richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Supertax me!

In the 1950s the marginal tax rate on those earning more than $3 million a year (in today’s dollars) was 91 percent. By 1990 it was 28 percent. The IRS says that the top 400 richest tax filers actually paid a rate of just 16 percent in 2007 (the latest numbers we have). Yep, the richest earners — people who took in an average of $343 million each — probably paid a lower rate than you did.

Les Leopold

Executive Director of the Labor Institute and Public Health Institute in New York on alternet

Wer erinnert sich noch (Schulzeit längst vorbei, ha?) an die auslösenden Faktoren der Französischen Revolution? Gab es da nicht viele laute und verzweifelte Stimmen, die forderten, dass der Adel zur Kasse gebeten werden sollte? Im Ancien Régime war der Aristokrat von vielen Steuern befreit (freilich nicht von allen!) und hatte gleichzeitig eine Reihe von Privilegien, die ihm niemand streitig machen konnte und an denen er durchaus profitierte (zum Beispiel das  alleinige Recht der Jagd und Fischerei in seinen (verpachteten) Besitzungen).

Über die vielen Auslöser der Revolution im Einzelnen wollen wir hier nicht befinden, nur darauf hinweisen, dass zu aller Anfang das aufstrebende und wohlhabende Bürgertum sehr bestrebt war, eine Veränderung im Staat herbeizuführen. Sie wünschten sich, Teil dieser so bewundernden Aristokratie zu werden, oder, falls dies nicht möglich war, den Adel zu zerschlagen. Die Triebfeder des Kommenden waren also gebildete, reiche Bürger und Unternehmer.

220 Jahre später ist das gebildete und wohlhabende Bürgertum nur noch ein Schatten ihrer selbst. Wer sollte also eine revolutionäre Umverteilung nicht nur fordern (die Arbeiterklasse tut es schon längst, hat aber keinen politischen Einfluss), sondern auch (gegen die bestehende Elite/Aristokratie) vorantreiben? Ich denke, es ist die kreative Klasse. All diese Künstler, Journalisten, Werbeleute, Grafiker, Video, Designer, Programmierer, Musiker, Maler, Konsulenten, Philosophen, Trainer und so weiter, die in ihrer Existenz gefährdet sind (Prekariat). Sie haben viel zu gewinnen, so gut wie nichts mehr zu verlieren. Jetzt, wo immer mehr dieser Kreativen in die Brotlosigkeit abrutschen, werden Stimmen laut, das System, die Verteilung zu überdenken. Und diese Leute sind smart! Das damalige Bürgertum des Ancien Régime wusste, wie sie ihren Forderungen Nachdruck verleihen konnte: mit der Mobilmachung des Proletariats (der Schuss ging später freilich nach hinten los!).

Anzumerken ist, dass vor 1789 die Anzahl an Pamphleten und (verbotenen) Druckschriften förmlich explodierten und sehr offen die Missstände anprangerten und zuweilen rigorose Maßnahmen forderten. Die Königliche Zensur konnte dieser Flut an Druckschriften nicht mehr Herr werden. Erinnert das nicht an das World Wide Web?

Ist das alles zu weit hergeholt?

In den USA gibt es etwa 110 Millionen Steuerzahler. Etwa 39 Millionen sind auf Food Stamps (Zuschuss für einkommensschwache Familien), rund 26 Millionen sind ohne Arbeit oder in einer losen Anstellung. [Quelle]

Mit anderen Worten: etwas 30 Millionen Amerikaner sind ziemlich angepisst! Viele haben Ihr Haus verloren, viele werden noch ihr Haus verlieren (wer hat von dieser Krise profitiert?), das heißt: no job, no home, no hope!

Wenn ich die Zeitung aufschlage, im TV zappe, was lese ich, was sehe ich davon?
Nichts!
Warum?
Vielleicht, weil die Medien in der Hand von wenigen Super-Reichen sind? Wäre ich einer dieser Kerles, also, ich würde in jeder großen Stadt Gratiszeitungen verteilen (wo liegen diese auf?), in denen lang und breit über all die Nichtigkeiten dieser Welt befunden werden. Skandalträchtiger Gossip, der nicht das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist. Wo kommt eigentlich das (billige) Papier her? Und wie kann sich eine Gratiszeitung wirtschaftlich rechnen? Nur durch Werbung? Okay. Wenn sich die Zeitung nur durch Inserate finanziert, kann dann eine Gratiszeitung überhaupt vom Prinzip her unabhängig berichten? Einer Gratiszeitung kann es nur um eines gehen: so viele Leser wie nur möglich zu locken, um ihre Inserate so teuer wie möglich zu verkaufen. Das heißt: eine Gratiszeitung muss der breiten Masse, der politischen Kaste und den Inserenten gefallen. Wir können uns vorstellen, was für einen desinformativen Unterhaltungsbrei das ergibt, oder?

Think, folks!

update: Richard Fuld, Ex-CEO der insolventen Bank Lehman Bros. zahlte sich in 15 Jahren den Betrag von rund USD 500 Millionen als „personal compensation“ aus. [Quelle Financial Times / msnbc.com] Lehman Bros. ist die größte Firmenpleite in der Geschichte der USA und dürfte die Finanzkrise 2008 mitausgelöst haben.

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