eine gefräßige Krake und ein gutes Gefühl

„Tarantino und De Sade verbringen gemeinsam einen kreativen,
aber sturzbetrunkenen Nachmittag.“
Madame Anonym über Kapitel 66
MADELEINE (Beta)

Madeleine
Anatomie einer Tragödie
am Vorabend der Französischen Revolution
Band III – Morris – 1789

ISBN
978-3-9502498-3-5

Als Autor darf man nicht den Fehler begehen, zu glauben, dass die ganze Welt auf das neue Buch wartet. Ganz im Gegenteil. In der Schwemme an neuen Veröffentlichungen geht jedes Werk unter, das nicht groß beworben, das nicht oft besprochen wird. Qualität definiert sich nicht in erster Linie durch den Text, die Aufmachung, sondern vielmehr durch die Rezeption der Multiplikatoren und Medien. Gut ist, was in aller Munde ist. Schlecht ist, was niemand kennt.

So! Die ersten Aussendungen zum Club der 99 gemacht. Wenn ich es also schaffe, mit MADELEINE, sagen wir einmal 20 Fans zu gewinnen, die in der realen, aber vor allem in der virtuellen Welt, AKTIV auf andere potenzielle Fans zugehen, sie von diesem Projekt zu überzeugen trachten, dann könnte ein erster Schritt getan sein. Dieser stetige Strom an neuen Fans generiert wiederum Interesse und Neugierde. Eines kommt zum anderen. Wichtig ist, dass dieser Strom kontinuierlich ist, nicht abreißt oder versiegt. Nur Veränderung (das wussten schon die alten Chinesen) führt zum Ziel. Deshalb ist jeder, der in dieser Gruppe der 99 eingetragen wird, verantwortlich dafür, dass die Sache zum Erfolg gerät. Im besten aller Fälle, wenn das Taschenbuch im Postkasten liegt, wenn man es zum ersten Mal aufschlägt, darin blättert, dann darf sich jedes Mitglied sagen, dass MADELEINE ohne seinem Zutun nicht in dieser Form zustande gekommen wäre. Er wird das Buch anderen ihm bekannten, lieben Menschen zeigen und ihnen die Geschichte erzählen, die Geschichte der 99. Und er wird sich gut fühlen.

*

Im Beitrag von Daniel Pinchback, einem unabhängigen Filmemacher, geht es um das Thema der Eigenvermarktung von Kunst, in seinem Falle um einem Dokumentarfilm. Er schreibt: „In der Musik war Peter Gabriel einer der ersten, der erkannt hat, dass es eine Verschiebung  in der Gewichtung geben würde. Nicht mehr das fertige Produkt, also das Album, die Single, sollte an erster und letzter Stelle stehen, sondern vielmehr der Prozess und die kontinuierliche Entwicklung einer Gruppe oder eines Künstlers. Er sah ein Modell voraus, wo das Publikum sich an einen Künstler von Anfang an beteiligte und ihm bis zum fertigen Werk unterstützte.“

Daniel Pinchback bemerkt, dass die Künstler immer mehr zu Wirtschaftsleuten werden und umgekehrt. Die Vermarktung und der Vertrieb von Indie-Filme dürfte in den letzten Jahren drastisch an Boden verloren haben. Jetzt sind die Filmemacher, die Kreativen an der Reihe, sich Gedanken zu machen, wie man den fertigen Film an den Mann und an die Frau bringt. Durch das Web erschließen sich neue Betätigungsfelder, ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Aber mit welchem zeitlichen und finanziellen Aufwand dies verbunden ist, steht auf einem anderen Blatt Papier und von den (zählbaren) Ergebnissen, die all diese Mühen abwerfen, einmal ganz zu schweigen.

Je mehr ich mich mit dem Thema „Selbstvermarktung“ beschäftige, desto mehr komme ich zum Schluss, dass mit jedem Tag schwieriger wird, sich zu behaupten. Immer mehr Kreative drängen auf den „Markt“, wollen gehört, wollen gelesen, wollen gesehen werden. Immer mehr finanzkräftige Medienhäuser bedienen sich des „Herrn Meier“ und der „Frau Müller“, die für ein hübsches Trinkgeld gerne die eine oder andere Werbebotschaft, unauffällig verpackt, im Web verbreiten. Virales Marketing bzw. ein Hype entsteht nicht durch nichts. Es ist wie eine gefräßige Krake, die ständig gefüttert werden muss, damit sie wächst und noch mehr potenzielle Multiplikatoren anlockt und in ihre Arme bekommt. Poseidon würde das wohl gefallen.

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2 Kommentare zu „eine gefräßige Krake und ein gutes Gefühl“

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