richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Madeleine & Lina

Nein, den Film Jacquou le croquant kannte ich nicht, muss ich mir wohl anschauen. Immerhin ein französischer Film. Und es geht um die Revolution. Nicht um die von 1789. Eher später. Aber trotzdem hübsch anzuschauen, wenn die Leutchen mit den Steinschloßpistolen und -gewehren so um sich schießen. Das Musikstück Lina aus dem Film bringt es so wunderbar auf den Punkt: ein wenig Tragik, ein wenig Dramatik und Hoffnung, die leise verklingt. Wie ich sie alle vor mir sehe: Madeleine, wie sie ihre Ziel anvisiert, D. und A., wie sie auf der Steinmauer sitzen und an ihren Pfeifen rauchen, Ludomila, wie sie auf der Chaislongue liegt und in einem Buch blättert, G. wie er sich prügelt und Prügel bezieht,  H. wie sie sich mit gefesselten Händen schützend über B. legen will, aber von den Männern fortgerissen wird, B. wie er aufgeknüpft wird, Z. wie er nur wenig später vom Pferd geschossen wird, mehr beiläufig, als dass man den Fokus darauf gelegt hätte, dann der Blick zur Schlächterei im Wald, kurz, blutig, dann ein hübsches Fest der Aristokratie, so bunt, so erlesen, dann wieder I. und P., wie sie die Flasche kreisen lassen, und G. wie er vor sich herträumt und zu guter Letzt der Kutschenüberfall, wo sich alles zuspitzt, wo die Tragödie ihren Lauf nimmt, weil alle Beteiligten die falsche Entscheidung treffen, obwohl sie es vielleicht nicht so wollten. Aber die Bleikugel, die einmal abgeschossen wird, ändert nicht ihren Weg. Sie ändert nur den Lauf einer Geschichte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: