Steckerlfuchs und ein Schreibtisch

Die gute Uschi Fuchs, in den Weiten des virtuellen Webs auch als Foxy bekannt (klingt das nur für mich nach Sixties, Minirock und London?), warf mir ein  S t e c k e r l zu. Prinzipiell halte ich ja von diesen „Sag mir, was du gerade tust!“-Aktionen nicht viel. Aber weil ich sie erst kürzlich beim Webmontag kennen lernte und sie ein  ganz ein sympathischer Fuchs ist, dachte ich mir, man(n) will es sich nicht mit ihr verscherzen und tut, wie einem geheißen. Noch dazu, wo es um den Schreibtisch geht. Und der ist ja bei mir im Lebensmittelpunkt. Ich verbringe sicherlich mehr Zeit mit meinem Tisch als mit meinem Bett. Period! Und dass ich früher meine Blog-Einträge (damals waren es mehr virtuelle Essays) immer mit einem Foto meines Schreibtisches verhübschte, ist der Vollständigkeit halber erwähnt.


Ja, so sieht es bei mir aus. Mittig platziert ist das sogenannte Küchenbrett, die Layout-Vorlage für das Spielemagazin „frisch gespielt“, an dem ich die letzten Tage intensivst gearbeitet habe. Daneben, linker Hand, ein erfreuliches Stück Papier vom KNV: Die Bestellung einer Schippe Bücher. Meiner Bücher, selbstjafreilich. Brouillé leuchtet ein wenig hervor, sonst sind keine meiner Bücher zu sehen. Ein Jammer. Daran merkt man schon, ich bin kein guter Werbeheini. Beim nächsten Mal, da wird es besser. Versprochen.

Die bisherigen Stockerl-Werfer und Apportierer

Jetzt sollte ich natürlich das Steckerl weitergeben. Hm. Da tät mir gleich mal die gute Doris Christina einfallen. Mal schauen, was so eine Schnitzler-Liebhaberin auf ihrem Schreibtisch liegen hat. Jetzt weiß ich gar nicht, ob sie einen Blog hat, glaub fast nicht. Na, das soll ja nicht meine Sorge sein, nicht?

UPDATE: Weil die liebe Doris Christina noch keinen Blog hat und sich nach Miami aufmacht („Globetrotterin!“), wird das Steckerl anderwertig verwendet. Und weil wir doch ein bisserl ein internationales Flair in dieses Spiel bringen möchten, geb ich das Steckerl der Heike Koschyk, die im Norden Deutschlands, genauer in Hamburg, ihrer Schriftstellerei frönt. Einen Blog hat sie auch. Und einen Schreibtisch sowieso. Ich schätze, da kommt was Hübsches auf uns zu. Ich werd sie gleich mal anklingeln. Also virtuell, versteht sich.

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WM 2010: Tag #19

Das waren sie jetzt also, die Achtelfinalspiele. Jetzt gibt es zwei Tage ohne Fußball. Wie soll man das aushalten?

Paraguay : Japan  0 : 0 5 : 4 nach Elfmeterschießen

Die erste Halbzeit habe ich versäumt. Wobei, wirklich versäumt habe ich wohl nichts. Ein mäßiges Spiel. Weil weder Paraguay, noch Japan sich getrauten, Risiko zu nehmen und offensiv zu agieren. So spielten beide aus einer gesicherten Abwehr und rannten sich immer wieder in der gegnerischen Defensive fest. Es fehlte der Zunder. Ein Tor hätte vermutlich Spannung und Emotionen geweckt. Aber 120 Minuten lang blieb es torlos. Wobei, in der Verlängerung gab es hie und da ein paar gute Momente vor dem japanischen Tor. Und die Japaner hatten auch ihre Chancen. Aber alles in allem eine verhaltene Partie. Dass die Japaner das Elfmeterschießen verlieren würden, daran dachte ich eigentlich nicht. Eiserne Nerven attestierte ich ihnen. Dumm, dass einer der Elfmeterschützen es zu genau wissen wollte und nur die Latte traf, statt ins Tor. So jubelten die Südamerikaner, während die Asiaten nach Hause rudern müssen. Irgendwie hätte ich die Blauen Samurai noch gerne gegen die Spanier gesehen. Das wäre einer Weltmeisterschaft würdig. Exotische Mannschaften sind ja das Salz in der Suppe. Freilich, auf Paraguay hätte man auch nicht gesetzt. Aber im Viertelfinale ist dann Schluss. Gegen die Spanier werden sie keinen Blumentopf gewinnen.

