik der „Terror“-Anschläge beschäftigt, seien es jene in den USA oder in Europa, umso mehr Ungereimtheiten tauchen auf. What the heck, denkt man sich. Kann das sein? Man verwirft die eine oder andere Vermutung. Zu weit hergeholt. Und das Killerargument schlechthin: keines der seriösen Medien – weder im Print- noch im TV-Bereich – hat über etwaige Ungereimtheiten berichtet. Ja, jetzt wäre es an der Zeit aufzuhören, mit den kleinen Untersuchungen, will man sein geordnetes Weltbild nicht auf den Kopf gestellt sehen.

Über 40 Jahre glaubte ich an eine freie Presse. Wirklich. Ich dachte, sie sind der Eckpfeiler unserer Demokratie. Sie beschützen uns, wenn der Einzelne in die Mühlen der Obrigkeit gerät. Sie sind der gerechte Anker in einer rauen politischen See. Ich erinnere mich (natürlich) nicht persönlich an die Watergate-Affäre, die einen US-Präsidenten den „Kopf“ kostete, aber die Geschichte, dass nur zwei Journalisten und eine Zeitung (also ihr Herausgeber, ihre Chefredakteure, ihr Managementboard) dies zu Wege brachten, ist hinreichend (filmisch und literarisch) dokumentiert. Noch jetzt sehe ich Dustin Hofmann und Robert Redford, wie sie in ihren 70er Klamotten auf ihren Schreibmaschinen tippen. Und wenn man dann noch den Film Network sieht (1976), dann beschleicht einem das Gefühl, dass Hollywood in den letzten dreißig Jahren längst sozialkritischen Bankrott angemeldet hat. Mit Ausnahme vielleicht eines Oliver Stones mit „Platoon“ und „JFK“ oder Steven Spielberg mit „München“. Was wir heutzutage vorgesetzt bekommen ist United 93, der Film über die „heldenhafte Meuterei“ der Fluggäste, die am 11. September 2001 die Terroristen überwältigten und dadurch den Absturz über Shanksville provozierten. So die offizielle Verlautbarung. Wer die (wenigen) Bilder der Absturzstelle gesehen hat, der kann sich nur wundern, wie klein das Loch im Boden war. Und dass keinerlei Trümmer in der Absturzzone verstreut herum lagen. Ich bin kein Experte, aber hat man schon so etwas gesehen? Eine Passagierflugzeug verschwindet beinahe spurlos im Boden und hinterlässt ein Loch mit Müll? Und wenn es stimmt, was man da so liest, dann soll die Cockpit-Türe während des ganzen Fluges geschlossen gewesen sein. So jedenfalls die Auswertung eines australischen Programmierers, der die  Daten der offiziell freigegebene Black Box untersucht hat. Und der Anruf eines der Passagiere während des Fluges? Über Mobiltelefon kann der Anruf nicht erfolgt sein (noch gibt’s keine „Handy-Masten“ auf Wolken) und über das Bordtelefon soll es laut FBI keine Verbindung gegeben haben. Das Gespräch soll „durchgestellt“ worden sein. Aha. Wer dieser „Operator“ war, weiß niemand. Freilich, darf man dem FBI überhaupt trauen? Oder diesem australischen Programmierer? Oder einem Loch im Boden? What the heck is going on? Ich will doch einfach nur wissen, was geschehen ist. Just that simple! Warum noch immer diese Geheimniskrämerei der Behörden? Bald 9 Jahre nach dem Ereignis? Ist das nicht merkwürdig? Aber wo sind all die Medien, wenn es darum geht, Licht ins Dunkle zu bringen? Dafür werden sie bezahlt (in erster Linie!) und nicht dafür, dass sie mir etwas über eine der inflationären Casting-Shows wieder und wieder erzählen. Vermutlich weiß das keiner mehr („Hey, ich dachte, es geht nur um die Quote, um Moneten?!“).

Ich befürchte, in den 70erns gab es das letzte Aufflackern einer freien Presse (vielleicht ist aber auch das schon ein Märchen – weil eine freie Presse frei von Einfluss sein müsste, sei es politischen, sei es wirtschaftlichen, sei es religiösen Einfluss – ist das überhaupt möglich? Und wenn man einer Web-Recherche glauben schenken soll, dann spielen Nixon, und Bush sen. beim JFK-Attentat in Dallas eine recht undurchsichtige Rolle – freundlich formuliert). Man muss sich klar werden, dass jeder Mensch Absichten und Ziele verfolgt. Ich genauso wie der Leser, der diese Zeilen liest. Ja, du! Und jene, die politische und wirtschaftliche Missstände aufdecken, darüber berichten, tun es nicht der Allgemeinheit wegen, sondern vielmehr, weil sie sich darob „Gewinn“ versprechen – also Lob, Gerechtigkeit, Applaus, Anerkennung, Liebe und dergleichen mehr. Genausogut könnte ihr Motiv aber auch Rache, Geld, Neid, Hass usw. sein. Dazu kommt, dass jeder Mensch von seinem ureigenen Standpunkt und Blickwinkel  die Geschehnisse beurteilt, bewertet und kommentiert. Das macht es so schwierig, wenn wir uns Klarheit verschaffen wollen und uns auf den Bericht eines anderen, eines uns unbekannten Menschen, berufen.

