richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

ein ebook für Brouillé

Okay. Es geht wieder los. Nach dem ich bereits für die ersten drei Bücher ein ebook fabriziert habe, geht es nun mit Brouillé weiter. Es ist eine recht mühsame Angelegenheit, beinah könnte man behaupten, ich würde das Buch ein zweites Mal durcharbeiten. Natürlich könnte ich es mir einfacher machen, aber, hey, ich will mich am Morgen noch im Spiegel betrachten können, ohne mir vorhalten zu müssen, dass ich ein faules Aas bin. Die ebooks (epub, mobipocket, PDF), die ich im ebeam-shop eingestellt habe, verkaufen sich in der Tat von alleine. Das ist nicht nur angenehm, sondern zweckmäßig.

Zwischenzeitlich wirft das ebook eine Menge Fragen auf, die nicht hinreichend beantwortet werden können. Wie so oft, wenn eine neue Technologie eine alte überholt, aber die Leute in den bestehenden alten Strukturen dies nicht wahrhaben oder nicht akzeptieren wollen.

http://www.boersenblatt.net/372481/

Die Verlage sehen sich gezwungen, ihr Dasein in Zeiten des ebooks zu rechtfertigen. Aber ist es wirklich gerechtfertigt, wenn ein Verlag ein ebook veröffentlicht und es dem Autor mit schlappen 10 oder 20 % des Verkaufspreises honoriert? Jeder kann ein ebook selber erstellen, wenn er sich ein wenig mit der Software auseinandersetzt (wir können davon ausgehen, dass in einem Jahr die Konvertierung so einfach ist, wie heute eine CD auf mp3 zu rippen). Oder man lässt das ebook erstellen. Etwa 150,- soll das für ein gewöhnliches Buch kosten, habe ich erst unlängst auf einem Vortrag im öster. Hauptverband des Buchhandels gehört. Besonderheiten (Formeln, Bilder, viele Fuß- und Endnoten usw.) sind da natürlich gesondert zu verrechnen.

Ich werde leicht nervös, wenn ich mir vorstelle, was den (großen) Verlagshäusern so einfallen wird, um sich nicht ins Abseits zu bugsieren. Auch hier haben wir wieder das Dynamit, das Nitro und das Glyzerin, der Neuzeit: Einfluss und Geld! Machen wir doch einfach eine kleine Hausaufgabe: Sie, ja, Sie sind CEO von Random House, einem der größten Verlage der Welt. Sie haben natürlich gute Kontakte zu den anderen großen Verlagshäusern weltweit. Es gibt ein (nicht öffentlich zugängliches) Meeting , sagen wir, in New York City. Neben dem Buchverlag sind natürlich auch die Zeitung und Magazine vertreten. Allesamt wollen sie eines: Einfluss vergrößeren und weiterhin Profit machen!

Was würde da jemanden einfallen? Um diese Aufgabe lösen zu können, müssen wir unsere moralischen und ethischen Empfindungen auf den Müll werfen. Es geht nur darum, eine Lösung zu finden. Egal wie.

Also, ich würde zum Beispiel eine weltweite (natürlich aufgeteilt in Europa, USA, Asien usw.) Kommission ins Leben rufen, die jedes ebook auf „gefährliche, anstößige, moralische, religiöse“ Inhalte prüft. Immerhin gibt es ja in vielen Ländern dieser Erde eine Form der „Ablieferungspflicht“ für gedruckte Bücher an die Nationalbibliotheken, das gesetzlich verankert ist. Warum nicht auch für ebooks? Man müsste nur sicherstellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich solch eine „Kontrolle“ wünscht. Wie? Ja, das ist eine gute Frage. Haben Sie die Antwort? Und wie gesagt: Ihnen steht ein Budget von zig Millionen zur Verfügung, Sie haben Einfluss in die höchsten Regierungskreise, die größten Medienhäuser würden sich gleichschalten und absprechen.

Das klingt absurd? Hätte es jemand für möglich gehalten, dass sich die Unternehmer weltweit darauf einigen, dass DVDs mit einem Region-Code ausgestattet werden? So dass sich kein Europäer eine DVD aus den USA und kein Amerikaner eine DVD aus Europa ansehen kann. Sie sagen: Hey, das ist gut so, sonst würde unsere Industrie darunter leiden, wenn Europäer die DVDs in den USA bestellen könnten. Aha. Wie wäre es, wenn den Unternehmer einfallen würde, dass man auch keine Bücher im Ausland bestellen dürfe. Ist das auch okay? Oder ist das nicht eine Einschränkung?

Man muss sich nur ansehen, wie es bei youtube abläuft. Dort wird der Sound eines jeden hochgeladenen Videoclips automatisch überprüft. Falls die Prüfung erkennt, dass ein Song verwendet wird, wofür der Inhaber des Videos keine Musikrechte hat, wird der Clip gelöscht. Übrigens, seit 10.10.2006 wurde youtube von einer kleinen Firma namens Google übernommen. Für kolportierte USD 1,65 Milliarden. So nebenbei muss darauf hingewiesen werden, dass bis dato kein vernünftiges Kostenmodell für youtube existiert. Ist das nicht seltsam, dass eine Firma, die übrigens mit der NSA (National Security Agency) kooperieren will, so viel Geld hinblättert, ohne zu wissen, ob es sich jemals rechnet?

Think big, folks!

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