Ein exklusiver Video-Clip für 24 Stunden!

Bevor ich in medias res gehe, noch schnell verkündet, dass mein blog nun auch für alle NOKIA Smartphones als app im ovistore gratis zu beziehen ist. Die liebe @sturbi hat die app bereits auf allen touch und non-touch Geräten getestet (sie ist für besagte Mobile Phone Company tätig). Wer also ein NOKIA Smartphone besitzt oder jemanden kennt, der eines hat, der bekommt mich, respektive meine bloggenden Gedanken frei Mobiltelefon geliefert. Nähkästchen-Plauderei to go, sozusagen.

Vorgestern mit der netten Alexandra von starnext.de geskypt. Sie kommt aus Chemnitz, in Ostdeutschland. Und da habe ich mich wieder gefragt, ob nicht generell die offeneren, zugänglicheren Leutchen aus dem Osten Germaniens kommen. Freilich, ich kenne sie nicht alle und nicht wenige meiner virtuellen und persönlichen Bekanntschaften kommen aus dem Westen. Dass diese freundlich und sympathisch bis zum Abwinken sind, muss ich nicht extra erwähnen, tue es aber trotzdem. Wie zum Beispiel der gute Heinrich aus der Gegend von Hannover, der sich mächtig ins Zeug legt, um für MADELEINE die Werbetrommel zu rühren. Letzter seiner interessanten Einfälle: den Club der 99 als Weihnachtsgeschenk anzupreisen. Wunderbar.

Zurück zu Alexandra und startnext.de, wo ich in den nächsten Tagen das literarische Projekt AZADEH vorstellen werde. Apropos. Alexandra meinte, ob ich nicht ein „charmantes“ Video aufnehmen könnte, wo ich mein Projekt kurz vorstelle. Vermutlich hätte ich dieser Idee eine Absage erteilt, aber weil ich mit @medienpirat sowieso im Moment dran bin, den Buch-Trailer zu TIRET den letzten Schliff zu geben, streute ich diese „Vorstellung“ kurz ein. Gestern also in der Inneren Stadt die Aufnahmen gemacht. Huh. Das Budget von etwa € 12,- reichte aus, um die Requisiten (kurzer Mokka beim Meinl am Graben!) und die Mannschafts-Verpflegung (Melange, Baguette, Wurst, Radler) zu bezahlen.

Es war nicht das erste Mal, dass ich in eine Kamera gesprochen habe – wir erinnern uns an das Interview für OKTO, das Pebo mit mir machte, vor über zwei Jahren im Museumsquartier, nach meiner Buchpräsentation von TIRET. Aber diesmal war es keine Interview-Situation, sondern vielmehr eine Form des Dokumentarfilms, wo ich Zusammenhänge erkläre und Interesse wecke. Vier Szenen sind es schlussendlich geworden. Die kurze Lesung am Stephansplatz war akustisch leider nicht zu verwenden – man glaubt gar nicht, wie laut es dort ist, im Besonderen die Pferdehufe auf dem Kopfsteinpflaster. Wir haben dann kurzerhand die Lesung im stillen Kämmerlein aufgenommen und über ein famoses Weitwinkel-Bild des Steffl gelegt. Bei unserem geringen Budget hätten wir uns keinen zweiten Drehtag erlauben können (obwohl heute wieder hübsch die Sonne scheint).

Überhaupt, die Sache mit dem Mikrofon. Zwar arbeiten wir mit einem Richtmikrofon, das gute Arbeit leistet, aber jetzt weiß ich, warum es diese herunter hängenden Mikrofone über einen gibt. Je weiter die Kamera sich entfernt, umso leiser wird das Gesagte, umso lauter die Umgebungsgeräusche. Freilich, ist eine Binsenweisheit, trotzdem wird es einem schlagartig bewusst, wenn man sich die Ergebnisse am Schnittcomputer anschaut und anhört. Die Erfahrungen, die man selber macht, dringen nun mal stärker ins Bewusstsein. Period!

Heute werden wir (hoffentlich) den Video-Clip fertig machen. In den nächsten Tagen soll er dann auf startnext.de seine anziehende und fördernde Wirkung erzielen. Ob so eine mehrminütige Video-Botschaft tatsächlich den Unterschied macht, ob jemand ein paar Münzen für das Projekt berappt, nun, man wird sehen. Ausprobieren und tun, heißt die Devise im viralen Web. Von nichts kommt bekanntlich auch nichts.