Heute stolperte ich über ein youtube-Video, das Scott Ritter (Inspektor der Vereinten Nationen für die UNSCOM-Mission im Irak) bei einem etwa 10minütigen Vortrag zeigte. In diesem attackierte er die alte und neue US-Regierung, dass diese gegen den Iran militärische vorgehen wolle, obwohl es keinerlei Beweise gebe, dass Iran an einem  Nuklearwaffenprogramm arbeite. Ich dachte mir, ich schaue mir mal an, was dieser Kerl denn noch so geschrieben hat und musste feststellen, dass er im Jänner 2010 verhaftet wurde. „Police claim that he showed himself masturbating via a web camera after the officer said she was a 15-year-old girl.“

Und jetzt komme ich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Wie hoch ist das Budget des US-Geheimdienstes? Und was tun sie mit all dem Geld? Und welchen Einfluss könnten diese auf Polizeibehörden und Web-Provider haben? Ist meine Vermutung zu weit hergeholt? Die Meldung der Verhaftung (mit Foto!) ist auf der Webseite des Medienkonzerns Fox News zu lesen. „… nabbed in a sex sting“ (etwa „in einer verdeckten Sex-Ermittlung geschnappt“). Der Eintrag kommt gleich nach jenem von Wiki, so dass jeder gleich sieht, mit wem er es zu tun hat (natürlich ist es im Wiki-Eintrag auch vermerkt). So weit so gut, könnte man sagen. An einem Freitag, 13. September 2002 gab er den Leuten von Fox News ein Interview (sonst konnte ich keinen Eintrag finden – außer jenen, im Jänner 2003, der besagt, dass er bereits 2001 in einem „sex sting“ verwickelt war und scheinbar wieder hochgekocht wurde; von wem?).

Wenn also die „Götter“ gegen ihn sind, dann könnte es böse enden. Vermutlich in einem Staatsgefängnis (1778 sagte schon Graf Mirabeau: „Staat und Gefängnis, was für ein schrecklicher Gegensatz, in diesen zwei Worten“), wo die Behörde vermutlich durchsickern lässt, weshalb der neue Gefangen einsitzt. Die anderen Zellengenossen werden dazu sicherlich ihre Meinung abgeben. Tja.

Was lernen wir daraus?

Vielleicht sollten wir nicht die Politiker mit einem nassen Fetzn aus ihren Ämtern jagen, sondern uns darum kümmern, dass die Medien wieder korrekt und investigativ berichten. Korrupte Politiker, Marionetten und Ja-Sager gibt es wie Sand am Meer, an denen herrscht interessanterweise kein Mangel. Und allesamt erreichen sie Spitzenpositionen. Jedes Jahr aufs Neue. Und keiner in dieser politisch-wirtschaftlich geprägten Kaste (die „Elite“) muss sich Sorgen machen, so lange er brav tut, was man ihm aufträgt.  Die „seriösen“ Medien sind allesamt in den Händen weniger Konzerne, die wiederum eine Hand voll Eigentümer haben, die wiederum Teil der politisch geprägten Kaste sind. Macht gesellt sich zu Macht, Geld zu Geld. Das ist schon im alten Rom so gewesen und gilt auch heute noch. Machen wir uns nichts vor, ja?

Das weltweite Netz bietet (noch) die Möglichkeit, investigativen Journalismus zu betreiben. Es bietet ein Sprachrohr, eine Plattform. Für Spinner genauso wie für Undercover-Agenten (wer mag den Unterschied erkennen?), für „Truth-Seeker“, „Conspiracy Theorists“ und „Patrioten“ (wer ist da noch mal wer?). Allesamt tummeln sie sich im Netz. Dank des Web 2.0 kann man in jedem Forum seine Meinung breit treten. Jeder Beitrag kann, darf und soll kommentiert werden. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Mitarbeitern in den Geheimdiensten arbeitet im „PR“-Bereich und verdienen ihr Geld damit, dass sie „intelligente, aber widersprüchliche Kommentare“ abgeben, um vom Thema abzulenken. Alsbald weiß ein Unwissender („Infidel“?!) nicht mehr, was man glauben soll und darf. Aber je stärker und gravierender die „Gegenseite“ ihre „wahrheitssuchenden Missiles“ abschießt, umso mehr wird von politischer Seite die Forderung laut, das Internet kontrollieren zu müssen – natürlich nur zum Schutze der westlichen Gesellschaft („The War on the Web?“).

Eines liegt für mich ganz klar auf der Hand: wenn sich die kritischen und skeptischen und intelligenten und nachdenklichen und unbestechlichen Leutchen auf einige wenige Foren oder Webseiten konzentrierten, tja, dann würde ich eine Chance für „Change“ sehen. Dann würde jeder einzelne bemerken, wie viele Menschen es da draußen gibt, die mit den (von oben) gegebenen Antworten unzufrieden sind. Was die Welt braucht ist ein „Palais Royal“. Ein Ort, an dem die staatliche Gewalt keinen Zutritt hat, wo es Rede- und Gedankenfreiheit gibt – und wo sich die Menschen versammeln können.

Freilich, die Masse, einmal losgelassen, ist genauso gefährlich wie eine überkommene und reaktionäre Elite. Über diese Elite wird noch zu sprechen sein. Über die Masse brauchen wir kein weiteres Wort verlieren. Wir sind Teil dieser Masse. Ja, wir. Du und ich. Deshalb tragen wir Verantwortung.

Oder auf den Punkt gebracht: We, the people …