richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Tarnen und Täuschen

„Welch langes Studium, welche Fülle von Kenntnissen ist erforderlich, um sich eine genaue Vorstellung vom Charakter auch nur eines Menschen zu verschaffen! Die größten Geister versagen hier zuweilen, und die Menge sollte mehr Erfolg haben?“  Tocqueville

Politik ist die Fortsetzung von Krieg mit anderen Mitteln, könnte einem einfallen, wenn man sich die vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse vor Augen führt. Da wird gelogen und betrogen, bestochen und bedroht was das Zeug hält. Wahlbetrug? Gab es schon vor der Zeit von Bush jr. False Flag Operations – also gute Gründe, um einen Krieg vom Zaum zu brechen – ist auch nichts Neues. Attentate, also der Versuch unliebsame Politiker auszuschalten, gab es zu Hauf. Vielleicht ist die Phrase, dass „Macht korrumpiert“ gar nicht so weit hergeholt. Nichtsdestotrotz leben wir in einer Demokratie, in der alle Macht vom Volke ausgeht und wir, also das Volk, erwarten dürfen, dass keiner über dem Gesetz steht und jeder gewählte Repräsentant nach Gerechtigkeit zu trachten und Freiheit zu bewahren hat.

Wenn wir also davon ausgehen (und das müssen wir), dass die Mehrzahl der politischen Vertreter in den höchsten Kreisen korrupt und bestechlich sind, dann gilt das wohl auch für die mittleren und niederen Ränge.  Wenn wir von dieser Hypothese ausgehen, dann müssen wir leider zum Schluss kommen, dass jene, die in der Lage wären, diese Korruption aufzuzeigen, zu verfolgen und zu verurteilen, genauso korrumpiert oder eingeschüchtert sind. Ansonsten würde es nicht möglich sein, dass die Mehrzahl der politischen Vertreter ungeschoren davon kommt und man erst – wenn überhaupt – viele Jahre und Jahrzehnte später über deren dunklen Machenschaft eher nebenbei erfährt.

Der Einzelne mag sich keine Vorstellung machen, wie verderbt das politische System ist. Wie sollte er? In Anlehnung an Tocqueville könnte man sagen, dass sich eine Lüge, die einfach, aber eben falsch ist, immer gegen die Wahrheit durchsetzen wird, die richtig, aber kompliziert ist.

Wenn ich mir ansehen, wie es um die USA bestellt ist, dann bemerke ich durchaus Ähnlichkeiten mit dem Frankreich des Ancien Règimes der 1780er Jahre. Ich denke, es braucht nicht mehr viel, bis der Funke überspringt und jene amerikanische Tugend hervor bringt, die das Land einst groß gemacht hat: Tatkraft (im besten wie im schlechtesten Sinne!)

Vielleicht beginnt es mit dem „Beinah“-Bankrott der USA, vielleicht mit dem Wunsch, der Forderung nach Aufklärung der Umstände, die zu 9/11 geführt haben. Einmal dort angelangt, könnte das korrupte politische und wirtschaftliche System wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Geschichte wird neu geschrieben werden müssen. Ist das naiv? Nein, es ist spürbar.

„Alles, was ich sehe, trägt den Keim einer Revolution in sich, die unfehlbar eintreten wird, deren Zeuge zu sein ich aber nicht mehr die Freude haben werde.“

Voltaire in einem Brief vom 2. April 1764

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11 Antworten zu “Tarnen und Täuschen

  1. pebowski Sonntag, 21 Februar, 2010 um 22:56

    Aber was tritt an dessen Stelle? Ein System das über kurz oder lang wieder genauso korrupt ist – weil das eben in der Natur von zu Goß(en)Mächten liegt????

  2. Richard K. Breuer Montag, 22 Februar, 2010 um 18:28

    Korruption und Machtgier wird man definitiv nicht aus der Welt schaffen können, aber man sollte es den Leutchen nicht gar so einfach machen.

    Darüber wird noch zu sprechen sein, Pebo. Ja, ja.

  3. pebowski Dienstag, 23 Februar, 2010 um 1:39

    Vielleicht ist es wie eine Art Pendel, das man zumindest mal kurzzeitig anhalten kann, bevor es auf die andere Seite schwingt. Ein bisserl Sand ins Getriebe, bevor das Schmieröl alles überschwemmt.

  4. die Radiomarijke Dienstag, 23 Februar, 2010 um 11:54

    wie bei LOST? 🙂 spooky!

  5. Richard K. Breuer Dienstag, 23 Februar, 2010 um 14:47

    „Der Pendel des Todes“ … klingt nach Edgar Wallace, wie? Vielleicht kann man ja die DNA so verändern, dass kein Mensch mehr korrupt ist 😉

    LOST?

    Ach ja. Darüber hab ich ein wenig gelesen. Sehr seltsam, was da so abgeht, in der Serie.

    Übrigens, der gute Arnold Schwarzenegger wird „liebevoll“ Schwarzy genannt. Coolio, ha?

  6. pebowski Mittwoch, 24 Februar, 2010 um 2:10

    Und bei der Ausstellung der Annie Leibovitz war ein ordenbehängtes Porträt eines Generals mit namen Schwarzkopf. Seltsamerweise waren daneben aber keine RKB-Flyer, keine Plakate, keine Buchstapel, gar nix. Was ist da schiefgelaufen???!!! 😉

  7. die Radiomarijke Sonntag, 28 Februar, 2010 um 23:41

    in Aachen gibt’s ein Wiener Café Haus in dem Gyros mit Tzatziki serviert wird 🙂

  8. die Radiomarijke Montag, 1 März, 2010 um 15:24

    🙂 ich bestell demnächst nen Wiener Kebap!

  9. Richard K. Breuer Dienstag, 2 März, 2010 um 0:36

    Davon gibt’s in Wien wahrlich genug 😉

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