4,2 Billionen Papiermark und ein Bumerang

„Es waren die Briten, die die Nazis die Machtergreifung ermöglichten. Das war kein spontanes Ding der Deutschen. Die Briten haben die Nazis an die Macht gebracht. Und zwar mit Absicht.“

Lyndon Hermyle LaRouche, Jr.

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Lyondon LaRouche provokes sharply contrasting views. His supporters see him as a political leader in the tradition of Roosevelt and Martin Luther King, Jr., and a brilliant thinker who has been unfairly persecuted, while critics regard him as a cult leader, a conspiracy theorist, a fascist, and an anti-Semite.[3]

WikiPedia (25.02.2010/11:05)

1914 war ein US-Dollar etwa 4,2 Papiermark wert.
1923 war ein US-Dollar etwa 4.2 Billionen Papiermark wert (November).

Wahrlich, ich habe mir oft Gedanken gemacht, wie die NSDAP zu ihrem nicht gerade geringen Budget kam. Man muss sich ja vor Augen führen, dass in den 20ern und 30ern die Wirtschaft in Deutschland darnieder lag, es eine Hyperinflation („Ein Kilo Brot?“ Na, ein paar Billionen wird’s schon kosten!“) und eine Hyper-Deflation gab, ausgelöst durch die horrenden Reparationszahlungen der Alliierten (ach ja, der erste große Krieg in Europa, den wir Österreicher nicht wollten, aber machten – oder wenigstens auslösten!). Immer, wenn ich mir die vergangenen Ereignisse besah, bemerkte ich diesen Hass, den die Briten und Franzosen hatten, wenn es um das damalige Deutsche Reich ging. Wir wissen (oder sollten es zumindest), dass die Friedensverträge darauf abzielten, Deutschland als Nation zu schwächen. Längerfristig. Vielleicht sogar für immer. Who knows? Und Österreich-Ungarn? Gab es nicht mehr. Die Völker aus dem Vielvölkerstaat wurden in ihre „Freiheit“ entlassen und gründeten (besser: sie wurden von den Alliierten beschlossen) neue Staaten.

Wie dem auch sei. Die Frage ist nun: stimmt es, dass die Briten die NSDAP-Riege förderten und finanzierten? Und wenn dem so gewesen wäre, würde man es im Nachhinein (also, nach dem der nächste große Krieg die Welt an den Abgrund brachte) zugeben? Oder würde man besser diese „Tatsache“ unter den Tisch fallen lassen? Und noch mehr frappierend und erschreckend ist, dass diese besondere Form der „Außenpolitik“ (man setze ein freundliches „aristokratisches“ Regime ein, um das eigentliche Ziel in diesem Land – z.B. günstige Rohstoffe, billige Arbeitskräfte zu erreichen) noch heute Anwendung findet. Und je mehr man (ich) darüber nachdenkt, umso mehr fällt es einen wie Schuppen von den Augen, dass es in der Tat die Politik eines Imperiums (oder einer Nation, die sich dazu aufschwingt) ist. Kurz: Ausbeuten und Niederhalten. Könnte es also sein, dass die USA diese Politik einfach von den Briten nach 1945 übernommen haben? „Never change a winning system“, nicht?

Und ist es nicht eigentümlich, dass man zwar das Wort „Imperialism“ oft mit den USA in Zusammenhang bringt, aber darüber keine großen Gedanken verliert? Warum? Zu sehr ist diese Gleichung „USA = Imperiale Macht“ abgelutscht,  link-isch und aktivistisch. Man hält es zumeist für die Übertreibung der absonderlichsten politischen Gruppierungen. Und genau darin liegt vermutlich unser größtes Problem: dass wir Schein und Sein nicht mehr auseinanderhalten können. Die USA haben Hollywood, haben vermutlich die besten PR- und Werbestrategen dieser Welt, denen Budgets zur Verfügung stehen, mit denen man ohne Probleme Österreich aufkaufen könnte („Für den Preis geb ich Ihnen Südtirol noch dazu. Was sagen Sie?“).  Wie soll da ein Einzelner jemals durchblicken? Wie soll da ein Einzelner jemals die „Wahrheit“ herausfinden? Wie soll da ein Einzelner die zwei Seiten dieser Medaille erkennen? (merke: es gibt immer eine zweite Seite!)

Wie dem auch sei. Der oben erwähnte LaRouche sagte 2008 das baldige Ende des bestehenden Finanzsystems voraus. Naja. Ist das nicht ein wenig übertrieben? Wir schreiben 2010. Spüre ich etwas von diesem nahenden Ende? Oder von einem immensen Wirtschaftskollaps? Nicht die Bohne. Ich verdiene genauso wenig oder viel wie ehedem. Die Preise, zugegeben, legen ständig zu. Meine (kalte) Miete ist etwa von € 300,- (damals noch in Schilling 4.200,-) im Jahr 1998 auf rund € 440,- gestiegen. Ist das normal? Vermutlich. Alles wird teurer, nicht?