Apropos viral. In den nächsten Tagen sollte auch der Buch-Trailer zu TIRET das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Dabei auf die Idee gekommen, endlich mal den Club-Mitgliedern von MADELEINE und all jenen Bloggern, die Tiret und/oder Brouillé besprochen haben, einen Bonus zu gewähren: Ich werde Ihnen vorab den Link zum Videoclip schicken und sie können ihren guten Freunden den Link weiterschicken („seht her, ich bin im Club und habe schon jetzt exklusiv Zugang zum Clip“). Innerhalb der, sagen wir, 24 Stunden soll der Link weder in facebook noch in einem Blog gepostet, noch in Twitter getwittert werden, weil sonst die Exklusivität flöten geht. Das wollen wir ja nicht. Schön wäre es, wenn die Club-Mitglieder sehr wohl sagen/schreiben/posten, dass sie den Clip gesehen haben und wie sie ihn finden. Somit würden wiederum andere darauf aufmerksam werden, die sich ein wenig ärgern/giften, dass sie den Clip nicht sehen dürfen. Schön. So soll es sein. Und wer weiß, vielleicht löst dieses Ausgeschlossensein einen Beitrittswunsch aus. Man wird sehen. Ach ja, natürlich werden die Club-Mitglieder im Clip namentlich genannt. Das ist ja das Mindeste, was ich für sie tun kann, oder?

Madeleine und ihr hübscher Club

MADELEINE und ihr Club der 99 wurde nun übersichtlicher gestaltet. Mit Carsten Raimann haben sich nun 30 zahlungswillige Unterstützer eingefunden. Mit den 9 Reservierungen sind also noch 60 Plätze frei. Die Liste der Clubmitglieder ist jetzt hier zu finden:  https://1668cc.wordpress.com/clubder99/

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Du willst, dass MADELEINE in einer Kleinauflage gedruckt wird?
Dann lade ich dich ein, dem Club der 99 beizutreten.

Wie geht’s?

1. Du schreibst mir, dass du mitmachen möchtest
E-Mail an tiret[at]1668.cc

2. Du erhältst meine Kontodaten und überweist  € 25,-

3. Du wirst in meinem Blog und im Buch namentlich (mit Webadresse) erwähnt

4. Du erhältst von mir sofort die letzte Version von MADELEINE als PDF.

5. Du erhältst voraus. Ende November die Druckfahne von MADELEINE als PDF.

6. wenn alle 99 Club-Mitglieder gefunden sind, wird MADELEINE  als Taschenbuch
gedruckt.  Du bekommst natürlich ein Exemplar ohne weitere Kosten zugesandt.

7. Du darfst offiziell verlautbaren, dass es nur dir zu verdanken ist, dass
MADELEINE gedruckt wurde und kannst auf deine Erwähnung im Buch verweisen!

Voilà!

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Hier noch einmal die alle Informationen zum Projekt:

99 förderliche Mitglieder müssen es werden, bevor Madeleine in einer kleinen Taschenbuchauflage gedruckt wird. Es ist ein Versuchsballon, der herausfinden soll, ob es möglich ist, kleinere (Kunst)Projekte durch eine Community vorzufinanzieren. Wie sieht also das Prozedere aus? Der geneigte und interessierte Leser und Förderer bestätigt mir seine verbindliche Absicht, ein Mitglied der 99 zu werden. Das heißt, er schickt mir vorab eine E-Mail an tiret[at]1668.cc (oder jede andere Adresse, die mich erreicht). Nach Bestätigung, dass noch ein Platz frei ist, ist der Betrag von € fünfundzwanzig auf das angegebene Konto zu überweisen. Natürlich ist es auch möglich, zwei oder drei oder mehr Plätze zu beanspruchen, dahingehend gibt es im Moment keine Beschränkung.