Spanien : Portugal  1 : 0

Da sind sie ja wieder, die Spanier. In der Gruppenphase geschwächelt, verloren und am Ende doch wieder auferstanden. Villa, der Kleine, schießt jetzt die Tore, seit Torres, der Große, auslässt und mit sich hadert. Irgendwie scheint das Glück auf Villas Seite zu sein. Abpraller kommen immer wieder zu ihm. Das kann einen schon stutzig , Gegner hingegen vollends nervös machen. Ach ja, was war eigentlich mit den Portugiesen los? Sie taten, was sie die letzten Gruppenspiele über am besten konnten: hinten dicht machen. Aber nach vorne ging wenig, um nicht zu sagen: gar nix! Diese gestandenen Recken um Christiano Ronaldo, die noch der Elfenbeinküste und Brasilien getrotzt haben, die Nordkorea aus dem Stadion schossen, ihnen viel nicht viel ein, gegen die spanische Armada. Wie man die Spanier in Bedrängnis bringen kann, haben die Chilenen gezeigt. Konsequentes Pressing. Laufbereitschaft bis zum Umfallen. Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Aber dafür sind sich die Portugiesen natürlich zu schade und versuchten es mit der einen oder anderen vorsichtig vorgetragenen Offensiv-Aktion. Bezeichnend: der gefährlichste „Schuss“ kam von Puyol, der eine Hereingabe mit seinem Knie gefährlich abfälschte und beinahe ein Eigentor machte. Gottlob ist es nicht passiert. Denn wir wissen, was dann geschehen wäre: die Portugiesen hätten sich mit Mann und Maus zurückgezogen und Beton angerührt. Nur Ronaldo hätte auf den Konter gelauert. Aber so gerieten die Portugiesen in Rückstand, hatten noch zwanzig Minuten Zeit und taten … nichts. Erst in den letzten Minuten hatte man das Gefühl, dass ihnen bewusst wurde, dass sie nach Hause schwimmen müssen, wenn sie nicht den Ausgleich erzielen. Half alles nichts. Die Spanier, mit ihrem „such den Ball“-Spiel, waren in allen Belangen besser. Ein logisches Finale kann wohl nur heißen: Brasilien gegen Spanien. Wer sollte die beiden stoppen? Und man werfe jetzt nicht „Deutschland“ in die Runde. Diese Mannschaft wird es bereits im Halbfinale nicht mehr geben. Und die Argentinier? Können mich nicht sonderlich überzeugen, obwohl sie natürlich starke Momente haben. Freilich, noch kann sich die Fußballwelt auf den Kopf stellen. Uruguay und Ghana sind ja auch noch da, aber seien wir ehrlich: was wollen diese beiden Mannschaften ausrichten, die ich schwächer als Portugal einstufe. Eben!

WM 2010: Tag #18

Niederlande : Slowakei  2 : 1

Gääähn. Die Holländer, vulgo Oranjes, sind also im Viertelfinale und treffen dort auf den Sieger Brasilien : Chile. Manchmal ist es mir ja ein Rätsel, wie es manche Mannschaften schaffen, mit mäßigen Leistungen, so souverän die Spiele für sich zu entscheiden. Die Niederländer gehören definitiv dazu. Die vier Spiele, die sie bis dato abgeliefert haben, waren schlichtweg zum Vergessen. Weil die Holländer es verstehen, den Raum eng und hinten dicht zu machen. Vorne reicht dann mal ein Maßflanke auf Robben, der zum Strafraum sprintet, nach links zieht und dann seinen Schuss anbringt. Messi macht es ja genauso. Eigentlich sollte man meinen, die Abwehrspieler kennen das schon. Aber hilft halt nix. Das Tor hat er trotzdem gemacht, der Robben. Schöne Bescherung. Weil dann gar nichts mehr los war. Die Holländer haben noch nie Ambitionen gezeigt, weiter Druck zu machen. Liegt es an ihren attraktiven Spielerfrauen? Verlangen die ihnen vielleicht des Nächtens zu viel Kraft ab? Während der EM 2008 spielten die Oranjes auf, dass es eine Freude war. Sie zerlegten die Italiener und Franzosen, ließen beide alt aussehen (was sie ja auch waren) und spielten sich mit Offensivfußball vom Feinsten in mein Herz. Tja. Zwei Jahre später ist nichts mehr davon zu sehen. Statt druckvoll nach vorne ihr Spiel zu machen, werden die Sicherheitspässe in der eigenen Hälfte zelebriert, so lange, bis Robben, Van Persie oder Kuyt in Position gesprintet sind, um von Sneijder bedient zu werden. Das war’s auch schon wieder. Die anderen Holländer versuchen nur das Spiel des Gegners zu zerstören. Das ist vielleicht effizient, aber zum Zuschauen eine Zumutung. Man müsste eigentlich das Eintrittsgeld zurück verlangen. Was die Fußballwelt braucht, ist kein Videobeweis, sondern Haltungsnoten!

Und die Slowakei? Vittek, der nach seinen Toren in der Gruppenphase bereits Nationalheld in spe ist, hätte sich unsterblich machen können. Blöd. Hat er aber nicht. Alleine vor Stekelenburg versagen ihm die Nerven (hat er schon daran gedacht, wo man seine Statue für ihn aufstellen würde?). Einmal. Und sogar ein zweites Mal. Statt ins Tor schießt er den Torhüter an. Da hätte es noch einmal spannend werden können. Aber wo Holland drauf ist, ist Un-Spannung drin. Zu guter Letzt holten sich die Slowaken noch den Ehrentreffer in der letzten Minute ab. Auch das ist zum Ärgern. Zehn Minuten früher und wir hätten ein Hopp-oder-Dropp der Slowaken gesehen. Aber es sollte wohl nicht sein. Und jetzt stelle man sich vor, die Oranjes kicken Brasilien (oder die Chilenen, von denen ich sehr viel halte, habe ich das schon gesagt?) aus dem Turnier. Unvorstellbar, aber leider möglich. Und weil wir gerade bei Unvorstellbarem sind: Deutschland : Holland im Finale?  Wenn ja, dann geb ich mir den Jabulani! Auf der Stelle!

