richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Fasten your seatbelts, es geht abwärts

„Der Staat beginnt zu kränkeln, wenn sich die Könige wie Besitzer und die Besitzer sich wie Könige aufführen.“
Antoine de Rivarol (1753 – 1801)
Journal eines Royalisten

Etwa 1 % der US-Bevölkerung, also eine kleine Elite (wollen wir sie Aristokratie nennen?) besitzt 70 % des gesamten Finanzvermögens („financial assets“ – quelle). Wie die Zahlen in Euorpa oder Asien aussehen kann ich nicht sagen, aber sie werden sich wohl kaum gravierend unterscheiden, ein paar Prozentpunkte rauf oder runter. Fakt ist, dass die Spanne zwischen Reich und Arm größer und größer und größer wird. Wenn man die Berichte verfolgt, die in den US-News-Blogs publiziert werden, dann würde ich vorschlagen, dass wir uns alle mal anschnallen. Bald geht’s richtig bergab. Freilich, die großen Medien-Konzerne berichten derweil über Karneval und Eierkuchen, unterhalten mit Stumpfsinnigkeiten und lenken so die Mehrzahl der Leutchen ab. Ein wenig Brot, ein wenig Spiel und viele Feinde, auf die man etwaigen Hass und Zorn und Wut lenken kann. Das hat zu Zeiten Roms schon ausgezeichnet funktioniert, also warum etwas ändern? Never change a running system!

Wir müssen uns vergegenwärtigen, vor Augen führen, welche Geldmengen im Moment herumgereicht werden. Während, sagen wir, ein paar tausend Euro oder Dollar, für eine normalsterbliche Seele (also du und ich) schon ein recht nettes Sümmchen darstellt, das wir nicht so ohne Weiteres unter den Tisch fallen bzw. den Teppich kehren würden, sprechen wir in Hochfinanzkreisen generell von Milliarden. Eine Milliarde sind 1000 Millionen! Gut. Wenn es also stimmt (und auch wenn nur die Hälfte davon wahr wäre), dann wird die US-Regierung in den nächsten 12 Monaten „Short Term Debts“, also kurzfristige Schuldverschreibungen in der Höhe von *trarara“

$ 2 Billionen (das sind 2.000 Milliarden, also 2 Millionen Millionen)

zurück zahlen müssen, da diese fällig werden. Quelle.  Laut Wiki belaufen sich die Einnahmen der US-Regierung aus Steuern und sonstigen Abgaben im Jahr 2008 auf $2,52 Billionen. Ausgegeben hat die Regierung $ 2,98 Billionen und somit ein Defizit von schlappen $ 455 Milliarden gemacht. Im Jänner 2009 sind die Gesamtschulden auf $ 10,6 Billionen angewachsen. Tendenz natürlich steigend. Quelle.

Wie man es auch dreht und wendet, die US-Regierung ist nicht mehr in der Lage, mit gewöhnlichen und legalen Mitteln aus dem wirtschaftlichen Teufelskreis auszubrechen. Je mehr Kredit sie aufnehmen (um überhaupt ihre Zinsen aus den bestehenden Schulden zu begleichen!), desto mehr müssen sie den potenziellen Geldgebern klar machen, dass sie in der Lage sind, wenigstens die Zinsen und fällige Kredite pünktlich zurückzuzahlen. Gibt es Zweifel, werden zuerst die Zinsen nach oben gesetzt, das heißt, für die US Regierung wird es teuer, neue Kredite aufzunehmen. Ihr Rating verschlechtert sich am Finanzmarkt.  Etwa 50 % der Kreditgeber sitzen im Ausland, den größten Anteil hält China.

Was in Griechenland geschehen ist, könnte demnach auch in Amerika geschehen: die Kreditgeber mengen sich in die wirtschaftliche und politische Agenda des Landes ein und verlangen notwendige Maßnahmen, um die Schuldenlast in den Griff zu bekommen.

Können wir uns vorstellen, dass diese einstmals so stolze Nation und militärische Supermacht vor, sagen wir China, in die Knie geht? Amerikas größtes Plus sind ihre militärische Stärke und ihre überwältigende Propaganda-Industrie (angeführt von Hollywood und den Medien-Konzernen). Damit kann man keine Schulden zurück zahlen, aber man kann ohne Probleme in „Terror-Staaten“ einfallen und ihre Resourcen ausbeuten. Nicht anders war es im 19. Jahrhundert, als die Epoche des Imperialismus anbrach. Den immensen Reichtum hat Europa ihren Kolonien zu verdanken, die sie auf Gedeih und Verderb ausbeuteten. In den beiden Weltkriegen wurde dieser Reichtum förmlich pulverisiert bzw. nach Amerika ausgelagert. Amerika kam es sehr zu gute, dass die Englische Wirtschaft durch die Kriegsanstrengungen bankrott war (und wenig später die Deutsche am Boden lag) und nutzten diesen Umstand weidlich aus. Moral und Ethik spielt weder in der hohen Politik, noch in der Hochfinanz bitteschön eine Rolle, ja!

Die US-Regierung weiß, was am Spiel steht. Ein Kartenhaus, das in sich zusammenfallen könnte, wenn nicht gegengesteuert wird. Zum einen drucken die Leutchen der Federal Reserve Dollarscheine um Dollarscheine um Geld zu machen. Das kennen wir, oder? Die Hyperinflation in Deutschland und Österreich in den 20er und 30er Jahren sollte uns Warnung genug sein, dass es nicht reicht, nur Papiergeld zu drucken (das wiederum nur jenen Wert hat, den die Leute ihm geben! Der Markt = die Markteilnehmer = die Bevölkerung entscheidet, was jemand für einen € 10-Schein erhält, niemand sonst). Generell ist Geld eine Glaubenssache („In God we trust“ steht nicht umsonst am Dollarschein). So lange alle daran glauben, funktioniert es. Gibt es aber Mangel an der Glaubwürdigkeit („creditibility“), steht es schlecht um die Währung. Die Marktteilnehmer = Bevölkerung flüchtet in andere glaubwürdigere Währungen oder beginnt mit dem Schwarzmarkt, d.h. einem Tauschsystem („Was gibst du mir für mein Buch? Okay, ein Butterbrot nehme ich!“).

Jetzt muss ich meinen leeren Magen füllen und werde dann ein Szenario entwerfen, dass vielleicht sehr phantastisch ist (immerhin bin ich Schriftsteller), aber nicht unmöglich. Wohl bekomm’s.

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