Für diese gnädige Überweisung erhält das förderliche Mitglied eine vorläufige Version des historischen Romans im PDF-Format, sollte noch keine endgültige Version vorliegen. Diese zwar lektorierte, aber noch nicht endkorrigierte Version ist durchaus lesbar (wenn man sich nicht von den vielen Fehlern, die der Autor zu machen pflegt, ablenken lässt) und kann einen Einblick in das Schaffen des Maestros geben. Natürlich ist das Layout bereits jenes, wie es später im Taschenbuch zur Anwendung gelangt. In späterer Folge wird dem Zahler natürlich die endgültige und fehlerfreie Version von Madeleine im PDF-Format (oder: epub, mobipocket, amazon.kindle) zugeschickt.

Zusätzlich wird das förderliche Mitglied auf meiner WebSite und meinem Weblog in den Club der 99 aufgenommen, so er dies wünscht. Hierzu könnten die folgende Informationen genannt werden: Vorname, Nachname, Ort, Tätigkeitsbezeichnung und eine Webadresse. Diese Liste wird aber nicht nur virtuell im Web, sondern auch der Tradition Gutenbergs gemäß, im Taschenbuch abgedruckt. Eine Danksagung in Listenform, sozusagen.

Nach Bekanntgabe des 99. Förderers wird der Druck des Taschenbuchs in die Wege geleitet und sollte in wenigen Wochen an die geneigte Leserschaft ohne weitere Kosten verschickt werden können. Natürlich birgt die Mitgliedschaft und Förderung auch eine Gefahr, die nicht verschwiegen werden soll: das Nichtzustandekommen der 99 Mitglieder. Somit würde das Buch nie auf Papier gedruckt werden. Deshalb liegt es bei jedem Einzelnen, die Kunde in die weite Welt zu tragen, auf dass sich die verschworene Gruppe der 99 bildet. Und wer möchte nicht Teil einer besonderen Gemeinschaft sein? Für Fragen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

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[udpate 27.05.2010] Als Autor darf man nicht den Fehler begehen, zu glauben, dass die ganze Welt auf das neue Buch wartet. Ganz im Gegenteil. In der Schwemme an neuen Veröffentlichungen geht jedes Werk unter, das nicht groß beworben, das nicht oft besprochen wird. Qualität definiert sich nicht in erster Linie durch den Text, die Aufmachung, sondern vielmehr durch die Rezeption der Multiplikatoren und Medien. Gut ist, was in aller Munde ist. Schlecht ist, was niemand kennt.

So! Die ersten Aussendungen zum Club der 99 gemacht. Wenn ich es also schaffe, mit MADELEINE, sagen wir einmal 20 Fans zu gewinnen, die in der realen, aber vor allem in der virtuellen Welt, AKTIV auf andere potenzielle Fans zugehen, sie von diesem Projekt zu überzeugen trachten, dann könnte ein erster Schritt getan sein. Dieser stetige Strom an neuen Fans generiert wiederum Interesse und Neugierde. Eines kommt zum anderen. Wichtig ist, dass dieser Strom kontinuierlich ist, nicht abreißt oder versiegt. Nur Veränderung (das wussten schon die alten Chinesen) führt zum Ziel. Deshalb ist jeder, der in dieser Gruppe der 99 eingetragen wird, verantwortlich dafür, dass die Sache zum Erfolg gerät. Im besten aller Fälle, wenn das Taschenbuch im Postkasten liegt, wenn man es zum ersten Mal aufschlägt, darin blättert, dann darf sich jedes Mitglied sagen, dass MADELEINE ohne seinem Zutun nicht in dieser Form zustande gekommen wäre. Er wird das Buch anderen ihm bekannten, lieben Menschen zeigen und ihnen die Geschichte erzählen, die Geschichte der 99. Und er wird sich gut fühlen.

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[update 07.06.2010] Meine Wiener Lektorin hat grünes Licht gegeben. Die offizielle Aussendung ist verschickt. Nun wird sich zeigen, wie gut oder schlecht das Projekt vorangeht.

