richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Die Dinge, die da wohl noch kommen mögen

Als ich gestern den letzten Feinschliff am Umschlag für „Brouillé“ anbrachte, da kam es mir in den Sinn. Ein populäres Sachbuch zu schreiben, ein Buch, das sich mit den Hintergründen konspirativ politisch motivierter Verbrechen beschäftigt. In den letzten Wochen wurde mir mehr und mehr klar, lag es förmlich auf der Hand, dass wir uns im Kreis drehen. Man nehme die Mondlandung aus dem Jahr 1969. Die einen, eine Minderheit, behaupten, die NASA hätte die Mondlandung nur für die Welt und die TV-Zuseher inszeniert (wer erinnert sich nicht an den beängstigend real wirkenden Hollywood (!) – Film Unternehmen Capricorn / Capricorn one? Übrigens, im Forum spricht man bereits von einem Remake). Jedenfalls gibt eszu diesem Thema (und vielen anderen) gute wie schlecht gemachte Dokumentarfilme. Je nach Intention wird einmal  die eine Seite („FAKE!“) oder die andere („Dare you!“) herbeidokumentiert. Hunderte von Fotos und Filmen werden bis in das kleinste Staubkorn untersucht, Thesen und Überlegungen dazu angestellt.

Ich denke mir, die Wahrheit (als würde es nur eine geben) wird sich nicht so leicht herausfinden lassen. Freilich, eine Idee hätte ich dazu. Würden wir unser Augenmerk auf die Menschen richten, und nicht auf Fotos und Filme, vielleicht erfahren wir auf diese Weise, was geschehen sein könnte.

Aber machen wir uns nichts vor. Voltaire hatte wohl Recht, wenn er sagt, dass Geschichte jene Lüge ist, auf die man sich geeinigt hat.“ Nichtsdestotrotz wollte ich nur für mich festhalten, dass ich überlege, an einem Sachbuch zu arbeiten. Nebenbei, versteht sich. Weil ja noch „Madeleine“ und „Penly“ und „Erik“, vielleicht auch „Azadeh“ ihren Platz im (virtuellen?) Bücherregal bekommen sollten. Meine Lieblingskorrektorin aus Mainz hätte jedenfalls nach der Durchsicht von „Brouillé“ großen Appetit auf „Madeleine“ bekommen. Tarantinoeske Blutopern sind ihr nicht fremd. Das ist gut. Denn wer würde schon vermuten, dass der Wilde Westen an der Küste Nordfrankreichs, im Jahr 1789, ausgebrochen ist? Eben!

Zu guter Letzt deuten die Zeichen auf Sturm. Glaubt natürlich keiner, weil man uns in Watte packt bzw. weil wir uns gerne darin einpacken lassen (so flauschig). Man könnte meinen, während die USA in den letzten sechzig Jahren ihren „american way of live and economic desaster“ in die Welt exportiert hat, hat Österreich die Kaffeehausmentalität in alle Erdteile gebracht („Nau, vielleicht reden wir ein bisserl darüber“; „so schlimm wird’s schon net sein, net?“). Aber dann und wann regt sich etwas im Kopf. Da war doch etwas, beginnt man sich zu erinnern. Unruhe. Volkszorn. Brennende Vorstädte. Wann war das doch gleich? 1789?

Griechenland, 2008

„Die Revolution macht den Frustrierten eine unerhörte Versprechung: die erlittene oder eingebildete Verachtung rächen zu können.“  Kritisches Wörterbuch der Franz. Revolution – Band I, S. 445

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2 Antworten zu “Die Dinge, die da wohl noch kommen mögen

  1. die Radiomarijke Donnerstag, 4 März, 2010 um 15:21

    uuuuuuuuh vielleicht solltest du dich gemeinsam mit Michael Moore im Kreis drehen? da käme DER Sachbuchknaller 2011 raus.

  2. Richard K. Breuer Donnerstag, 4 März, 2010 um 15:31

    Das Leben ist ja bekanntlich ein Ringelspü, des is a Hetz und kost net vü …

    Im Kreis drehen, also, da wird mir schwindlig und ich speib mich an. Holy Ernesto, sozusagen. Frag mich die ganze Zeit, was aus dem Michael Moore geworden ist. Zur Oscar-Verleihung wird er ja nicht mehr eingeladen.

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