richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Ich hier, wer da? #meshed2

Bevor ich mich also mit Lektorin EJ. zusammen setze und wir über MADELEINE befinden, und ich später mit Freunden die Fußball-WM virtuell vorspiele („FIFA rulez, PES sux!“), noch schnell den gestrigen ereignislosen Abend Revue passieren lassen. Wofür hat man ein Blog? Eben.

Während des gestrigen Tages also mit Interesse die Twitteranten auf der #meshed2 verfolgt. Und weil dieses luxuriöse Barcamp (tatsächlich war es natürlich eine Soziale Medien Konferenz) die (kostenlosen) Pforte zur abendlichen Podiumsdiskussion öffnete, entschied ich mich, die Akademie der Wissenschaften in der Wollzeile einen Besuch abzustatten. Zuvor aber ins W3, Thalia-Buchhandlung, wo Claudia Toman in roter Pluderhose (passend zu ihrem virtuellen Alter Ego) aus ihrem neuen Roman Jagdzeit las und ich die gute Victoria Schlederer treffen durfte. Ei, was für eine herrliche Neckerei, ihr Buch Des Teufels Maskerade aus dem Bücherregal zu nehmen („Das einzige Buch im Fantasy-Genre, das ein weißes Cover hat“), es durchzublättern, während die Autorin betreten daneben steht und rötliche Gesichtsfarbe aufzieht („Ich bin schüchtern!“). Na, ich schätze, nach ihrem dritten Buch wird sie sich daran gewöhnen. Nebenbei fragt mich Vic, wie es denn mit Madeleine aussehe und wann der Ballon steige, da sie M. mit ins Boot holen möchte. Sehr schön.

Gegen 19h30, im leichten Nieselregen (apropos: Blade Runner, you know?), zur Aula der Akademie der Wissenschaften. Da ich ja die Konferenz durch die Twitter-Kommentare „live“ miterleben durfte, wurde mir alsbald eines schlagartig bewusst: ein Dutzend Twitteranten können nicht die Meinung, nicht die Stimmung von mehreren hunderten Besuchern wiedergeben. Ich unterschätzte die Konferenz und war erstaunt, ob der Größe. Dass ich die erste und wichtigste Regel außer Acht ließ („Immer mit Laptop oder Web-Phone, um ins Netz zu können“), rächte sich natürlich bitterlich. Jedenfalls lernte ich BM., einen Nicht-Twitterer kennen, der bei Albatros (Medien) tätig ist. Was sagt man dazu. Weil es ja auch zwei (!) Publikumsverlage mit gleichen Namen gibt (beim Wiener Ableger hat Peter Bosch sein Buch Der Spurenzeichner verlegt). Verwechslungen sind demnach nicht gänzlich ausgeschlossen. BM. leihte mir kurzerhand sein iPhone, so dass ich einen Twitter-Hilferuf absenden konnte. Der Titel dieses Postings ist jener welcher. Damit schaffte ich es tatsächlich auf die Twitterwall, während der Podiumsdiskussion. Überhaupt, diese Twitterwall, die sich im Rücken der Diskutanten befindet und lobende („der herr von der #voestalpine ist sehr nett und g’scheit“), ätzende ( „Feuerwehrkommandant bei PR-Schulung … cool … auch als Speaker für meshed#3?“) oder gänzlich off-topic-Twittermeldungen („#meshed2 goes germknödel! Juhu!“) abspult. Wer sich mal eine Kostprobe solch eines Twitter-Wirrwarrs gönnen möchte, der muss nur auf http://www.twitter.com und das Hashtag #meshed2 eintippen. Voilà, schon zeigt es penibelst alle Twittermeldungen dieses Abends auf. Hat durchaus Witz.

Irgendwie fühlte ich mich wieder in die Schulzeit zurückversetzt. Vorne saßen die Streber. Dann der große Block der Normalos (zu der man wohl gehörte) und in der letzten Reihe dann die coolen Hunde, die schwätzten und großen Spaß hatten. Ja, irgendwie wollte man damals zu ihnen gehören. Wollte auch cool sein. Bis man einsehen musste, dass sie einen nur benutzten, um ihren Spaß zu haben. Also suchte man bei den Normalos Anschluss. Man bemerkte bald, dass auch die Streber nette, umgängliche Leutchen waren – vielleicht ein bisserl steif und ernst, aber sonst okay. So bildeten sich Grüppchen hier, Grüppchen dort. So ist das auch heute noch, im sozialen Netz. Und ich, für meinen Teil, mache mir jetzt meine eigene Gruppe. Jawohl. Wo sind die Streber? Bitte aufzeigen.

UPDATE: Peter Jeschke hat sich die Mühe gemacht, ein „Best of“ der attraktivsten Twittermeldungen zusammen zu stellen. ENJOY!

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4 Antworten zu “Ich hier, wer da? #meshed2

  1. Victoria Donnerstag, 3 Juni, 2010 um 21:40

    Wichtige Durchsage und Richtigstellung: ich habe, ohne böswillige Absicht, gelogen. =) Ganz entschieden NICHT das einzige weiße derzeit verfügbare Fantasycover (Boris Kochs „Gebissen“ grinst mich beispielsweise gerade vom Regal in weißer Pracht an).
    So. Das musste jetzt gesagt sein. 😀

    Ich verbleibe, Madeleinischer Neuigkeiten und Versuchsballone harrend.

    • Richard K. Breuer Freitag, 4 Juni, 2010 um 0:52

      Vic, in Bezug auf das weiße Cover, also, so genau wollen wir es dann bitteschön auch wieder nicht nehmen. Und den Boris Koch kenn ich nicht. Andererseits, wie ich gerade sehe, ist er ein Verlagskollege, weshalb es natürlich von deiner Seite angebracht ist, ihn nicht unter den Teppich zu kehren *hust*. In jedem Fall hast du die besseren Kritiken bekommen 😉

      Gespräch mit EJ. verlief sehr gut. Die nächsten Tage werde ich dann an Madeleine und dem Versuchsballon basteln. Ja, ja. Be prepared!

  2. pebowski Freitag, 4 Juni, 2010 um 9:05

    Victoria und schüchtern??! Hat sie eine Doppelgängerin??? Oder ist das wie mit Vampiren? Die reagieren auf Knoblauch und Kruzifixe? Bei Autoren und Autorinnen muss man denen ihr eigenes Buch entgegenhalten?! ;-))))

    • Richard K. Breuer Freitag, 4 Juni, 2010 um 10:46

      Doppelgängerin? Schlapperlot, daran hab ich noch gar nicht gedacht. Andererseits, wir Schriftsteller sind ja allesamt ein zurückhaltendes Völkchen. Ansonsten hätten wir ja ne Rockband gegründet und würden in der tollwütigen Menge ein Bad nehmen. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja noch die Zeit, wo Autoren wie Rockstars angehimmelt werden und die Zuhörerinnen bei einer Lesung in Extase und Verzückung verfallen. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 😉

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