WM 2010: Tag #23 ESP : GER

Spanien : Deutschland  1 : 0

Gesetzt dem Falle, die Spanier wären nur halb so effektiv wie die Deutschen in ihren letzten beiden Spielen, dann hätte es wohl für diese eine schmerzlichere Niederlage gegeben. So blieb es bei diesem einen Kopftor von Puyol. Ausgeschieden sind sie trotzdem (besser: sie haben das große Finale verpasst und spielen noch um Platz 3). Aber seltsam, all diese Tugenden, die eine germanische Mannschaft so auszeichnet, waren fast 80 Minuten lang in der Kabine, nicht am Feld. Was ging da bloß in den Köpfen der Spieler vor?

Spanien war den Deutschen in allen Belangen überlegen. Das konnte man mit freiem Auge sehen, dazu brauchte es keine Statistik. In der zweiten Halbzeit gab es überhaupt eine spanische Powerplay-Phase, in der die deutsche Hintermannschaft alle Füße und Köpfe zu tun hatte, um die Angriffe abzuwehren. Wenn man sich ein Bild der beiden Mannschaften vor Augen führen möchte, wie sie agierten, dann ist der jeweilige Anstoß. Die Deutschen machen den Ankick zur 1. Halbzeit und spielen den Ball zurück, lassen ihn dort in den hinteren Reihen zirkulieren. Man merkt, hier herrscht Vorsicht. Die Spanier hingegen, sie spielen den Ball nach dem Ankick zur 2. Halbzeit sofort in die Spitze, das Mittelfeld rückt nach und auf.

Herr Löw hat sicherlich lange über die Strategie gegen die Spanier nachgedacht. Er kam vermutlich zum Schluss, dass es nur einen Weg gab, die Iberer zu schlagen: die Schweizer Lösung musste her. Hitzfeld, der Trainer der Eidgenossen, hat es der Welt gezeigt (es war die 2. Niederlage der Spanier nach über 50 Spielen), dass man mit der richtigen Beton-Abwehr und der nötigen Effizienz im Toreschießen (die ist ihnen gegen Honduras ziemlich abhanden gekommen) auch dem Europameister eine Niederlage zufügen kann. Hitzfeld wiederum hat sich die Taktik von Rehagel und seinen Griechen abgeschaut (EM 2004). Wer das Spiel der Spanier gegen die Eidgenossen gesehen hat, hätte am liebsten die Schweizer sofort von der WM ausgeschlossen. Weil sie nicht spielten, sondern mauerten und jegliches Kurzpass-Spiel der Spanier zerstören wollten – was ihnen auch gelungen ist. Für den Offensiv-Fußball eine herbe Schlappe.

Nun könnte man natürlich argumentieren, es gäbe gegen die spielstarken Spanier kein anderes Rezept, als Beton anrühren und hoffen, dass der Ball irgendwann irgendwie in deren Tor kullert. Vielleicht ist das richtig. Vielleicht aber auch nicht. Herr Löw hätte sich nur das Spiel der Spanier gegen die Chilenen ansehen müssen. Da machten die Südamerikaner die Räume der Spanier eng, attackierten diese schon in ihrer eigenen Hälfte und brachten diese in Bedrängnis. Keine Spur mehr von ihrem sonst so sicheren Pass-Spiel. Hätte der chilenische Torhüter nicht gerade seinen entbehrlichen Ausflug gemacht, der zum Führungstreffer führte und hätte der Schiedsrichter nicht einen Chilenen vom Platz gestellt, die Spanier wären vielleicht sogar schon in der Gruppenphase nach Hause gefahren. Und gegen Paraguay sah es auch nicht rosig für sie aus. Auch da hielten die Südamerikaner dagegen, spielten mit und drängten genauso aufs Tor wie die Spanier. Hätte Cardozo nicht den Elfmeter vergeben, wer weiß, wie das Spiel geendet hätte. Wir sehen: es bedarf nicht immer nur Beton.

Ich bin auch der Meinung, dass die Spanier alles andere als sicher und selbstbewusst waren (nach dem Sieg gegen Deutschland sieht es natürlich anders aus). Diese knappen und nervenzerfetzenden Siege waren in den Köpfen der Spieler. Vielleicht spekulierte Herr Löw wieder mit einer glücklichen Fügung, die zu einem Tor für die deutsche Mannschaft führt. Denn dann hätten die Spieler das machen können, was sie am liebsten machen: den Gegner eiskalt auskontern und mit Schimpf und Schande aus dem Stadion schießen. Ein klein wenig hätte ich es ihnen auch vergönnt, so gedemütigt zu werden, wie sie es mit den Engländern und Argentiniern gemacht haben. Weil sie der Welt glauben machen wollten, sie wären so stark und um so viele Tore besser, wie sie eben dem Gegner geschossen haben. Aber diese Rechnung stimmt nur bedingt. Weil eine Mannschaft, die in der Offensive ihr Heil sucht, um die drohende Niederlage abzuwehren, wird durch einen weiteren Gegentreffer völlig aus der Bahn geworfen. Diese mentale Schlappe führt zu Auflösungserscheinungen („Wozu sollen wir noch spielen, es ist vorbei?“), die der Gegner weiter kaltblütig ausnutzen kann. Das ist nicht sehr nett, aber eben Fußball. Gut gesehen bei den Portugiesen, die eine auflösende Nordkoreanische Mannschaft mit 7 oder 8 Toren in ein Debakel laufen lassen. Später, im Achtelfinale, sind sie nicht in der Lage, auch nur eine nennenswerte Offensiv-Aktion gegen die Spanier zu machen. Schon gar nicht, als diese den Führungstreffer geschossen haben.

Zurück zum Deutschland-Spiel. Hätte Pedro entweder den Killerinstinkt eines Müllers oder das Auge für seinen Mitspieler (wie ein Müller), er hätte alles klar machen können. Aber statt Torres zu bedienen, wollte er sich „unsterblich“ machen. Tatsächlich machte er sich nur lächerlich. Weil er einerseits nicht imstand war, einen der deutschen Verteidiger auszutanzen, andererseits,  weil er nicht in der Lage war, den Querpass auf Torres zu spielen. Man stelle sich vor, den Deutschen wäre dann doch noch der Lucky Punch geglückt? Pedro hätte besser Asyl in Südafrika angesucht, aber nach Spanien hätte er nicht mehr zurück dürfen.

Jetzt spielen die Löw-Mannen am Samstag um Platz 3 gegen Uruguay. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein recht flottes Spiel sein wird. Zwar wird man beiden Mannschaften ihre Enttäuschung ansehen, aber die Südamerikaner haben die bessere Motivation auf ihrer Seite: es geht gegen DAS Deutschland und sie haben die Möglichkeit, als krasser Außenseiter mit einem Achtungserfolg das Turnier zu beenden. Die Deutschen hingegen, sie sind nun Opfer ihrer großspurigen WM-Träume. Gerade nach ihrem Kantersieg gegen Argentinien gab es für die Fans und (vor allem) den Medien kein Halten. Vielleicht sind sie auch an dieser Bürde zerbrochen. Das kleine Finale gegen einen undankbaren Gegner (weil kein Schwergewicht) kann nur noch Pflichtaufgabe sein. Ja, Motivation sieht anders aus.

Das große FINALE lautet demnach Spanien gegen Holland. Damit könnte Spanien nach dem Europameister-Titel auch den Weltmeister-Titel mit nach Hause nehmen. Spielerisch haben die Oranjes natürlich keine Chance, mit den iberischen Ballartisten mitzuhalten. Aber dass die spanische Verteidigung schwächelt und schwankt, wenn man sie unter Druck setzt, hat das Turnier gezeigt. Die Deutschen haben verabsäumt, von Beginn an, dagegen zu halten. Jetzt wird man sehen, ob die Oranjes aus diesem Fehler lernen werden.

