richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Tagesarchive: Dienstag, 4 Mai, 2010

die kleine Wohlfühloase der Annemarie L.

Annemarie Leimer vor ihrem YOGA-Studio, Wien 20

[Basistext für die Grätzelzeitung Zwischenbrücken] Ich treffe Annemarie Leimer in ihrem Studio Yoga & more zum Gespräch. Sie ist auf Anhieb sympathisch, lacht herzlich und strahlt eine wohltuende Ruhe aus. Falls jemand einen Beweis suchen sollte, dass Bewegung und Spaß an der Arbeit förderlich für das Wohlbefinden sind, nun, der muss nur ein paar Minuten mit Annemarie zubringen. Sie zeigt mir ihr Yoga-Studio, ein etwa 150 m² großer zweigeteilter Raum im Untergeschoss eines Mietshauses, das sich gegenüber dem Millenniumtower befindet. Im großen Eingangsbereich des Studios gibt es Stühle, Tische und eine attraktive, einladende Bar. Durch eine Türe abgetrennt gelangt man in den YOGA-Raum. In diesem mit Parkett ausgelegten Raum werden die verschiedenen Übungseinheiten und Workshops abgehalten. Duschen und Sanitäranlagen sind vorhanden und können von den Teilnehmern genutzt werden. Es sieht sauber und hygienisch aus.

Nach dem mir Annemarie alles gezeigt hat, setzen wir uns an einen Tisch und plaudern zwanglos. Sie erzählt mir, dass sie im Februar 2004 das ehemalige Kellerlokal übernommen habe und sich keinen besseren Platz vorstellen könne. Nebenbei sei erwähnt, dass sie nur wenige Minuten von ihrem Studio entfernt wohnt. Der Hauseigentümer, der übrigens sehr nett und zuvorkommend ist, wie mir Annemarie versichert, hat die Lokalität renoviert und ihren Wünschen gemäß angepasst. Im Jahre 2006 entschließt sich Annemarie ihren gut bezahlten und sicheren Brotjob im Finanzmanagement aufzugeben und sich hauptberuflichen ihrem Studio zu widmen. Ein mutiger Schritt? Es sei ihre beste Entscheidung gewesen, antwortet sie mit einem ehrlichen Lächeln. Auch wenn es anfänglich nicht einfach war, die Menschen für YOGA & more zu interessieren, so läuft das Geschäft heute ausgezeichnet. Es spricht sich eben herum, was ich hier tue, sagt Annemarie. Neben den verschiedenen YOGA-Kursen bietet sie Pilates, ZEN Meditation und Ernährungsberatung an. Ein gesundes Abnehmprogramm rundet ihr Angebot ab.

Ich frage Annemarie, was sie denn für Tipps hätte, um das Wohlbefinden des Lesers zu steigern. Bewegung und frische Luft, antwortet sie und erzählt mir noch mit strahlenden Augen vom blühenden Flieder, den sie letzte Nacht gerochen habe, als sie nach Hause ging. Positives Denken, sagt sie, sei ganz ganz wichtig. Ich pflichte ihr bei. Das Raunzen und Jammern wird ja bekanntlich dem Wiener in die Wiege gelegt. Manchmal hat man das Gefühl, viele Menschen kämpfen förmlich gegen ihre Zufriedenheit an. Also, nicht immer gleich das Schlechte in den Dingen sehen. Ernährung, sagt sie, sei natürlich auch wichtig. Also mehr Gemüse und Obst auf den Tisch und dafür weniger zuckerhältige Limonade und Fastfood.

Annemarie macht mich noch auf das Blumenbeet vor ihrem Studio aufmerksam. Seit drei Jahren begrünt und pflegt sie es, inmitten von Autos, Hunden und einkaufswütigen Passanten.  Obwohl es anfänglich viele Stimmen gegeben hat, die meinten, es würde nicht funktionieren, erfreut es sich nun großer Beliebtheit und verschönt die nicht gerade mit Schönheit gesegnete Straßenecke. Annemarie hat auch nicht locker gelassen und sich für das Blumenbeet beim Stadtgartenamt eingesetzt. Als ich mich von ihr verabschiede, die schmale Straße überquere und einen Blick auf das Blumenbeet werfe, denke ich, dass es mehr aktive Bürger wie Annemarie geben müsste. Dann, ja, dann würde das Grätzel noch mehr leben und endlich – im wahrsten Sinne des Wortes – aufblühen.

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