Brasilien : Chile  3 : 0

Tja. Das war wohl nix. Aus Sicht der Chilenen. Für die Brasilianer könnte es nicht besser laufen. Wer das Spiel nicht gesehen hat, wird es bereits am Ergebnis festmachen, dass die Dribblanskis vom Zuckerhut in allen Belangen besser waren. Äh, so einfach ist es bitteschön nicht gewesen. Zum einen: die Chilenen haben anfänglich das Spiel gemacht, haben recht flüssig kombiniert und nach vorne gespielt. Aber vor dem 16er baute sich eine rigorose, konsequente Abwehrmauer auf, die durchaus beeindrucken konnte. Da gab es sprichwörtlich kein Durchkommen. Nada. Und wenn wir uns vor Augen führen, dass die Chilenen die Schweizer Abwehr knackten, dass sie mit nur 10 Mann die Spanier teils schwindlig spielten, dann lässt es wohl nur den Schluss zu, dass die Brasilianer vielleicht spielerisch nicht die beste Mannschaft des Turniers ist, dafür aber die Konsequenteste in der Abwehr und die Effizienteste im Angriff. Sie machen gerade so viel, wie nötig ist, ein Tor zu machen, dann ziehen sie sich zurück und lauern. Da sind sie den Holländern nicht unähnlich. Und wenn diese beiden Mannschaften nun im Viertelfinale aufeinandertreffen, dann heißt das, wir müssen mit dem schlimmsten rechnen: ein ewiges Abtasten, ein zögerliches Offensivbemühen. Die Chilenen halten nichts von einer Abwehrreihe. Sie versuchen den Gegner unter Druck zu setzen, Pressing zu spielen. Gegen die Brasilianer hat es anfänglich genauso gut funktioniert, wie gegen die Spanier. Der Ballbesitz in den ersten, sagen wir, 15 Minuten, war etwa 45 zu 55 % für die Chilenen. Schätze, das sieht man nicht so oft, dass die technisch starken Brasilianer in die Defensive gedrückt werden. Freilich, gefährlich wurden die Chilenen nicht wirklich. Daran happert es bei ihnen, bei der Konsequenz. Besser machen es da die Brasilianer, die das erste Tor aus einer Standard-Situation (Eckball: Kopfball gegen die kleinen Chilenen ist ein geeignetes Mittel), das zweite durch einen klassischen Konter erzielten. Wir sehen: die Brasilianer müssen nicht mehr das Spiel machen (vielleicht wollen sie’s auch nicht, who knows?), sie wollen nur die Tore machen und Schluss.

Die Chilenen haben mir jedenfalls gefallen. Beherztes Spiel nach vorne. Ihr junges Alter macht sich immer wieder bemerkbar. Sie sind zu wenig abgebrüht, zu wenig zielgerichtet. Ihnen fehlt die Souveränität, das Selbstbewusstsein, das ein Lucio, ein Gilberto Silva hat. Jeder der Spieler aus Brasilien versprüht eine Aura des „Hier bin ich und  was willst du?“. Es wird schwierig, diese Mannschaft, die nicht mehr schön spielen, sondern nur noch gewinnen möchte, zu schlagen. Die Holländer werden es wohl kaum sein. Aber vielleicht schläfern sie die Brasilianer 120 Minuten ein und kicken sie dann im Elfmeterschießen raus. Ich schätze, ein frühes Tor für Brasilien und wir sehen wütende Oranjes, die zum ersten Mal einem Tor nachlaufen. Kann auch umgekehrt sein.

WM 2010: Tag #17

Deutschland : England  4 : 1

Tja. Was soll man dazu sagen? Vermutlich wäre es jetzt besser, den Mantel des Schweigens über das Geschehen zu werfen und so zu tun, als hätte dieses Match nie stattgefunden. Aber das geht nun mal nicht. Also zurück zum Start. Vorderhand, ich hoffe, ich habe es klar und deutlich in meinen bisherigen Zusammenfassungen gesagt, dass ich von den Engländern schwerst enttäuscht gewesen bin. Wie die Inselkicker in ihren drei Gruppenspielen am Rasen ideenlos herumstolperten, war eine Zumutung. Gegen Algerien, neben Nordkorea eine der schwächsten Mannschaften des Turniers, konnten sie in der zweiten Halbzeit keine einzige nennenswerte Torchance herausspielen. Die Engländer sind nur deshalb ins Achtelfinale gekommen, weil es in ihrer Gruppe zwei Mannschaften gab, die noch ideenloser agierten. Hätten die Slowenen nur einen Funken an Selbstbewusstsein gehabt, sie hätten Rooney & Co vorzeitig aus dem Bewerb schießen können. Und vermutlich wäre es besser gewesen, denn dann hätten wir uns diese deutsch-englische Farce erspart.

Die Engländer, man muss es sagen, ist die schwächste Mannschaft, die ins Achtelfinale gekommen ist. Und im heutigen Spiel gegen Deutschland setzten sie ihre mäßige Leistung fort. Träges Spiel. Ideenlos. Wie Zombies traben sie am Rasen herum. Keine Spritzigkeit. Keine Geistesblitze. Interessanterweise spielten die Deutschen verhalten. Scheinbar ist die Ehrfurcht, gegen einen der (ehemals) großen Kaliber zu spielen, in den Hinterköpfen. Vermutlich wäre es lange Zeit im Mittelfeld so hin und her und hin und her gegangen, aber dann überläuft Klose die englische Innenverteidigung und spitzelt den Ball ins Tor. Gut, die US-Boys haben gestern gegen Ghana ein ähnliches Tor bekommen, aber das war in der Verlängerung und da kann ein Verteidiger schon müde sein, nicht hingegen in der 30. Minute. Die Deutschen bemerkten natürlich, dass man England ohne Probleme schwindlig spielen kann und taten das auch. Die logische Konsequenz war das 2 : 0 durch Podolski, dem der Ball vom Fuß springt und trotzdem das Tor aus spitzem Winkel macht. Eigentlich dachte ich, na gut, das war’s dann. Doch, eigenartigerweise, ging ein Ruck durch die englischen Kicker. Plötzlich war da ein Zug zum gegnerischen Tor zu bemerken. Aber diese behäbige Art lässt mich noch jetzt den Kopf schütteln. Wiederum bemerkenswert: die Deutschen spielen nicht mehr weiter, sondern wollen die Engländern anlaufen lassen, um sie dann natürlich eiskalt auszukontern. Diese Taktik erfreut sich größter Beliebtheit, aber vielleicht sollte man ihnen sagen, dass man hinten gut stehen muss, um einen Vorsprung über die Zeit zu spielen (retten). Der Anschlusstreffer war ein billiges Tor. Und zuvor hatte ja noch Lahm den Ball vor der Linie wegkratzen können. Und war da nicht auch noch ein Lattenkracher von Lampard? Die schwächste Offensive gab also der deutschen Hintermannschaft einige Probleme auf. Und dann, ja, dann passierte, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Ein „Wembley“-Tor auf Seiten der Deutschen (oder ist es dann umgekehrt?), also, der Ball springt von der Innenkante der Latte gut sichtbar hinter die Torlinie und von dort wieder zurück. Die Engländer jubeln. Die Deutschen spielen weiter und hätten beinahe den dritten Treffer im Gegenzug erzielt. Aha.

Die Deutschen haben ordentlich gewackelt. Wahrlich. Und was geschehen wäre, wenn … freilich, darüber zu befinden, ist müßig. Die Fakten sind, dass sich die Engländer wie eine Schülerliga-Mannschaft auskontern haben lassen. Bei einem Lampard-Freistoß ließen sie genau einen Verteidiger im Rückraum zurück, während alle anderen (vermutlich mit Schaum vor dem Mund), im Strafraum der Deutschen herumirrten. Das war aber nicht in der letzten Minute des Spiels, nein, das war in 63. Minute. Soll mir einer sagen, die Engländer können Fußballspielen! Der Rest war dann nur noch die Draufgabe und ziemlich peinlich. Für alle Beteiligten. Die Deutschen lenken von der Fehlentscheidung ab („Hey, wir haben vier Tore gemacht!“) und glauben sich schon im Finale („Mit dieser Leistung ist alles möglich!“). Die Kommentare von einem Franz Beckenbauer sind einfach nur lächerlich. Nicht die Deutschen waren so gut, sondern die Engländer so schlecht. Und wenn man sich vor Augen führt, dass so eine inferiore Truppe die deutsche Hintermannschaft ordentlich beschäftigte, wenigstens für kurze Zeit, dann muss einen schon als Deutscher Angst und Bang werden, wenn die Argentinier im Viertelfinale angeritten kommen. Sollten die Deutschen also aus dem Stadion geschossen werden, soll mir keiner kommen, ich hätte es nicht gesagt. Und falls die Germanen tatsächlich die Hürde Argentinien nehmen, nun, dann ziehe ich meinen Hut.

Argentinien : Mexiko  3 : 1

Meine Güte. Der heutige Spieltag hat sich gegen mich verschworen. Zuerst beraubt man den Engländern ein reguläres Tor, dann schenkt man den Argentiniern ein irreguläres Abseitstor. Derweil haben mir die Mexikaner gefallen. Ich setzte große Stücke auf sie. Ein Jammer, dass sie nicht zeigen konnten, was in ihnen steckte. Kurzzeitig blitzte ihre kreative Spielstärke durch. Da fanden die Argentinier nicht zu ihrem Spiel. Aber dieses leidige Tor, das machte die Mexikaner nervös, während die Argentinier selbstsicherer wurden. Tja. Der Anschlusstreffer kam leider zu spät. Ich bin sicher, hätten sie diesen beim Stand von 2 : 0 gemacht, wir hätten ein packendes, mitreißendes Spiel gesehen. Naja. Sei’s drum. Jetzt treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die von einer grundlegenden Schiedsrichterfehl-entscheidung profitierten. Immerhin ist damit sichergestellt, dass eine der beiden Mannschaften nicht den WM Titel holen wird. Das ist in gewisser Weise eine halbe Genugtuung.

Die Argentinier haben mich bis dato nicht sonderlich überzeugt. Ihre Offensiv-Stärke begründet sich in Tevez – Messi – Higuain und dann kommt lange nichts. Ähnlich der Mannschaft aus Uruguay, die ebenfalls das Heil in ihren Offensiv-Kräften Forlan und Suarez findet. Spielerisch tut sich gar nicht so viel. Und man möge bitte dieses Kurzpass-Spiel nicht überbewerten, wenn die meiste Zeit der sichere Pass gespielt wird bzw., wenn der Gegner weit vom Mann steht und kaum Pressing macht. Man hat gesehen, bei den Spaniern, eine der technisch stärksten Mannschaften des Turniers, dass, wenn man sie unter Druck setzt, wie es gegen Chile geschehen ist, dass sie Fehler machen und wie jede andere Mannschaft nervös werden. Am Ende sind auch galaktische Kicker nur Burschen aus Fleisch und Blut.

WM 2010: Tag #16

Die Spiele in der Gruppenphase gingen gestern zu Ende. Jetzt also beginnt das Achtelfinale und damit die KO-Phase der Fußball WM in Südafrika. Taktik-Geplänkel gibt’s keine mehr. Eine Entscheidung muss in jedem Spiel her.

Uruguay : Südkorea  2 : 1

Ojemine. Mir haben sie gefallen, die Südkoreaner. Quirlig, schnelles Pass-Spiel, fair, technisch sehr gut, immer in Bewegung und – sehr wichtig – sich nie aufgebend. Als sie in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich drängten spielten sie die Südamerikaner schwindlig. Nach dem Ausgleich hat wiederum Uruguay das Heft in die Hand genommen, Druck gemacht und nach einer Eckballserie die unaufmerksame Hintermannschaft der Südkoreaner bestraft. Eleganter Bananenschuss in die lange Tormannecke. Tja. Das ärgerte mich dann schon. Weil ich ja hoffte, dass dieses Spiel in die Verlängerung gehen würde. Das hätte der Dramatik noch eines drauf gesetzt. Und beinahe wäre meine Hoffnung erhört worden, aber der schwache Schuss eines Südkoreaners (vermutlich ein Lee), der unter den Torhüter der Südamerikaner durchrutschte, wurde von Lugano vor der Torlinie abgefangen. Schade, schade. Wäre der Ball ins Tor gekullert, es hätte noch einen Thriller im strömenden Regen gegeben. Sei’s drum. Die Südkoreaner haben brav gekämpft, müssen aber an ihrer Chancenauswertung arbeiten. Der Freitstoß, der nur an die Stange ging, wenige Minuten nach Beginn des Spieles, war wohl ein schlechtes Omen. Jetzt treffen die Urus (wie nennt man die Einwohner Uruguays eigentlich korrekt?) auf den Gewinner USA : Ghana. Also, würde mich wundern, wenn wir die Südamerikaner nicht im Halbfinale sähen. Andererseits, wer es bis ins Achtelfinale geschafft hat, gibt kein Spiel verloren. Definitiv nicht.

USA : Ghana  2 : 1

Na, das war ja mal schon einigermaßen spannend. Nicht unbedingt das große Kino, aber für einen unterhaltsamen Abend hat es immer noch gereicht. Und mit dem richtigen Gewinner. Weil die Afrikaner in allen Belangen besser waren, nur in einer Disziplin, da könnten sie sich etwas von den US-Boys abschauen: Selbstbewusstsein und der Wille, eine längst verloren scheinende Partei noch zu drehen. In den Gruppenspielen musst sie zwei Mal einen Rückstand aufholen und das eine Mal, gegen Algerien, standen sei bereits mit dem Rücken zur Wand, sprich: vor der Heimreise. Aber in den letzten Minuten konnten sie noch immer ihre Tore machen. Diesmal war es nicht der Fall. Diesmal war „Gott der beste Spieler“ der Afrikaner. Sagt der Goldtorschütze Gyan. Und der muss es wohl wissen. Wie dem auch sei, man darf zufrieden sein. Für Emotion ist also im Viertelfinale gegen die Urus gesorgt. Würden die Ghanaer nicht so zickig sein, sie könnten Großartiges leisten. Aber wenn es mal nicht so läuft, dann werfen sie schnell mal die Nerven weg und spielen wie eine verschreckte Schülermannschaft. Ich frage mich ja noch immer, warum sie gegen die Deutschen nicht Fußball gespielt haben. Wollten sie nicht? Trauten sie sich nicht? Wir werden es wohl nie erfahren. Oder, who knows?, sollten die beiden Mannschaften noch einmal aufeinander treffen, dann wird es mit Bestimmtheit ein ganz anderes Spiel. Aber bevor wir uns so weit aus dem Fenster lehnen, bleiben wir mal am Boden und schauen, wie sich morgen die Germanen gegen die Engländer schlagen. Das wird ein Fest. Ganz bestimmt.

WM 2010: Tag #15

Beinahe musste ich befürchten, dass sich der Fußballgott verschworen hatte und destruktiven Fußball beförderte. Aber, gottlob, am Ende war die Welt wieder in Ordnung. Jedenfalls für mich, nicht unbedingt für die Eidgenossen. Ansonsten nichts Neues im Süden. Brasilien. Portugal. Und dann lange nichts.

Brasilien : Portugal 0 : 0……………….Elfenbeinküste : Nordkorea  3 : 0

Nordkorea! Brav gespielt, aufopfernd gekämpft, die Brasilianer eine Zeit lang geärgert, gegen Portugal untergegangen und nun schwimmen sie nach Hause. Mir haben sie gefallen, die Asiaten. Und wer bitteschön, ist (neben Drogba) in der Lage, Brasilien ein Tor zu machen? Das verdient Respekt.

Elfenbeinküste! Gegen Portugal abwartend gespielt. Gegen Brasilien fehlte der letzte Wille zum Sieg. Das war es dann auch schon wieder mit den Afrikanern. Bei einer Weltmeisterschaft muss man von Beginn an alles geben oder du fliegst raus. Die Ausnahmen sind natürlich Portugal und Brasilien, die mit angezogener Handbremse ins Achtelfinale traben. Alles in allem hat mich die Elfenbeinküste enttäuscht. Schade.