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Fans und angereichertes Uran in einem Milchwölkchen

[update: der blog ist nun im ovistore erhältlich: link]

So! Wieder am Schreibtisch. Wieder am Fabrizieren eines Blog-Eintrages. Seltsam ist’s, zugegeben, dass ich schon wieder die dringende Lust verspüre, hier meine kreative Befindlichkeit zu Papier zu bringen. Ein gutes Zeichen. Weil es auch Tage gibt, wo ich mir nur denke, dass ich nichts vorweisen kann, worüber es wert wäre, zu bloggen. Im Moment darf ich mich nicht beklagen, es geht drunter und drüber. Mehr seitwärts, denn vorwärts, aber immerhin, ich bleibe in Bewegung. Und mal schauen, wie schnell es braucht, bis Kollege @carstentergast diesen Beitrag twittert. Gut möglich, dass er gerade ostfriesischen Tee mit einem Milchwölkchen trinkt und das Cup-Aus von Werder Bremen  betrauert *harhar*.

Lade mich hoch!

Gut! Wo beginnen? Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag (und der von Jana Herwig) habe ich gestern doch tatsächlich noch die NOKIA App für meinen Blog gemacht: das heißt, man kann nun mit dieser App alle meine Blog-Beiträge auf einem NOKIA Smartphone abrufen und lesen. Coolio, ha? Diese App aus dem ovistore zu machen, geht wirklich kinderleicht, da gibt es keine technischen Hürden mühsam zu überwinden. Alles ist auf seinem richtigen Platz und wird mit guten Hilfetexten erklärt. Ich denke, dieses User-Interface sollten sich viele Software-Unternehmen mal genauer ansehen, wenn sie es richtig machen wollen. Zurück zur App. Noch ist die Prüfung nicht abgeschlossen. Gut möglich, dass es noch ein paar Tage dauert. Schließlich könnte ich ja böses oder hässliches oder verunglimpfendes Zeugs hochgeladen haben. Geht nicht. Nicht auf einem NOKIA. Bis jetzt gibt es in meinem Umfeld drei Leutchen, die so ein Smartphone besitzen. Ich darf also davon ausgehen, dass die App im Store drei Mal heruntergeladen wird. Und nur wer mich und mein Blog kennt, wird auch diese App finden. In Zukunft kann man also diese Zeilen unterwegs lesen. So man das überhaupt möchte. Aber darüber will ich jetzt besser nicht befinden. Interessanter ist schon, dass ich mich mit ein paar Bildern herumschlagen musste. Schließlich will so eine App auch hübsch daherkommen, am Mobilo. Dumm, wenn man Ästhetikfetischist und Perfektionist ist. Dann tüftelt man eine geraume Weile an einem kleinen Bildchen, an einem größeren Banner und an einem Logo und muss sich die Frage gefallen lassen: wozu? Die drei Leser kennen mich und meinen Blog und meine Texte, diese muss ich nicht sonderlich überzeugen und die anderen werden diese App nicht finden. Aber man hat halt einen Ruf zu verlieren und will sich anständig und hübsch präsentieren. Jawohl. Soll ja auch Frauen geben, die sich ordentlich schminken, bevor sie Milch und Butter und Semmeln fürs Frühstück vom Bäcker holen. Ja, so ähnlich verhält es sich auch hier. Man weiß nie, wer einem da begegnen könnte.

Gestern, bis spät in die Nacht, wieder an Bildern und Bannern getüftelt. Langsam, aber sicher kristallisiert sich eines heraus: das Web ist eine visuelle Reizmaschine. Wer mit einem Bild nicht punkten kann, hat verloren. Um Inhalte geht es kaum mehr. Analog des heutigen Literaturbetriebs, wo sich die Bücher generell durch Umschlag und Titel (und Chart-Platzierung) verkaufen. Der Inhalt ist nur noch zweitrangig. Es soll ja einmal eine Zeit gegeben haben, da wurden die Bücher erst gar nicht gebunden, vielmehr konnte der Käufer entscheiden – je nach Budget – wie er den Buchblock, also die losen Seiten, gebunden haben wollte. Der eine nahm teures Leder, der andere billigen Karton. Deshalb heißt auch die erste Seite heute noch „Schmutztitel“, obwohl diese ja schon längst hübsch oder zweckmäßig eingepackt ist. Wie dem auch sei, ohne grafischen Leckerbissen wird jedes Buch geflissentlich ignoriert. Gerade im Web. Deshalb ist es unverständlich, dass es noch immer Verleger gibt, die dem Umschlag ihrer Büchern nicht die nötige Aufmerksamkeit geben. Freilich, in ein paar Jahren ist das natürlich Geschichte. Ich gehe davon aus, dass es eine App geben wird, die hübsche passende Umschläge gestaltet. Schon jetzt kann ein Laie mit gutem Auge schon Beachtliches leisten – die nötigen Tools vorausgesetzt. Die passenden Fotos oder Illustrationen kann man ohne viel Aufwand in den foto-communitys lizenzieren. Ärgerlich nur, dass das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek für kommerzielle Vervielfältigung einen kräftig zur Kassa bittet, obwohl die Bilder  längst gemeinfrei sind, sich aber im Besitz der Bibliothek befinden. Es mag natürlich in Ordnung sein, Unternehmen bezahlen zu lassen, wenn diese kräftige Profite machen, aber Kleinverleger, die sich nach der Decke strecken müssen, werden genauso behandelt wie Multis. Und man sollte nicht vergessen, dass die Bibliothek die Digitalisierungen auch durch mein Steuergeld (ja, auch ich zahlte mal kräftig Lohnsteuer) finanzierte. Da würde ich mir dann doch mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Aber gut möglich, dass nie so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Zurück zur gestrigen Nacht, die lange dauerte. Ich habe nun das Projekt Azadeh auf startnext eingestellt und warte auf die Freigabe. Darüber werde ich sicherlich noch lang und breit und ausführlich sprechen. Kurz erklärt: startnext ist eine neue Plattform, die das Crowdfunding-System in den deutschen Sprachraum holt (ob sie wirklich die ersten sind, kann ich nicht sagen). Die Idee ist simpel: hier gibt es jemanden, der ein hübsches Kunstprojekt auf die Beine stellen will, aber nicht die notwendigen finanziellen Mitteln hat; dort gibt es viele Kunstinteressierte, die auf der Suche nach interessanten Projekten sind und diese durch Einwurf vieler Münzen fördern wollen. Eine Win-Win-Situation. Dass die Sache natürlich viele Haken und Ösen aufweist, soll nicht verschwiegen werden und wird auch nicht. Aber alles zu seiner Zeit. Aha. Da schau her. Sie haben sich mein Projekt angesehen und sind nicht ganz glücklich. Versteh ich. Weil ich ja eigentlich nur im hochpreisigen Segment meine Förderer finden wollte. Da sieht auf den ersten Blick nach einem Typen aus, der keine Ahnung von der Materie hat. Tatsächlich habe ich in der Zwischenzeit zu viel gesammelt und bin deshalb zum Schluss gekommen: ein paar Münzen zu erbetteln ist nicht nur mühsam, sondern führt zu nichts (wenn man in größeren Dimensionen denkt). Aber ein großes Plus, dass sich die Leutchen von startnext eingehend mit den Projekten befassen und das Gespräch mit den Projektemachern suchen.

Der Buch-Trailer ist mal im Kasten, respektive am Laptop von @medienpirat aka Flow. Bis auf ein paar (wunderbare) Fotos habe ich bis jetzt noch keine bewegten Bilder gesehen. Flow arbeitet daran. Und meine virale Idee gibt es ja auch noch. Ob sie umsetzbar ist und welcher Aufwand es bedeutet, wird natürlich an anderer Stelle verraten. Man will ja nichts vorwegnehmen, nicht? Übrigens, das Foto, das ich für das App Store Icon verwende, ist von Flow.

Die Buchmesse steht auch schon vor der Tür. Gottlob kümmert sich mein Kollege Albert Knorr vorbildlich um alle Details, während ich nur nicke und die eine oder andere kleinere Idee einwerfe („Monitor? Yep. Da steht bei mir einer herum!“). Gratiskarten gibt es jedenfalls mal für die Aussteller. Wenigstens. Ich werde sicherlich die eine oder andere unter meine Fans werfen, respektive verlosen oder verschenken. Gehört sich so.

