WM 2010 und der Ankick eines Geeks

Nächste Woche ist es also wieder so weit. Die wichtigste Nebensache der Welt wird für mehrere Wochen zur größten Hauptsache. Die Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika steht vor der Fernseh-Türe. Der Virus lässt freilich noch ein wenig auf sich warten. Vermutlich, weil die vorwinterlichen Temperaturen in unseren Breiten, obwohl Anfang Juni, kein südländisches Samba-Gefühl aufkommen lassen (statt dessen Schwimmflügerlgequietsche – die Donau führt beträchtlich Wasser mit sich). Aber spätestens, wenn zum Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko antritt, wird die innerliche Temperatur in jedem Fall steigen, vorausgesetzt, die Leutchen in der Technik können diese afrikanischen Tröten (wie heißen die noch mal?) ausfiltern. Beim Afrika-Cup waren sie nicht zum Aushalten. Als ich noch nicht wusste, dass dieses summend-nervende Geräusch von tausenden von Tröten aus dem Publikum herrührte, befürchtete ich schon, ich hätte einen Hörsturz und mein Tinnitus machte sich wieder bemerkbar. Wahrlich, dieses Tröterei war nicht zum Aushalten. Frage mich gerade, wie es den Fußballern im Stadion gehen wird. Oropax könnte somit neben den Fußballschuhen zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand eines sensiblen Kickers werden.

Zurück zum Start. Eigentlich gab es noch keinen guten Grund über die WM zu schreiben. Da ich mir fest vornehme,  über jedes Spiel zu berichten (das hat schon bei der EM 2008 gut funktioniert), werden meine fußballrelevanten Beiträge natürlich viel, sehr viel Raum beanspruchen. Blöd, wenn meinem geneigten Leser mehr der Sinn nach literarischen Schmankerln, denn kickenden Gustostückerln steht. Aber jede Zeit hat ihren Wahnsinn. Und das ist gut so.

Eigentlich bin ich ja davon ausgegangen, dass die Geeks und Digitalos, vor allem die weibliche Spezies, über die WM nichts wissen wollen. Aber siehe da, es gibt auch die Ausnahme meiner Vermutung. Die gute Jana Herwig bloggt ungeniert ihren Vorschlag für eine tönende Playlist zur WM 2010 und gab somit den Anstoß für diesen Beitrag. Ich habe ihre Liste – ebenfalls ungeniert – mit zwei weiteren Titeln ergänzt. Wir sehen, das runde Leder lässt auch Geeks nicht völlig kalt (apropos: in Südafrika ist jetzt Winter!).

Ich schätze, mit Twitter und den ganzen Social Media Tools werden wir an der internationalen Kickerei viel Spaß haben. Denn darin liegt ja auch die Stärke dieser Tools, die nur so gut sind, wie die Gemeinsamkeiten, die die Benutzer verbindet. Und für ein paar Wochen werden wir alle zu Fußball-Experten*. Egal, ob du aus Kamerun oder Neuseeland oder England kommst. Egal ob du Frau oder Mann oder Kind oder Marsianer bist. Egal ob du schwarz oder grün oder gelb trägst. Mit anderen Worten: „football’s coming home, Baby!“

UPDATE: die WM-Fußbälle in einer Fotostrecke bei ZEIT.online. Sehr hübsch!

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6 Kommentare zu „WM 2010 und der Ankick eines Geeks“

  1. Ich bin schon mal gespannt, wie Social Media lastig das wird – das wichtigste bei einem Spiel ist doch ein großer Bildschirm und das Hinschauen. Nicht auszudenken, wenn man wegen Twitter ein Tor verpassen würde… andererseits: Bei der EM 2008 weilt ich in Prag während des Spiels Deutschland : Türkei und die Bildübertragung fiel aus. Ich bat per txt to Twitter darum, dass man mir direct messages schicken solle, wenn ein Tor fällt. Damals wurden DMs noch auf Twitterkosten aufs Handy geschickt. Und es fiel wirklich ein Tor, und ich wusste es als erste:)

    1. Falls mir keiner glaubte, dass du ein Geek bist, Jana, nach deiner Prager Anekdote weiß es nun sogar der ungläubigste Leser.

      Meine Güte, an diesen Bildausfall kann ich mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Zuerst der Schock, dass es gerade dem immer korrekten Deutschen TV passierte, bei solch einer wichtigen Live-Übertragung zu patzen. Dann die hektischen Versuche, im Radio mitzuverfolgen, was zum Teufel da gerade abging. Eigentlich dachte ich ja, bei so viel Glück, was die Türken hatten, mit ihren last-minute-Toren (wahrlich, so etwas hat die Fußballwelt nicht gesehen), da müssen sie doch auch die Germanen biegen können. Tja. Am Ende hat sich wieder Linekers Phrase bewahrheitet.

      Twitter würde sich zum Beispiel gut für die Überbrückung der Pause zwischen zwei Spielen eignen. Man muss ja schauen, dass man auf Temperatur bleibt.

      Oder man vertreibt sich seine Zeit auf Twitter, weil die Partie langweilig und uninteressant ist. Das könnte durchaus amüsant sein.

    1. Ganz klar, so stellt sich Frau einen „Fußballkick“ vor. Fesche knackige Jungs, die ein paar Kunststücke mit dem Ball machen. Die „Spielszenen“ sind, äh, ja eher peinlich, aber im Großen und Ganzen nett. Ja, ja.

      Was hat es mit Sasha auf sich? Hast du den mal vernascht? Kann mich jetzt nicht erinnern. Sushi und Sasha klingen so ähnlich, nicht? Vielleicht war es auch Sashimi. Who knows?

  2. lol natürlich sind die Spielszenen peinlich du Nase, sind ja auch keine Profikicker sondern Leutchen die Lust auf Bolzen haben 🙂 und wie kommst du aufs Vernaschen? darf ich nicht einfach nur seine Musik mögen? tziss. Ich behaupte ja auch nicht, dass du an jeder knabberst, deren Bücher du magst 🙂 SO! 🙂

    1. Huh. Marijkes Rundumschläge sind freilich gefürchtet. Und die Autorin, an der ich knabbern möchte, weil mir ihre Literatür so gefällt, die muss wohl erst geboren oder entdeckt oder ausgegraben werden. Wenigstens kann ich sicher sein, dass sie nicht „bolzt“ 😉

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