richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

WM 2010: Tag #19

Das waren sie jetzt also, die Achtelfinalspiele. Jetzt gibt es zwei Tage ohne Fußball. Wie soll man das aushalten?

Paraguay : Japan  0 : 0 5 : 4 nach Elfmeterschießen

Die erste Halbzeit habe ich versäumt. Wobei, wirklich versäumt habe ich wohl nichts. Ein mäßiges Spiel. Weil weder Paraguay, noch Japan sich getrauten, Risiko zu nehmen und offensiv zu agieren. So spielten beide aus einer gesicherten Abwehr und rannten sich immer wieder in der gegnerischen Defensive fest. Es fehlte der Zunder. Ein Tor hätte vermutlich Spannung und Emotionen geweckt. Aber 120 Minuten lang blieb es torlos. Wobei, in der Verlängerung gab es hie und da ein paar gute Momente vor dem japanischen Tor. Und die Japaner hatten auch ihre Chancen. Aber alles in allem eine verhaltene Partie. Dass die Japaner das Elfmeterschießen verlieren würden, daran dachte ich eigentlich nicht. Eiserne Nerven attestierte ich ihnen. Dumm, dass einer der Elfmeterschützen es zu genau wissen wollte und nur die Latte traf, statt ins Tor. So jubelten die Südamerikaner, während die Asiaten nach Hause rudern müssen. Irgendwie hätte ich die Blauen Samurai noch gerne gegen die Spanier gesehen. Das wäre einer Weltmeisterschaft würdig. Exotische Mannschaften sind ja das Salz in der Suppe. Freilich, auf Paraguay hätte man auch nicht gesetzt. Aber im Viertelfinale ist dann Schluss. Gegen die Spanier werden sie keinen Blumentopf gewinnen.

Spanien : Portugal  1 : 0

Da sind sie ja wieder, die Spanier. In der Gruppenphase geschwächelt, verloren und am Ende doch wieder auferstanden. Villa, der Kleine, schießt jetzt die Tore, seit Torres, der Große, auslässt und mit sich hadert. Irgendwie scheint das Glück auf Villas Seite zu sein. Abpraller kommen immer wieder zu ihm. Das kann einen schon stutzig , Gegner hingegen vollends nervös machen. Ach ja, was war eigentlich mit den Portugiesen los? Sie taten, was sie die letzten Gruppenspiele über am besten konnten: hinten dicht machen. Aber nach vorne ging wenig, um nicht zu sagen: gar nix! Diese gestandenen Recken um Christiano Ronaldo, die noch der Elfenbeinküste und Brasilien getrotzt haben, die Nordkorea aus dem Stadion schossen, ihnen viel nicht viel ein, gegen die spanische Armada. Wie man die Spanier in Bedrängnis bringen kann, haben die Chilenen gezeigt. Konsequentes Pressing. Laufbereitschaft bis zum Umfallen. Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Aber dafür sind sich die Portugiesen natürlich zu schade und versuchten es mit der einen oder anderen vorsichtig vorgetragenen Offensiv-Aktion. Bezeichnend: der gefährlichste „Schuss“ kam von Puyol, der eine Hereingabe mit seinem Knie gefährlich abfälschte und beinahe ein Eigentor machte. Gottlob ist es nicht passiert. Denn wir wissen, was dann geschehen wäre: die Portugiesen hätten sich mit Mann und Maus zurückgezogen und Beton angerührt. Nur Ronaldo hätte auf den Konter gelauert. Aber so gerieten die Portugiesen in Rückstand, hatten noch zwanzig Minuten Zeit und taten … nichts. Erst in den letzten Minuten hatte man das Gefühl, dass ihnen bewusst wurde, dass sie nach Hause schwimmen müssen, wenn sie nicht den Ausgleich erzielen. Half alles nichts. Die Spanier, mit ihrem „such den Ball“-Spiel, waren in allen Belangen besser. Ein logisches Finale kann wohl nur heißen: Brasilien gegen Spanien. Wer sollte die beiden stoppen? Und man werfe jetzt nicht „Deutschland“ in die Runde. Diese Mannschaft wird es bereits im Halbfinale nicht mehr geben. Und die Argentinier? Können mich nicht sonderlich überzeugen, obwohl sie natürlich starke Momente haben. Freilich, noch kann sich die Fußballwelt auf den Kopf stellen. Uruguay und Ghana sind ja auch noch da, aber seien wir ehrlich: was wollen diese beiden Mannschaften ausrichten, die ich schwächer als Portugal einstufe. Eben!

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Eine Antwort zu “WM 2010: Tag #19

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