Erotische Verquickungen

TEST-Buchcover

Link des Covers auf yfrog: http://yfrog.com/05ukqij

Die letzten Tage intensivst in eine kreative Phase gekippt und an Der Fetisch des Erik van der Rohe gearbeitet. Man glaubt gar nicht, wie schnell man hineinkippt (aber auch wie schnell man wieder herausfällt). Jedenfalls bin ich guter Dinge. Drei neue Kapitel den bestehenden sieben hinzugefügt (wobei eines der älteren hinausflog), das heißt, wir stehen bei 9 Kapiteln und einer Taschenbuch-Seitenzahl von 424! Das ist recht beachtlich. Auch wenn es noch die eine oder andere Kürzung geben wird (vor allem im Kapitel „Marie Claire“ – Simona merkte es ja bereits an, dass hier zu viel bla bla gemacht wird). Freilich, die eine oder andere erotische Spielerei muss auch noch hinzugefügt werden (um die Leser für ihre Geduld zu belohnen, wenn es seitenweise um die Innenansichten und Reflexionen von Erik geht).

Und weil es so gut läuft, muss man sich mit hübschen Cover-Fotos bei Laune halten. Also wieder viele Stunden nach Fotos für mögliche Buchumschläge gesucht. Und wahrlich, ich bin fündig geworden. Das hier gezeigte Bild soll nur als Vorlage für das Kommende dienen. Das Foto stammt tatsächlich noch aus der Schwarzkopf-Phase und wird bei Erik nichts zu suchen haben. Aber ich wollte einmal einen Hingucker aus der Hüfte fabrizieren. Aufmerksamkeit zu erregen (!) ist heutzutage ja die halbe Miete.

Des Weiteren hätte ich vor, die Kapitel separat zu veröffentlichen. Häh?, fragt sich jetzt der Leser. Nun, ich werde jedes Kapitel als ebook anbieten, wenn es soweit fertig ist. Das hat mehrere Vorteile, die ich hier nicht lang und breit erklären möchte, weil sie ja doch auf der Hand liegen. Später kann ich dann immer noch das Taschenbuch drucken und unter das lesende Volk bringen. Generell würde ich ja dieser Verlags-„Strategie“ keine großen Chancen einräumen, aber da der Inhalt von Erik recht brisant ist, könnte es gut sein, dass ich den voyeuristischen Trieb (vulgo Neugierde) im geneigten Leser anspreche. Und wer einmal Blut geleckt hat, will mehr. Und er (besser: sie) bekommt auch mehr. Nicht sofort. Nicht alles auf einmal. Aber ich liefere. Und je schwieriger und umständlicher es ist, an den Stoff zu kommen, umso eher löst es eine satte Zufriedenheit aus, wenn man (besser: frau) es schlussendlich geschafft hat.

Im Sommer 2003 habe ich mit Erik begonnen. Es war der zaghafte Versuch, der Literatur etwas Neues abzuringen. Wenigstens im Ansatz. Wenigstens in der Idee. So ist das Buch nebenbei der Entwicklungsroman eines Schriftstellers. Ich will die ersten Kapiteln nicht großartig verändern, um dann dem Leser zu zeigen: so hat sich der „fiktive“ Schriftsteller über die Jahre zum Besseren gemausert. Dass es sich dabei natürlich um die Qualität des echten Autors handelt, muss ich nicht gesondert erwähnen. Tue es aber trotzdem. Und es ist faszinierend, mich zu beobachten, wie einfach plötzlich Tagebucheinträge hingeschrieben werden, in einer passenden Tonalität. Während ich noch vor Monaten, Jahren um diese „innere Stimme“ rang, nicht wirklich eine Linie fand, ist sie jetzt einfach gekommen. Einfach so. Keine Ahnung, warum mir plötzlich der Knopf aufgegangen ist. Vielleicht, weil ich Madeleine endgültig abgeschlossen habe und die Druckfahnen zum Korrektorat gab? Gut möglich.

Auch die erotischen Passagen (die ich zusammenfassen und separat veröffentlichen möchte) gehen flockig lockig von der Hand. Dabei frage ich mich ja, wie andere Autoren und Autorinnen mit der stimulierenden Wirkung ihres eigenen Geschreibsel umgehen. Duschen sich diese nach jeder geschriebenen Seite kalt ab? Oder sind sie in ihrem schreibenden Handwerk schon so abgebrüht, dass sie noch die hitzigsten Passagen aus dem gähnenden Ärmel tippen? So ähnlich kühl und sachlich soll es sich ja auch am Filmset von expliziten Filmen zutragen. Aber wer weiß, vielleicht wallt die Wollust im Regisseur genauso wie in der Regie-Assistentin und keiner zeigt es. Who knows?