Apropos Fans. Die Fan-Seite auf facebook von Der Fetisch des Erik van der Rohe hat sich nun bei 45 eingependelt. Von allein geht da gar nix weiter – der Trugschluss, wenn Unbedarfte von Social Media reden: „Da braucht man net viel tun, das machen dann deine Fans!“ – Leider sind wahre Fans schwerer zu bekommen als angereichertes Uran. In beiden Fällen hofft man in späterer Folge auf eine Kettenreaktion. Natürlich alles im friedlichen Rahmen. Ja, ja. Nichtsdestotrotz komme ich zum Schluss, dass du viele, sehr viele Fans brauchst, um etwas Auszulösen. Wie viele kann ich noch nicht sagen, aber ich befürchte, mehr, als ich persönlich erreichen kann. Auch wenn ich alle meine Social Media Kanäle zusammen nehme. Da frage ich mich dann immer, wie es wohl anderen ergeht, ihre Fan-Basis auf die Beine zu stellen, wenn sie weniger Zeit als ich im Web verbringen. Da fällt mir ein: gestern auf facebook mit der Autorin Zoe Beck amüsiert geplaudert und ihre Einträge kommentiert. Vermutlich habe ich den Bogen überspannt, weil es den Anschein machte, ich würde sie vielleicht gar facebooklich stalken. Das ist mir jetzt natürlich schon sehr peinlich. Aber es gibt ein Foto von ihr, ich muss sagen, das ist dermaßen beeindruckend, dass ich mir gut vorstellen könnte, es RIESENGROSS zu plotten und an die Wand zu knallen. Es kann ruhig grobkörniger aufgelöst sein, umso besser, das unterstreicht das kreative Potenzial. Ach so, ja, hier geht’s zum Foto auf flickr. Ich hoffe, die gute Zoe bekommt diese Zeilen jetzt nicht in die falsche Kehle, aber ich denke, sie versteht das schon. Immerhin ist sie ja auch Autorin und sehnt sich nach der großen Bühne und dem Scheinwerferlicht.

Scheinwerferlicht? Zu guter Letzt noch ein kleines Schmankerl aus der Twitterwelt. Auf dass auch für mich ein Rest von Licht meine Eitelkeit bestrahlt. Das Gespräch fand zwischen der Autoren-Kollegin Heike Koschyk und mir statt (nur falls es jemand noch immer nicht weiß, dass ich im Twitter-Universum @dschun bin/heiße). Nebenbei habe ich gerade bemerkt, dass die gute Heike schon mal den Agatha-Christie-Krimipreis abgeräumt hat. Respekt.

 

@heikekoschyk: Melde mich aus dem Off. Sitze beim Friseur und nutze die Zeit, um an einem Autorenportrait für die Facebook-Seite von Quo Vadis zu arbeiten.

@dschun: Quo Vadis hat ne Facebook Seite?

@heikekoschyk: Ja, der Autorenkreis Quo Vadis. Wär das nicht auch was für Dich?

@dschun: Autorenkreis? Haha. Ich bin Eigenverleger, you know! Außerdem war ich schon länger nicht mehr beim Friseur 😉

@heikekoschyk: Und? Bist Du deswegen etwa kein Autor??? Na, immerhin siehst Du fesch aus. Auch ohne Friseur 😉

Virale Konzepte um ein paar Münzen

Iris Maria
Iris Maria Stromberger im Buch-Trailer zu den "Tiret"-Bänden

Gestern, zum österreichischen Nationalfeiertag, den Buch-Trailer zu den Tiret-Bänden abgedreht. Hinter der Kamera @medienpirat vulgo Florian „Flow“ Hörantner, vor der Kamera Iris Maria Stromberger. Wenn ich das Bild mit ihr sehe, geht mir das Herz über. Hier stimmt alles bis ins kleinste Detail. Ihr Outfit, die „Garderobe“, wenn man so will, wurde ihr vom Produzenten vorgegeben – also von mir. Normalerweise würde sie sich so nicht in die Öffentlichkeit begeben. Dass sie die Haare hochsteckte, ja, auch das war meine (felsenfeste) Vorgabe. Ansonsten war ich für viele Ideen offen. Meine ursprüngliche Idee, nennen wir diese „Der Stuhl“, musste leider aus budgetären Gründen verworfen werden: das Kunsthistorische Museum (KHM) gewährte zum Nationalfeiertag nur ermäßigten Eintritt von EUR 9,- pro Mann oder Frau und deren Nasen. Das sprengte bei weitem das angesetzte Budget von rund EUR 10,-

