richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

WM 2010: Tag #11

Portugal : Nordkorea  7 : 0

Ojemine. In der ersten Halbzeit hat es ja noch gut ausgesehen, für die Nordkoreaner. Da brachten sie die Portugiesen eine Zeit lang zum Verzweifeln und konnten mir der einen oder anderen Offensiv-Aktion für Gefahr sorgen. Tja. Aber nach dem zweiten Tor mussten die Asiaten mehr nach vorne tun, rückten mit ihrer Abwehrkette auf und ermöglichten so den Portugiesen klassische Konter zu fahren. Darin liegt immer die Gefahr der sprintstarken Mannschaften: stehst du mit deiner Abwehrreihe zu weit vorne, kann diese überlaufen werden. Die Schweizer ließen sich erst gar nicht darauf ein und standen gegen die Spanier tief. Die Neuseeländer machten es gegen die Italiener genauso. Nach vier Treffern und etlichen Chancen (Ronaldo knallte an die Latte) schalteten die Portugiesen zwei Gänge zurück und absolvierten die restlichen zwanzig Minuten das Trainingsspiel ohne nennenswerte Herausforderung. Was dieses Ergebnis für die Elfenbeinküste bedeutet, ist klar: sie können schon mal die Koffer packen. Weil ich davon ausgehe, dass die Brasilianer im letzten Spiel mit der B-Mannschaft auflaufen wird und es den Portugiesen nicht all zu schwer machen wird. Die Portugiesen werden diese Geste natürlich sehr zu schätzen wissen und achten peinlichst darauf, kein Tor zu schießen. Man will die Südamerikaner ja nicht verärgern. Schlussendlich einigt man sich auf Unentschieden und freut sich über den Aufstieg. Gut, es könnte natürlich auch ganz anders sein. Man stelle sich vor, die Portugiesen üben sich im Höhenrausch und wollen es gegen die bis dato eher enttäuschenden Brasilianer krachen lassen. Hm. Na, träumen soll ja noch erlaubt sein. Auch im Fußball. Die Nordkoreaner haben mir gefallen. Wirklich. Lange Zeit haben sie brav gekämpft, haben guten Kombinationsfußball gespielt, waren sicher am Ball, haben in vielen Szenen die Portugiesen alt aussehen lassen und kamen sogar zu Chancen. Tja. Und dann haben sie zwei Tore kassiert und sind Stück für Stück auseinander gebrochen. Wobei, auch beim Stand von 4 : 0 haben sich die Nordkoreaner nicht hinten hinein gestellt, sondern versucht, offensiv zu spielen. Ich denke, das ist eine schöne Geste und dafür gibt’s Applaus von meiner Seite.

Schweiz : Chile  0 : 1

Die Schweizer Weltauswahl (oder hätten Sie diese Namen mit den Eidgenossen in Verbindung gebracht? Gokhan INLER, Valon BEHRAMI, Hakan YAKIN, Gelson FERNANDES, Xherdan SHAQIRI,  Blaise NKUFO, Albert BUNJAKU, Eren DERDIYOK) wollte in diesem Spiel gegen Chile alles klar machen und den Aufstieg fixieren. Ein Unentschieden wäre ihnen da bereits sehr entgegen gekommen. Huh. Ich darf sagen, dass war ein Fußballspiel nach meinem Geschmack. Gut,  nicht gerade hochklassig, aber dramatisch. Und – sehr wichtig – mit dem richtigen Gewinner. Ja, die Chilenen sind mir nun mal ans Herz gewachsen, was soll man da machen? Und diese Schweizer Betonmischmaschine, die den Spaniern und den Zuschauern den letzten Nerv gezogen hat, verdient es, bestraft zu werden. Nach dem der Schiedsrichter Behrami vom Platz schickte (Ellbogen-Check), zogen sich die Eidgenossen zurück und ließen die Chilenen anlaufen. Das funktionierte ja schon bei den Spanieren. Und hätte auch bei den Chilenen funktioniert. Aber es gab die Lücke und das glückliche Tor. Dass nun die Schweizer offensiv werden mussten, führte zu vielen Freiräumen, die die Chilenen weidlich zu nutzen verstanden. Tja. Eigentlich hätten sie alles klar machen müssen, aber sie gingen mit ihren Chancen wohl zu leichtfertig um. Beinahe hätte sich das gerächt. Weil Derdiyok die Ausgleichschance ungenutzt ließ. Davon wird er wohl noch in dreißig Jahren träumen, sollten die Schweizer das Achtelfinale verpassen. Im letzten Spiel wird sich also entscheiden, wer nach Hause fahren muss. Die Spanier? Die Chilenen? Die Schweizer? Huh, das wird eine Nervenschlacht. Ich fange schon mal an, an den Fingernägeln zu kauen. Übrigens, man getraut es sich gar nicht auszusprechen, aber Honduras könnte auch noch ins Achtelfinale einziehen.

Spanien : Honduras  2 : 0

Äh, ja, ich schätze, die Spanier haben überlegen gespielt. Die beiden Tore von Villa waren jedenfalls sehenswert. Dafür gibt’s Applaus. Sonst weiß ich nichts. Weil ich dem Web-Montag im Wiener MQ beigewohnt habe. Darüber werde ich auch noch schreiben. Aber alles zu seiner Zeit. An dieser Stelle regiert jedenfalls König Fußball. Ja, ja.

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Eine Antwort zu “WM 2010: Tag #11

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