Dass diese kreative Schreibphase natürlich wieder auf Kosten meiner sozialen Beziehungen geht, liegt auf der Hand. Heutzutage kommen aber auch die virtuellen Beziehungen dazu. Wer sich in facebook nach Tagen nicht zu Wort meldet, wird gar nicht mehr wahrgenommen. Genauso verhält es sich auch bei twitter. Das Social Web geht davon aus, dass die Leute immer Zeit und Muße haben, etwas zu sagen. Auch wenn es keinen interessiert, was du schreibst oder kommentierst, so nimmt man deine Anwesenheit einfach wahr und füllt das virtuelle Stadium. Wie bei einem Pop-Konzert, wo tausende Fans grölen und kreischen. Natürlich interessiert es dich nicht, wer drei Reihen hinter dir sein Bier in die Menge schüttet, aber es tut gut zu wissen, dass du nicht alleine abfeiern musst. Yeah!

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8 Kommentare zu „Erotische Verquickungen“

  1. Richard, Richard…

    Jetzt weiß ich endlich, wie Deine seltsamen Beurteilungen der germanischen Fußballkunst während der WM zustande kamen: Du hast konzentriert am Erik geschrieben und gar nicht auf die Mattscheibe gesehen, sondern hinterher das geschrieben, was eigentlich hätte passieren müssen: Rumpelfußball und Weiterkommen durch Kampfkraft… 🙂

    Bin gespannt auf Erik und Madeleine!

    Gruß;
    Carsten

    1. Herr Kollege, wenn ich mir schon ein Fußballspiel angucken muss, dann ganz und gar, also mit Haut und Haaren, oder mit Leib und Seele. Ja, ja 😉

      Rumpelfußball haben die Oranjes gekämpft, nicht gespielt. Die Germanen, die waren eh lieb brav, kann man gar nix sagen. Bin schon auf die erste Runde in der deutschen Bundesliga gespannt. Da kicken ja ein paar Ösis mit. Angeblich 😉

      [seltsam, wie man von einem „erotischen“ Thema zum Fußball abgleiten kann; ich schätze, die Frauen haben es mit uns Männer wahrlich nicht leicht]

      1. Aber, aber… Fußball ist doch Erotik pur… 🙂 Ein paar Tore von Arnautovic an der richtigen Stelle werden für grün-weiß-orgiastische Ausbrüche sorgen… Aber lassen wir das…

        Deine Bemerkung zur stimulierenden Wirkung des eigenen Geschreibsels sind sehr nachvollziehbar. Mal sehen, ob einer der Kollegen etwas Substantielles dazu beitragen kann. Als Sachbuchautor bin ich da ja i.M. noch etwas „geschützt“ 🙂

  2. Spontan würde ich jetzt sagen – wenn die geschriebene Erotik auf die/den AutorIn keinerlei Wirkung zeigt, wie soll sie dann den nächsten Schritt schaffen, und die LeserInnen erreichen, bei denen die Distanz zwischen zu Papier gebrachter Phantasie und eigener Wahrnehmung derselben noch größer ist als bei AutorIn; wenn man Erotik (immer noch im Wortsinn, nicht als Genrebezeichung) schreibt, denke ich, dass man doch primär davon ausgeht, was man selbst als erotiisch wahrnnimmt, und nicht, was die LeserInnen ansprechen könnte (mit dem man selbst aber weniger anfangen kann … in solchen Momenten merkt man die Absicht und ist verstimmt):.
    Hm. Ja. genau.

    Übrigens: herzlichen Glückwunsch zur endgültigen Madeleine-Abgabe! Jetzt heißt es gespannt ausharren, auf Druckversionen, und Penlys… (wir wollen unseren Marquis zurück!)

    Liebe Grüße
    V, die leicht beschwipste (nach einem Glas Prosecco. Ich bin armselig).

    1. Du musst es so sehen, Vic: wenn du wenig Alkohol verträgst, dann musst du nicht viel Geld investieren, um dir den Mann attraktiv zu trinken, der neben dir an der Bar steht und meint, er hätte auch eine Idee für ein Buch und ob er es dir nicht erzählen soll, während du die Augen verdrehst und dir denkst: okay, ein Glas schadet jetzt nicht.

      Erotik ist ein weites Feld. Hat mal ein Schriftsteller gesagt. Kann auch ein Hotelier gewesen sein. Aber fakt ist, wenn das erotische Geschreibsel auf den Leser keinerlei Wirkung zeigt, dann ist es … ähem grottig peinlich (für den Autor, die Autorin), obwohl es vielleicht nicht wirklich schlecht geschrieben ist, aber es kommt eben am Ende beim Leser so raus und du musst dich dann als Autor rechtfertigen, so einen Schund geschrieben zu haben.

      Wie geht es mit deinem literarisch-erotischen 3er weiter? Schon vorangekommen?

      Merci für die Glückwünsche. Und ja, Penly kommt auch bald. Bestimmt 😉

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