Was man aber durchaus bemerken kann ist, dass die Staaten allesamt horrende Kredite aufgenommen haben, um die Finanz- und Wirtschaftskrise, die da draußen lauert, zu begegnen. Wie soll dieser Schuldenberg jemals zurückgezahlt werden? Und bedeutet nicht jede Schuld auch eine Abhängigkeit gegenüber dem Gläubiger? Man könnte einen Blick nach Griechenland werfen, das am Rande des Bankrotts steht (und in Gefahr ist, die  Zinsen ihrer Schulden nicht mehr zahlen zu können). Ausländische Banker und Finanzleute (Weltbank?) „besuchen“ die griechische Regierung und teilen dieser mit, was sie tun müssen, um wieder „wettbewerbsfähig“ zu werden: Staatsausgaben auf ein Minimum reduzieren und bis ans Ende ihrer Tage sparen, sparen, sparen! Es geht also nur um eines: der Staat soll sich nicht mehr um das Gemeinwohl seiner Bevölkerung kümmern (das wäre eigentlich das oberste Gebot, denn nur deshalb existiert ein Staat überhaupt), sondern um die Zahlung der Zinsen (die Schulden zu tilgen wird nicht in tausend Jahren für uns möglich sein!). Ist es nicht paradox, dass wir ein ähnliches Szenario in den 1920er gesehen haben? Als die britischen Bankiers immensen politischen Druck auf die Deutsche Regierung ausübten? (rührt vielleicht daher der oftmals unverstandene Hass der Vielen gegenüber der Wenigen?) Deutschland blieb nichts anderes übrig, als ihr „Familiensilber“ zu verhökern: ihre Staatsbetriebe. Um billig Geld gelangen so ausländische Investoren in den Besitz darniederliegender Firmen und Konzerne, die wiederum in späterer Folge die politischen Ambitionen eines österr. Autors (von dem in diesem Blog bereits die Rede war) und seiner braunbehemdeten Bewegung zu unterstützen. Warum sollten also die britischen Bankiers die Faschisten unterstützen? Weil die Bankiers davon ausgingen, dass nur Knute und Peitsche einer Diktatur die deutsche Bevölkerung davon abhielt, gegen die wirtschaftlichen Einschränkungen („Hungerlohn“) zu protestieren und zu revoltieren (der Streik im Ruhrgebiet, als dieses von den Alliierten besetzt wurde, gab diesen ein warnendes Beispiel).

Wie geht nun die Wirtschaftselite mit Griechenland um? Welche „Knute“ steht diesen zur Verfügung? Zum Einen natürlich die Propaganda der „freien“ Medien. Durch diese werden die Mitgliedsstaaten immer wieder daran erinnert, wie ungerecht und eigennützig die griechische Bevölkerung agiert und – wichtig! – dass jeder Einzelne für deren Weigerung, den Schuldenberg abzubauen, zur Kasse gebeten wird. Sollte die griechische Bevölkerung also weiterhin widerspenstig bleiben, gebe es mehrere Szenarien, wie die Wirtschaftselite dieser Weigerung begegnen wird. Der einfachste Weg ist, die anderen Mitgliedsstaaten unter Druck zu setzen und diese an ihre „moralische Pflicht“ zu erinnern. Diese geben natürlich diese „moralische Verpflichtung“ wiederum an Griechenland weiter („Schwarzer Peter“) und erzeugen eine Patt-Situation. Die Wirtschaftselite wird den Euro unter Druck setzen, so lange nicht das „Problem“ gelöst ist – womit die anderen Mitgliedsstaaten unter Zugzwang kommen. Ich gehe davon aus, dass es zu einem „bail out“ (Kredit/Bürgschaft) der EU kommen wird, mit der Begründung, man wolle die Kreditwürdigkeit der EU nicht gefährden. Daraufhin würden neue Richtlinien und Gesetze verabschiedet werden, die eine Offenlegung und Prüfung der Staatsfinanzen in den einzelnen Mitgliedsstaaten zwingend vorschreiben (die Bevölkerung wird diesen Schritt begrüßen, da dieser von den Medien als „gerecht“ angesehen wird). Damit ist die EU am besten Weg, früher oder später, alle Einnahmen der Mitgliedsstaaten einzukassieren („EU-Finanzamt“) und sich dann an die Umverteilung („EU-Ausgleich“) zu machen. Damit würde es den einzelnen Staaten nicht mehr möglich sein, seinen Verpflichtungen „davonzuprotestieren“. Man könnte sagen, es ist eine Form der Gehaltspfändung. Oder Sozialhilfe. Oder Hartz EU.

Die Ironie der Geschichte ist, dass wir Europäer, die einstmaligen Herren dieser Welt, nun von einem System beherrscht werden, das die gleichen menschenverachtenden Spielregeln benutzt, um zum Ziel zu kommen, wie es der koloniale Imperialismus vorgibt. Während wir lange Zeit zugesehen und sogar mitgemacht haben, wenn es darum ging, andere Länder und ihre Bewohner auszubeuten, und wir keinen Augenblick daran dachten, dass es unethisch, unmoralisch oder verwerflich sei, so fällt uns dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit nun auf den Kopf. Es wird zu einem Bumerang. Schmerzhaft!

Und wie reagiert die Welt, wenn es um die Schuldenlage der USA geht? Es kommt nicht von ungefähr, warum die arbeitsintensiven Industrien allesamt nach Indien, China oder Dritte-Welt-Länder ausgelagert wurden. Dort können die Belegschaften noch ordentlich drangsaliert werden. Der „War on Terror“ wurde in den letzten zehn Jahren dazu benutzt, die Rechte des US-Bürgers einzuschränken und staatliche Kontrollen auszuweiten. Das rechte Lager in den USA formiert sich. Lehnt sich auf. Und wird gerade diese bestehenden „Anti-Terror“-Instrumente verwenden, um unpopuläre Gesetze durchzusetzen. Hätte man einem GI 1945 gesagt, dass die USA zwei oder drei Generationen später jenen Faschismus, den der GI in Europa bekämpfte, zu Hause haben wird, was hätte er darauf geantwortet? „No way, Kraut!“  – Und doch hätte dieser junge Soldat bereits damals die ersten Anzeichen sehen müssen, wie der Hase läuft und wohin der Karren rollt: Schwarze Amerikaner wurden von weißen Arbeitern misshandelt, wenn sie einen Beruf erlernen wollten; die weiße Arbeiterschicht befürchtete nämlich, dass ihnen die „black people“ die Arbeitsplätze wegnehmen würde; jene Minderheit also, die zu Hause misshandelt und missachtet und keinerlei Rechte hatte, durfte für die Freiheit Amerikas gegen ein faschistisches Regime in Europa und Asien kämpfen; „Yah, that’s the american way, folks!“ Ich befürchte, die propagierte historische Alleinstellung der damaligen Ereignisse um die Braunhemden („NIE WIEDER!„) hat die notwendige Auseinandersetzung mit all den Motiven und Veranlassungen als unwichtig erachtet. Hätte man damals die Vorkommnisse bis ins kleinste Detail recherchiert, man würde zum Schluss kommen, dass jede demokratische Verfassung, wenn es die wirtschaftlichen Umstände erlauben, in eine Diktatur kippen kann. Dieser „Coup d’etat“ muss nicht blutig sein, vielmehr kann der Umsturz von der breiten Bevölkerung mitgetragen werden.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass eine Wirtschaftselite, deren Macht „nur“ im bestehenden System funktioniert, alles, wirklich alles, daran setzen wird, dieses System am Leben zu erhalten. Egal, wie viele Menschenleben es kosten wird. Das klingt wieder sehr nach einer überzogenen aktionistischen link-ischen Meinung. Und in der Tat sträubt sich ein Teil in mir, solche Zeilen zu schreiben. Das Bild des vermummten Molotow-Cocktail werfenden Aktionisten, der das Heil im kommunistischen Manifest sieht, springt einem förmlich an. Nein, mit diesen habe ich nichts am Hut (oder sonst wo). Aber wie leicht kann man mich in diese Ecke „kommentieren“? Überhaupt, ist es nicht unmöglich, gegen eine konditionierte Wahrheit anzuschreiben?

Gesetzt dem Falle, du, ja, du, würdest zu dieser Wirtschaftselite gehören. Dein Vermögen beläuft sich auf 9 Milliarden Euro. Du verfügst über großen Einfluss, mehrere Jets, Limousinen, Häuser, Villen, Immobilien, Kunstwerke und weiß der Teufel, was noch alles. Verwandtschaft und Bekanntschaft sind im Kreise der Multi-Millionäre und Milliardäre zu finden. Oder agieren in den höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreisen. Durch kleinere Bewegungen an den Börsen verdienst oder verlierst du ein paar Millionen. Dir gehören namhafte Unternehmen, du besprichst dich mit führenden CEOs, verhandelst mit Staatsminister (durch Strohmänner!). Du verhandelst um Aufträge, die zig Millionen Profit versprechen. Ich denke, wir wissen, wie der Hase läuft, oder? Würdest du nicht all deine Energie daran setzen, dass das System, dass dir täglich Millionen in die Kassen spült und dir ein sorgenfreies, erfülltes Leben beschert, bestehen bleibt? Nehmen wir an, ein brotloser Autor fabuliert in seinem Blog etwas von Wirtschaftseliten, die die Bürger verdummen und versklaven wollen. Möchten wir den Autor zum Schweigen bringen, dann gibt es eine ganz einfache Möglichkeit: Wir verlegen seine Bücher, lassen ihm ein paar Krümel vom Kuchen übrig und innerhalb kurzer Zeit gehört er zur Propaganda-Maschine des Systems. Warum? Weil er sich davor fürchtet, dass ihm jemand diesen Krümel wegnehmen könnte.

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„Die Revolution macht den Frustrierten eine unerhörte Versprechung: die erlittene oder eingebildete Verachtung rächen zu können.“ Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution I, S. 445

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So viel dazu. Brouillé steht nun am Arbeitsplan. Auch eine Möglichkeit, das Millionstel eines Krümels abzubekommen.

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