Literarische Lottospielambitionen und ein dickes Lob

Mit kleinen Schritten muss sich der Kleinstverleger seinen Weg durch den dichten, überwucherten Dschungel der Buchbranche bannen. Kein einfaches Unterfangen, wenn das Budget knapp bemessen und eine familiäre Hilfsstruktur nicht gegeben ist (wer hat schon einen Verleger-Papa? Oder einen Banker-Papa, dessen Jahres-Bonus reichen würde, um mein gesamtes Literaturschaffen der letzten Jahre abzudecken?). Deshalb ist man (vulgo ich)  auf ein soziales Netz angewiesen. Mehr denn je verlagert sich dieses in den virtuellen Raum. Und dort ist das Potenzial schier grenzenlos. Wer aber nun vermeint, es würde bedeuten, man müsste nur das Geld, das auf dieser Webstraße läge, aufsammeln, der irrt. Nicht gewaltig, nein, aber er irrt. Weil auch im Web, so virtuelle es auch sein mag, immer noch Menschen am anderen Ende der Leitung sitzen, die reale Wünsche und Begierden haben.

Wie dem auch sei. Kommen wir zum alleinigen Grund dieses heutigen Geschreibsels: Matthias Brömmelhaus, Schreibtäter seines Zeichens, ist über mich und meine beiden „Tiret“-Bücher gestolpert. Dass dieses Stolpern bei Petra van Cronenburg passierte, Journalistin und Autorin im Elsaß, die mein verlegerisches Tun immer wieder positiv erwähnt, freut mich besonders. Weil sie sich in ihrem Blog (übrigens eine dringende Empfehlung!) sehr kritisch mit der verlegerischen Zunft auseinandersetzt. Und in jenem Beitrag, der sich mit dem Abgesang des historischen Romans beschäftigt, hat mich Matthias Brömmelhaus gefunden.

[Petra van Cronenburg] „Ich hörte ungefähr zu dem Zeitpunkt auf, als die Titel nur noch ein „-in“ oder eine „Tochter des“ und Grafiken aus der Präraffaelitenkiste trugen, weil ich als Frau das Frauenbild nicht mehr ertrug, das von der fröhlichen Massenvergewaltigung im Kostüm direkt in die willige Eherolle neben dem Märchenprinzen führte.“

Das hätte natürlich auch vollends in die Hose gehen können. Weil ich mich im Kommentar zu dieser profunden Analyse kurz eingemengt und meinen Senf dazu abgegeben habe. Dass ich dabei klar machte, ebenfalls Autor historischer Bücher zu sein, hätte man mir natürlich übel nehmen können, bin ich doch damit nicht mehr objektiv und wir wissen, dass die eigenen Kinder immer die hübschesten und intelligentesten sind. Und ehrlich, ich hatte dann doch ein flaues Gefühl im Magen, als ich den Kommentar abschickte. Im schlimmsten aller Fälle hätte man mich der penetranten Eigenwerbung überführen können. Deshalb freut es mich doppelt und dreifach, dass die Sache wunderbarst gelaufen ist.

Matthias Brömmelhaus hat sich nämlich kurzerhand Die Liebesnacht des Dichters Tiret und Brouillé bestellt und in kurzer Zeit gelesen, OHNE, dass ich dahingehend meine Hände im Spiel hatte. Das ist ein Faktum, das ich hier und jetzt anzeigen möchte. Denn bis jetzt war es oftmals und immer so, dass ich bei den Literaturblog-Betreibern höflich angefragt habe, ob sie Interesse hätten, eines meiner Bücher zu besprechen. Natürlich schickte ich ihnen ein Rezensions-Exemplar. Natürlich erwartete ich mir eine Besprechung. Aber dass jemand zum einen die Bücher ordnungsgemäß gegen Münzen beim Buchhändler seines Vertrauens (virtuell oder real sei dahingestellt) orderte, zum anderen diese dann auf eigenen Antrieb in seinem Blog bespricht, also, damit konnte ich nicht rechnen.