Portugal! Die Abwehr der Portugiesen scheint eine unüberwindbare Hürde für jeden Gegner. Und vorne geigt ein gewisser Christiano Ronaldo. Wenn er einen guten Tag hat und bestens gelaunt ist, dann entscheidet er schon mal ein Spiel. Trotzdem meine ich, dass ihnen das gewisse Etwas fehlt. Und einen Knipser, der vorne die Tore macht, wie einst ein Pauleta oder Gomes. Jetzt geht es gegen Spanien. In gewisser Weise vergönne ich es den beiden Mannschaften. Weil sie ähnlich überheblich agieren. Und Hochmut kommt bekanntlich vor dem Ausscheiden.

Brasilien! Ach ja, die all-time-Favoriten. Mit Dunga sind sie jetzt kampfstärker, robuster und konsequenter. Das Filigrane, das Leichtfüßige haben sie abgelegt. Sie erinnern immer mehr an eine europäische Mannschaft, deren erste Maxime heißt: hinten sicher stehen. Das ist zwar effizient und führt in Richtung Finale, aber wenn man nicht aufpasst, könnte man die Brasilianer leicht mit einer anderen Mannschaft verwechseln. Schätze, das war früher unmöglich. Jetzt treffen sie auf die Chilenen, die für mich einen brasilianischen Fußball spielen. Dumm, dass sie gegen Brasilien untergehen werden. Nicht, weil sie schlechter wären, als der Favorit, sondern deshalb, weil die Brasilianer nun einmal abgeklärter und reifer sind. Schade, aber so ist das eben im Fußball. Gewinnen tut der, der die meisten Tore nach 90 Minuten geschossen hat. Punkt!

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Chile : Spanien 1 : 2……………….Schweiz : Honduras 0 : 0

Honduras! Honduras ist immer für eine Überraschung gut. Diese zähen Burschen haben Spanien und Chile lange genervt, bis sich endlich die Türe öffnete und die Tore fielen. Wobei, zwei gegen Spanien, eines gegen Chile, das ist in Ordnung. Dass es hingegen die Schweizer nicht schafften, ihnen eines oder zwei Tore zu machen, spricht für die Hintermannschaft (oder gegen die Schweizer Offensive). Im letzten Spiel haben sie ordentlich gekämpft, brav gekontert und alles versucht, den Eidgenossen ein Tor zu machen. Man ist beinahe versucht zu sagen, dass sie es absichtlich nicht wollten. Solche Chancen zu vergeben, also, dafür müsste man eigentlich eingesperrt werden. Wirklich. Ich schätze, jede Wirtshaustruppe würde den Ball irgendwie ins Tor stolpern. Aber wollen wir nicht unken, ich muss ihnen ja danken. Hätten sie sich den Schweizern ergeben, hätten sie die Verteidigung eingestellt, Chile wäre jetzt nicht im Achtelfinale. Also werden mir die Honduraner lange Zeit angenehm in Erinnerung bleiben. Ist ja auch schön, oder?

Schweiz! Sie schafften tatsächlich die Sensation und schlugen die Spanier im Auftaktspiel mit 1:0. Es war eine großartige Defensiv-Leistung. Die schweizer Betonmischmaschine arbeitete ordentlich und ließ die Spanier anlaufen. Einerseits freute es mich. Weil es die überheblichen Spanier wieder ein wenig auf den Boden der Realität zurück brachte (analog den Deutschen, als sie gegen Serbien verloren). Andererseits ärgerte es mich. Weil Beton anrühren zwar eine mögliche Taktik ist, um ein Match zu gewinnen bzw. nicht zu verlieren, andererseits spielt niemand Fußball. Man stelle sich vor, die Spanier oder (noch schlimmer) die Chilenen hätten nach Hause fahren müssen, nur weil die Schweizer mit ihrem Defensiv-Konzept einmal erfolgreich waren. Aber man hat gegen Honduras gesehen, wie schwierig es ist, das Spiel und wenigstens ein Tor zu machen. Scheinbar ist es leichter, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu halten, als in den gegnerischen zu bringen.

Chile! Hach. Es ist eine große Freude, die Chilenen beim Fußballspielen zuzusehen. Für mich spielen sie den erfrischensten Fußball. Und beinahe hätten sie auch die Spanier aus dem Turnier gekickt, wäre da nicht dieser dumme Fehler ihres Tormanns passiert. Und die Gelb-Rote, naja, darüber könnte man auch streiten. Wie dem auch sei, für rund 25 Minuten zeigte  Chile auf. Die jüngste Truppe im Turnier kämpft und spielt und trickst, dass es eine Freude ist. Dabei verlieren sie nie den Zug zum Tor. Dumm, dass es ausgerechnet gegen die Brasilianer geht. Wären sie ein wenig erfahrener, abgeklärter, dann würde ich eine große Summe auf sie setzen. Aber so, es steht zu befürchten, wird ein dummer Fehler die Entscheidung bringen. Gegen die Chilenen. Aber noch dürfen wir hoffen.