Zum Glück überzeugte mich Flow, ja nicht von meiner ursprünglichen Idee abzuweichen, nachdem ich gerne eine Rolltreppenfahrt in der U-Bahn-Station Schottenring gefilmt hätte. Ich schätze, die Leutchen werden sich noch heute wundern, warum die zwei Typen einige Male mit der Rolltreppe rauf und runter und dabei immer fotografierten oder mitstoppten. Leider war die Rolltreppe zu kurz. Und da wir keine Drehgenehmigung bei den Wiener Verkehrsbetrieben eingeholt hatten, hatte ich zugegebenermaßen ein mulmiges Gefühl. Noch dazu, wo die Wiener U-Bahn-Stationen „big-brother-is-watching-you“-mäßig mit Kameras zugepflastert sind und alles sehen und beobachten. Und weil ich (leider) nicht die Chuzpe eines Aktionskünstlers habe, wurde kurzerhand umgedacht. Das Ergebnis, davon gehe ich aus, kann sich sehen lassen. Wobei, ich habe es noch nicht gesehen. Der Schnitt, die Nachvertonung, das Konvertieren, all das muss erst in mühsamer Kleinarbeit gemacht werden.

Nach der Filmerei ging es natürlich geradewegs ins Kaffeehaus. Nachbesprechung. Dabei wurde eine hübsche virale Idee geboren, die ich heute, am frühen Morgen, noch ausformulierte und die, davon gehe ich jetzt einfach aus, grenzgenial ist. Gut. Theorie ist die eine, Praxis die andere Seite. Gerade wenn es um Social Media geht, sollte man besser die Kühe, pardon, die Kirche im Dorf lassen.

Apropos. Meine hübsche Fan-Seite zum euryclia-Buchprojekt Der Fetisch des Erik van der Rohe hat nun einen Kurzlink auf facebook:

http://www.facebook.com/erikvanderrohe

Ab 25 Fans darf man einen Kurzlink für eine Fan-Seite beantragen. Gestern also durch virtuelle Bettelei („bitte, bitte“) die Grenze überboten und heute stehen wir bei 41 Fans. Das ist mal ein Anfang, nicht? Wer noch kein Fan ist, hat jetzt die Chance. Anklicken und in der Fan-Community mitmachen. Ich werde sicherlich allen Fans, die sich hervortun, das eine oder andere Kapitel schenken. Wichtig dabei: „einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“!

Die gute Jana Herwig hat mich mit ihrem Blog-Beitrag „inspiriert“, will heißen: was sie hat, will ich auch! Nämlich: eine App(lication), die den eigenen Blog auf einem NOKIA-Smartphone abrufen lässt. Gut, ich kenne jetzt niemanden, der ein NOKIA hat, aber was spielt das jetzt für eine Rolle? Eben! Dabei sein ist alles in der heutigen schnell-lebigen App-Web-Zeit. Ich werde also meinen Blog in eine App packen und im Ovi App Store anbieten. „Für lau“, also gratis, wie es Jana so hübsch formulierte. Übrigens, ein paar österreichische Blogger haben ihre Blogs schon eingestellt. Die Liste kann man in Jana Herwigs Beitrag einsehen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie einfach oder schwierig es ist, eine Apple-App zu machen. Aber mit Apple bin ich sowieso sehr unglücklich. Der ibookstore dürfte nur mit den Apfel-Gadgets aufzurufen sein. Versuche, mit Wintel-PC und Web zum ibookstore zu gelangen scheiterten grandios. Über Umwege erfahren, dass, möchte man seine eBooks im Store anbieten, man einerseits eine ISBN benötigt, andererseits werden die epub-Dateien mit einem noch seltsam unfertig aussehenden Programm geprüft, das eine kleine Wissenschaft für sich ist. Nur durch das Google-Orakel konnte ich ein paar Tipps bekommen, wie man das Ganze Prozedere durchführt. Erinnerte mich wieder an die gute alte DOS-Zeit, als ich im Kommando-Fenster die Befehle tippte. Fühlte mich ein wenig in die Steinzeit der Software zurückversetzt. Dafür gehört Apple eigentlich an die Wand geklatscht (die Wand sollte natürlich zu den Produkten passen und sehr stylish sein). Überhaupt scheinen mir die Applerianer ihren ibookstore von der Außenwelt abzuschotten und die Tore von finster dreinblickenden Türwächtern bewachen zu lassen. Im Gegensatz dazu verhält sich amazon wie beim „Tag der offenen Tür“. Freilich, einfach ist es auch nicht, die richtige Türe zu finden, aber niemand steht davor und tut auf geheimnisvoll. Um bei amazon ein eBook hochzuladen, braucht es keine ISBN und kein technisches Knowhow – im Prinzip erledigt alles eine Konvertierungs-Software, die im Web-Browser aufgerufen wird. Das Ergebnis kann man sich dann auf einem simulierten kindle-Gerät angucken. Funktioniert einwandfrei (abgesehen vielleicht von ein paar Kleinigkeiten). Wen wundert es also, warum amazon im eBook-Segment die Nase vorne hat. Würde ich eine Empfehlung aussprechen, dann nur für diese Leutchen. Die wissen, um was es geht. Literatur sollte einerseits für jedermann zugänglich, andererseits auch für jedermann veröffentlichbar sein. Ja, ja.