Diese Buchbesprechung von Matthias Brömmelhaus ist demnach wie ein kleiner Lottogewinn zu betrachten. Weil er die beiden Bücher in den schönsten Tönen lobt. Keine Spur von Eigenverleger-Bashing, ganz im Gegenteil. Brömmelhaus streicht gerade diesen Umstand äußerst positiv hervor:

Dazu kommt, dass die Bücher gestalterisch Maßstäbe setzen. Typografie, Umschlaggestaltung – all das sieht man nur noch selten in dieser Qualität. Und das, obwohl – oder vielleicht gerade weil die Bücher im Selbstverlag des Autors erscheinen. Ein Beleg dafür, welche Perlen hier verborgen sein können.

Genau dorthin wollte ich kommen, das wollte ich so dringend erreichen: dass man meine selbstverlegten Bücher als „Perlen“ entdeckt, sie wertschätzt und die Qualität, das Herzblut, das in jeder Seite steckt, erkennt, vielleicht sogar fühlt. Das Besondere ist, dass sich meine Bücher vom Einheitsbrei des Literaturbetriebs abheben. Das ist gar nicht so sehr bewusst geschehen, kann aber gar nicht anders sein, da ich ja meinen eigenen verlegerischen Weg gehe (besser: gehen muss).

Wenn ich später einmal jenen Erfolg vorweisen kann, der wiederum Erfolg nach sich zieht, und man mich fragen würde, was denn mein Erfolgsrezept gewesen sei, so würde ich sagen: seinen Weg gehen, nicht aufgeben und tun, tun, tun. Hie und da sollte man sich natürlich zurücklehnen und tief durchatmen (bitte nicht einschlafen!). Das klingt alles nicht neu. Schon hundert Mal gehört. Ich weiß. Und ich muss mich auch zwingen, dieses „Rezept“ zu schreiben. Weil es in der Realität des Verlegens (nicht so sehr des Schreibens, weil, das ist meine Sache) so sehr auf den anderen ankommt. Ich kann alleine nichts bewegen. Ich kann vielleicht einen Anstoß liefern, aber ansonsten bin ich Passagier und muss zusehen, wohin die Reise geht. Das ist mit Sicherheit die unangenehmste Erfahrung, die jeder Entrepreneur am Beginn seiner unternehmerischen Odyssee macht: dieses Ausgeliefert sein. Da verteilst du, sagen wir, tausend Flyers und am Ende des Tages, am Ende der Woche, am Ende des Monats tut sich nichts. Dafür kann es dir passieren, dass das Telefon klingelt und man dich zu Wiener Kriminacht einlädt, weil dieser eine Flyer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort aufgelegen ist. Das kann man nicht steuern. Das kann man nicht beeinflussen (so sehr man es auch möchte). Deshalb sind diese kurzen Momente, in der ich  bemerke, dass mein kreatives, verlegerische Tun eine Wirkung zeigt (mag sie auch noch so klein sein, wie zum Beispiel der ReTweet dieses Beitrages), nicht zu unterschätzen. Für die Seele genauso, wie für das Ego.

Dass diese so positive Buchbesprechung von Matthias Brömmelhaus bereits den Stein des Anstoßes gab, den Kreis sozusagen schließt, bestätigt meinen zuvor genannten Vergleich mit dem kleinen Lottogewinn. Dass Kaiserin Maria-Theresia vor weit über zweihundert Jahren die Erlaubnis zum Lottospiel gab, um damit den Krieg gegen die Preußen zu finanzieren, sei nur am Rande erwähnt. Soll aber zeigen, dass wir allesamt Kinder der Vergangenheit sind. Auch ein bescheidener Eigenverleger aus Wien mit literarischen Lottospielambitionen.

WM 2010: Tag #22 Halbfinale NED : URU

Niederlande : Uruguay  3 : 2

Vermutlich wird man die geflügelte Phrase „ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen die Deutschen“ umformulieren müssen. Man ersetze „Deutschen“ mit „Holländer“ und schon ist alles gesagt.