Spanien! Naja, das war am Ende doch eine recht knappe Angelegenheit. So souverän, wie es sich viele dachten, war es dann doch nicht. Gegen die Schweiz überraschend verloren, gegen Honduras gewonnen, gegen Chile an die Wand gedrückt und dann doch noch den Kopf aus der Schlinge gezogen. Aber unbesiegbar sind sie nicht, die Spanier. Das hat die Gruppenphase gezeigt. Ihr Hochmut hätte sie beinahe zu Fall gebracht. Nun wird sich die spanische Überheblichkeit mit der portugiesischen messen müssen. Hervorragend. Denn am Ende wird es einen zu Fall bringen.

WM 2010: Tag #14

Da haben wir den Salat. Italien hat die Koffer packen müssen. Zwei Tage nach dem Out des Vize-Weltmeisters  (wer es nicht mehr weiß: Frankreisch et Zidane, tu sais?) erwischte es nun auch den Weltmeister von 2006. Mehr noch, Italien ist abgeschlagener Letzte, in einer Gruppe mit Neuseeland (!), einem WM-Neuling, der eine Mannschaft aus Rugby-Spielern einsetzte und damit beachtliche Erfolge feierte. Vielleicht sollte Österreich bei der nächsten WM die Philharmoniker einsetzen. Die Musik ist ja noch eine Disziplin, in der wir Weltmeister werden könnten. Ja, ja.

Italien : Slowakei  2 : 3……………….Paraguay : Neuseeland  0 : 0

Italien! Gut. Im Spiel gegen Paraguay kann man schon mal mit einem torlosen Unentschieden beginnen. Aber gegen die Neuseeländer an den Rand einer Niederlage gebracht zu werden, ist bezeichnend, für einen amtierenden Weltmeister, der seinen fußballerischen Zenit längstens überschritten hat. Nun beginnt, analog der Franzosen, der Aufbau einer neuen Truppe. Im Großen und Ganzen hat Italien in den drei Gruppenspielen genau 20 Minuten herzergreifenden Fußball gespielt. Im letzten Spiel, als sie bereits zurück lagen, das definitive Aus vor ihren Augen, da bäumten sie sich auf – und agierten im Stile einer unerfahrenen Schülerliga-Mannschaft. Die Hereinnahme von Pirlo hat wohl Ordnung und System nach vorne gebracht, hat noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Zwei strittige Szenen hätten durchaus noch den Ausgleich bringen können. Aber einmal wurde ein geschossenes Tor wegen Abseits aberkannt (eher gleiche Höhe), das andere Mal wurde der Ball hinter der Linie von Skrtel weggekratzt (eher nicht zur Gänze über der Linie). Der Anschlusstreffer von Quagliarella zum 2:3 war ein wunderbarer Weitschuss-Heber mit Gefühl, wie man es nur selten sieht. Zum Zungeschnalzen. Wird dem Italiener aber wurscht sein. Sì! Hätten die Italiener wenigstens in jedem Spiel zwanzig Minuten erfrischenden, offensiven Fußball gespielt, sie wären vielleicht noch dabei. Aber so, man muss es einfach sagen, haben sie nichts bei der WM verloren. Zu guter Letzt muss ich mich aber bei ihnen bedanken: die letzten zwanzig Spielminuten waren an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Ich glaube, ich fiebere noch immer.

Neuseeland! Wer hätte das gedacht? Der krasse Außenseiter steht seinen Mann (ja, da waren ordentliche Hünen dabei!), hat durch eine ausgefuchste Rugby-Defensiv-Aufstellung die anderen drei Mannschaften an den Rand eines Nervenzusammenbruches geführt. Waren sogar knapp dran, die Italiener zu bezwingen. Ich schätze, in diesem Spiel war die Misere von Italien absehbar. Der beste Witz ist, dass Neuseeland, mit einem Sieg gegen Paraguay, noch hätte aufsteigen können. Das verdient natürlich die nötige Anerkennung. Und jetzt bitte wieder zurück, zum Rugby, ja?

Slowakei! Da schau her. Unser kleines Nachbarland hat Italien vorgeführt und sich ins Achtelfinale vorgedrängt. Am Dienstag werden sie gegen Holland antreten und erneut versuchen, eine Sensation perfekt zu machen. Sollte das der Fall sein, wäre es angebracht, nach Pressburg zu fahren. Weit ist’s ja nicht, von Wien aus. Dann gäb’s sogar WM-Stimmung, vor den Toren Wiens. Ja, ja. Wobei, ehrlich gesagt, den Slowaken habe ich nichts mehr zugetraut. Das Spiel gegen Paraguay hat ihre Schwächen an den Tag gelegt. Ich glaube, sie hatten in diesem Spiel keine wirklich nennenswerte Offensivaktion und spielten schwach, geradezu enttäuschend. Ich hätte keinen Cent auf die Slowaken gesetzt. Andererseits, man muss sich nur ihren Gegner ansehen, und der hieß im letzten Spiel Italien. Was für ein Name, was für ein Scherbenhaufen! Man muss den Slowaken gratulieren. Weil sie es verstanden, die Italiener nicht ins Spiel kommen zu lassen (abgesehen von den letzten zwanzig Minuten) und sie stets gefährlich blieben. Weit werden sie trotzdem nicht kommen, dazu fehlt ihnen die Routine, die Abgeklärtheit und – vermutlich – so ein schwacher Gegner wie Italien. Das soll die herausragende Leistung der Slowaken freilich nicht schmälern. Bitte klatschen!