So! Jetzt aber zurück zu meiner viralen Spielerei und dem Buchtrailer. Demnächst in diesem Theater.

 

 

Große Argentinische Literatur in einem kleinen Wiener Buchladen

Buch-Cover (c) Drava Verlag
Buch-Cover (c) Drava Verlag

Vor wenigen Tagen lernte ich Florian Müller kennen. Der profunde Kenner der Argentinischen Literatur hat nun seinerseits ein Buch übersetzt: Enrique Medinas Der Boxer, erschienen im Drava Verlag. Nicht nur, dass der gute Florian diese Buch vorstellte und kurze Passagen daraus vorlas, nein, er bracht einen gehörigen Stapel Bücher mit, die er Exemplar für Exemplar präsentierte, daraus vorlas und etwaige geschichtliche Zusammenhänge erklärte. Zugegeben, mich hat das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse nicht sonderlich interessiert. Aber nach diesem Abend sieht es anders aus. Das Buch „Der Boxer“ wird gerade gelesen (inklusive einer Signierung vom Übersetzer – gibt’s auch nicht alle Tage) und verspricht gute Literatur zu sein – der Erzählstil ist präzise und knapp und erinnert zuweilen, dass der Autor auch beim Film tätig war.

Aber wichtiger ist natürlich, dass ich nun gewisse politische Zusammenhänge über Argentinien erfahren habe. Und dass während der Militär-Diktatur, Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er, über 30.000 Menschen spurlos verschwanden und nie wieder auftauchten. Keine Leiche. Kein Lebenszeichen. Nichts. Da kann man nur sagen – sehr zynisch, ich weiß – die Exekutive hat ganze Arbeit geleistet. Wenn man sich vor Augen führt, dass 1978 die Welt nach Argentinien blickte, wenigstens für einen Monat und die Fußball-WM abfeierte, dann ist das auch ein Treppenwitz der Geschichte, der sich dann und wann wiederholt (Olympische Sommerspiele in Berlin, 1936).

Interessant ist auch, dass die Regierung Anfang der 1990ern ihr Familiensilber verscherbelte, um die großen Budgetlöcher zu stopfen. Da wurden auch die etabliertesten argentinischen Verlage kurzerhand von europäischen oder US-Verlagskonzernen aufgekauft und der Literaturmarkt mit nicht-argentinischen Büchern überschwemmt. Aber als die Wirtschaft endgültig den Bach runterging – inklusive einer Hyper-Inflation, haben sich die Verlagskonzerne wieder zurückgezogen (ausländische Bücher waren mit einmal so teuer, dass man diese nicht mehr verkaufen konnte). Nun war das Feld frei für die kleinen, unabhängigen Verlage genauso wie für ambitionierte Eigenverleger. Kein Wunder also, dass die argentinische Literatur im Aufwind ist und ihren Weg geht. Ich werde jedenfalls hie und da ein Auge auf Argentinien haben.

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P.S: dass der kleine Wiener Buchladen nichts von meinen Büchern wissen will, ärgert natürlich sowohl den Verleger als auch den Autor sehr. Deshalb wird der Name des Ladens trotzig unter den Teppich gekehrt. Ja, so schnell kommt man nicht mehr in des Bloggers Blog. Social Media rulez!

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