richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

WM 2010: Tag #16

Die Spiele in der Gruppenphase gingen gestern zu Ende. Jetzt also beginnt das Achtelfinale und damit die KO-Phase der Fußball WM in Südafrika. Taktik-Geplänkel gibt’s keine mehr. Eine Entscheidung muss in jedem Spiel her.

Uruguay : Südkorea  2 : 1

Ojemine. Mir haben sie gefallen, die Südkoreaner. Quirlig, schnelles Pass-Spiel, fair, technisch sehr gut, immer in Bewegung und – sehr wichtig – sich nie aufgebend. Als sie in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich drängten spielten sie die Südamerikaner schwindlig. Nach dem Ausgleich hat wiederum Uruguay das Heft in die Hand genommen, Druck gemacht und nach einer Eckballserie die unaufmerksame Hintermannschaft der Südkoreaner bestraft. Eleganter Bananenschuss in die lange Tormannecke. Tja. Das ärgerte mich dann schon. Weil ich ja hoffte, dass dieses Spiel in die Verlängerung gehen würde. Das hätte der Dramatik noch eines drauf gesetzt. Und beinahe wäre meine Hoffnung erhört worden, aber der schwache Schuss eines Südkoreaners (vermutlich ein Lee), der unter den Torhüter der Südamerikaner durchrutschte, wurde von Lugano vor der Torlinie abgefangen. Schade, schade. Wäre der Ball ins Tor gekullert, es hätte noch einen Thriller im strömenden Regen gegeben. Sei’s drum. Die Südkoreaner haben brav gekämpft, müssen aber an ihrer Chancenauswertung arbeiten. Der Freitstoß, der nur an die Stange ging, wenige Minuten nach Beginn des Spieles, war wohl ein schlechtes Omen. Jetzt treffen die Urus (wie nennt man die Einwohner Uruguays eigentlich korrekt?) auf den Gewinner USA : Ghana. Also, würde mich wundern, wenn wir die Südamerikaner nicht im Halbfinale sähen. Andererseits, wer es bis ins Achtelfinale geschafft hat, gibt kein Spiel verloren. Definitiv nicht.

USA : Ghana  2 : 1

Na, das war ja mal schon einigermaßen spannend. Nicht unbedingt das große Kino, aber für einen unterhaltsamen Abend hat es immer noch gereicht. Und mit dem richtigen Gewinner. Weil die Afrikaner in allen Belangen besser waren, nur in einer Disziplin, da könnten sie sich etwas von den US-Boys abschauen: Selbstbewusstsein und der Wille, eine längst verloren scheinende Partei noch zu drehen. In den Gruppenspielen musst sie zwei Mal einen Rückstand aufholen und das eine Mal, gegen Algerien, standen sei bereits mit dem Rücken zur Wand, sprich: vor der Heimreise. Aber in den letzten Minuten konnten sie noch immer ihre Tore machen. Diesmal war es nicht der Fall. Diesmal war „Gott der beste Spieler“ der Afrikaner. Sagt der Goldtorschütze Gyan. Und der muss es wohl wissen. Wie dem auch sei, man darf zufrieden sein. Für Emotion ist also im Viertelfinale gegen die Urus gesorgt. Würden die Ghanaer nicht so zickig sein, sie könnten Großartiges leisten. Aber wenn es mal nicht so läuft, dann werfen sie schnell mal die Nerven weg und spielen wie eine verschreckte Schülermannschaft. Ich frage mich ja noch immer, warum sie gegen die Deutschen nicht Fußball gespielt haben. Wollten sie nicht? Trauten sie sich nicht? Wir werden es wohl nie erfahren. Oder, who knows?, sollten die beiden Mannschaften noch einmal aufeinander treffen, dann wird es mit Bestimmtheit ein ganz anderes Spiel. Aber bevor wir uns so weit aus dem Fenster lehnen, bleiben wir mal am Boden und schauen, wie sich morgen die Germanen gegen die Engländer schlagen. Das wird ein Fest. Ganz bestimmt.

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2 Antworten zu “WM 2010: Tag #16

  1. die Radiomarijke Sonntag, 27 Juni, 2010 um 10:49

    noch dazu passend zur Teatime 🙂

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