Paraguay! Wie sie gegen die Slowaken spielten, war schon recht beachtlich. Mit konsequentem Pressing in der gegnerischen Hälfte, machten sie enormen Druck, zerstörten bereits das Spiel im Ansatz und waren in der Offensive äußerst torgefährlich (oder bild ich’s mir nur ein?). Mit Paraguay ist zu rechnen. Noch dazu, wo sie am Montag gegen Japan oder Dänemark spielen werden und diese beiden Mannschaften müssen sich gehörig anstrengen, um gegen die Südamerikaner zu bestehen. Dass sie im letzten Spiel, gegen die Neuseeländer, nur ein 0 : 0  machten, ist wohl auf ihre fehlende Motivation zurückzuführen. Hoffe, sie wachen zum Achtelfinale aus ihrem Schlafwagenfußball wieder auf.

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Dänemark : Japan 1 : 3……………….Niederlande : Kamerun  2 : 1

Kamerun! Viele glaubten an die Zeit der Afrikaner. Gerade zur WM in Südafrika. Am Ende gelingt es wohl nur Ghana, ins Achtelfinale aufzusteigen, während Südafrika, Algerien, Kamerun und – vermutlich – die Elfenbeinküste die Heimreise antritt. Und was hat man sich von Kamerun erwartet, mit dem Superstar Eto’o? Viel. Sehr viel. Vielleicht zu viel. Schade. Weil Kamerun wohl eines der attraktivsten Spiele in der Gruppenphase bot, diesen Schlagabtausch mit den Dänen. Dummerweise gingen die Afrikaner als Verlierer vom Platz, obwohl sie alle Chancen auf ihrer Seite hatten. Und wie sie gegen die Japaner anliefen, um den Rückstand aufzuholen, war auch nicht von schlechten Eltern, wenngleich sie recht ineffizient waren. Ja, ihnen fehlte wohl das Quäntchen Glück, das in dieser Gruppe eindeutig die Farbe Oranje trug.

Dänemark! Nach dem Gruppen-Eröffnungsspiel gegen die Holländer war klar, dass diese Dänen wohl kein Dynamit mehr zünden würden und deren glorreiche Zeit längstens vorbei war. Vielleicht hätten sie sich mehr zutrauen müssen, gegen schwache Holländer. Aber ein Eigentor besiegelte wohl das Anfang vom Ende. Selbstvertrauen im Keller. Gegen die Kameruner schafften sie es, noch einmal zurück zu kommen, drehten das Spiel und gingen siegreich hervor. Das hätte ich ihnen nicht zugetraut. Gegen die Japaner zeigten sie Engagement, wurden aber durch dumme Torwartfehler bestraft. Zwei Freistöße. Zwei Tore. Da half kein Zündkraut, die Japaner waren an diesem Spieltag einfach die bessere, abgeklärtere Mannschaft. Wobei, hätte Tomasson nicht einen rabenschwarzen Tag erwischt und jede Torchance stümperhaft verstolpert bzw. wäre der Weitschusskracher ins Tor und nicht an die Latte gegangen, wer weiß, ob die Japaner nicht doch Nerven gezeigt hätten. Wie dem auch sei, die Dänen fahren nach Hause.

Japan! Die blauen Samurai gefallen mir. Sie sind trickreich und flink, zeigen, was sie mit dem Ball können und verstecken sich nicht. Da wird in die leeren Räume (davon gab es gegen Dänemark natürlich reichlich) gesprintet und der Abschluss gesucht. Herrlich! Gegen die Holländer spielten sie natürlich defensiv und passiv. Schade. Mit so einer Leistung und dem nötigen Selbstvertrauen, ja, da hätten sie auch die Oranjes schwindlig gespielt. Im Achtelfinale geht es gegen Paraguay. Riecht nach einem Schlagabtausch, nach attraktiven Fußball. Es sei denn, beide Mannschaften beginnen verhalten und lauern und lauern und lauern. Aber vielleicht ist es ja wieder ein Freistoßtor, das ein ödes Fußballspiel belebt. Es wäre zu wünschen.

Niederlande! Mäßige Leistungen haben gereicht, mit drei Siegen aus drei Spielen souverän die Gruppe zu gewinnen. Und Robben scheint rechtzeitig fit geworden zu sein. Er entscheidet ja Spiele im Alleingang. Gegen Kamerun hämmert er an die Stange, den Nachschuss versenkt dann Huntelaar ohne Probleme. Ja, so kann’s gehen. Das Prunkstück der Oranjes ist natürlich ihr spielstarkes Mittelfeld. Sneijder, van der Vaart, Robben und in der Spitze van Persie, der eher offensiver Mittelfeldspieler ist, denn Stürmer (aber in Arsenal gibt es nicht die große Auswahl an Stürmern). Und natürlich ist da noch van Bommel, der vor der Abwehr abräumt. Das ist schon recht beeindruckend. Trotzdem sind sie nicht in Fahrt gekommen. Gegen die Dänen ist kaum etwas gegangen. Gegen die Japaner noch weniger. Und zu guter Letzt, dieses „Freundschaftsspiel“ gegen Kamerun, naja, das war dann wohl mehr Kür, denn Pflicht. Vermutlich werden sie nun mit Robben und dem Gruppensieg selbstbewusster. Und im Achtelfinale treffen sie auf glückliche Slowaken, und diese werden ihnen wohl kaum gefährlich werden. Da braucht es dann schon ein anderes Kaliber. Und ich befürchte, für die Holländer, die gibt es.