Wie sie es anstellen, ich weiß es nicht. Es zieht sich wie ein orangefarbener Faden durch diese WM: die Holländer spielen einen mäßigen Fußball; wenig Emotion, wenig Witz, wenig Ideen. Die Schnelligkeit, dieser berühmte Zug zum Tor, der sie einst so gefährlich machte, nur noch sporadisch anzutreffen. Den Niederländern reichen zumeist 15 Minuten, in denen sie das Tempo erhöhen, den Druck verstärken und die Chancen suchen. In den restlichen 75 Minuten machen sie dann ihre Tore und entscheiden das Spiel.

Gut. Uruguay, wir wissen es längst, hat im Halbfinale nichts zu suchen gehabt. Statt den Südamerikanern hätte eigentlich Ghana gegen die Oranjes antreten müssen. Meine Güte, was wäre da wohl im Stadion abgegangen? Ganz Afrika wäre Kopf gestanden. Und dann auch noch gegen die ehemaligen Kolonialherren Südafrikas (wobei, so ganz stimmt es nicht; eigentlich hatte die Englische Krone lange Zeit das Sagen, bis die holländischen Siedler, die Buren, sich mit der Englischen Armee anlegten; schlussendlich kapitulierten die Engländer und die Buren hatten das Sagen; was diese dann anstellten, muss an dieser Stelle nicht erläutert werden). Wie dem auch sei, „die Hand Suarez“ hielt Uruguay im Rennen.

Das Spiel war in der ersten Hälfte mau. Dann ein Gewaltschuss von van Bronkhorst, der wie ein Strich in die Kreuzecke einschlägt. Dass die Urus noch vor der Pause den Ausgleich (ebenfalls ein Weitschuss, diesmal von Forlan) machten, freute mich dann doch. Weil ich auf eine spannende zweite Hälfte hoffte. Dass die Holländer nach der Pause die Initiative ergriffen, überraschte mich. Sie spielten druckvoll, versuchten Uruguay in die Defensive zu zwingen. Daraus entstanden gefährliche Situationen. Aber das Tor von Sneijder war wieder einmal äußerst glücklich. Abgefälscht von einem der südamerikanischen Verteidiger findet der Ball den Weg ins Tor. Und keine zwei Minuten später wuchtet Robben seinen Schädel gegen den Ball und bugsiert ihn mustergültig in die linke Ecke. Das war dann wohl die Entscheidung. Die Holländer machten nur noch, was notwendig war. Und wären beinahe bestraft worden. Sie kassierten in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte es dann doch nicht, aber es wurde noch einmal hektisch, im Strafraum der Holländer. Ja, das ist es, was wir sehen wollen: Dramatik! Schade, dass die Urus nicht doch noch den Ausgleich erzielten. Dann könnten wir noch Tage später den Kopf schütteln und sagen: „Ich hätt’s nicht für möglich gehalten!“.

Die Niederländer stehen also im Finale. Verdient haben sie es wohl nicht. Aber bei meinen gestrengen Maßstäben kommt keine Mannschaft gut weg. Immerhin haben sie die Spiele gewonnen. Das ist, was zählt. Immer. Und wie die Tore zustande kommen, interessiert nach dem Schlusspfiff niemanden. Leider.

Wer auch immer gegen die Oranjes im Finale antreten wird, eines ist klar: die Holländer haben das Glück auf ihrer Seite; sie müssen weder gut spielen, noch den Anschein erwecken, gefährlich vors Tor zu kommen; sie bringen irgendwann, irgendwie zumindest einen Treffer zustande. Dagegen hilft keine Betonabwehr, keine taktische Meisterleistung des Gegners. Die Oranjes mit Sneijder, vor allem Sneijder und Robben, vor allem Robben, sind immer für ein Tor gut, auch wenn es nicht den Anschein macht. Man könnte meinen, es ginge nicht mit rechten Dingen zu. Aber da sind sie mit Spanien und Deutschland in guter Gesellschaft. Auch da möchte man seinen Augen nicht trauen. Während sich die Iberer abmühen, mehr schlecht als recht ins Halbinfale ge-villat sind, müllern sich die Deutschen von einem Kantersieg zum nächsten. Verkehrte Welt, fällt einem da ein. Ja, mehr fällt einem im Moment dazu nicht ein.