richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Ende und Anfang einer Geschichte

Ein vertrauliches Gespräch über das Alleinesein und die Auswirkungen.
ER: „Einen Menschen berühren zu dürfen, das zeugt von Nähe.
Wie kommst du zu deiner Wärme?“
SIE: „Ich habe eine Decke.“

 

So fühlt es sich also an. Wenn ein Kapitel geschlossen wird und damit die Geschichte endet. Aber jedes Ende bedeutet auch wieder zu einem neuen Anfang zu kommen. Ohne Ende, kein Anfang. So einfach ist das. Aber zuvor gilt es, die Geschichte gedanklich durchzuspielen, die eine oder andere Seite wieder und wieder zu lesen, stilistische Verzauberungen erneut zu entdecken, die Konstruktion der Illusion zu bewundern (und sich dabei zu fragen, was zuerst da war: die Konstruktion oder die Illusion), oder sich einfach nur an einer kleinen humoristischen Einlage zu erfreuen.

Wenn der Punkt der Geschichte endgültig gesetzt, ist es ein kleiner Tod, den der Schriftsteller erfährt. Das ist nur in seiner musischen Welt tragisch, das Leben, der Alltag geht, davon unbeeindruckt, weiter. Ja, für den Schriftsteller, der sich Stunden, Tage, Wochen, Monate, ja, vielleicht sogar Jahre, mit einer Geschichte intensivst auseinandergesetzt hat, der sich darin verloren hat, eingetaucht ist, um lange nicht aufzutauchen, dieser Schriftsteller hat nun alles verloren und noch nichts gewonnen. Es wird seine Zeit brauchen, bis er sich an eine neue Geschichte heranwagt, weil die alte noch gut im Gedächtnis haftet.

Ich habe MM. die erste Fassung zu 88/4 – eine banale Liebesgeschichte geschickt. Sie ist zur Hälfte durch und merkte an, eine ähnliche Konstruktion in der Lade liegen zu haben. Während meine Geschichte in einem Zug spielt, findet ihre in einem Restaurant statt. Seltsam, dass wir beide die selben Buchstaben für unsere beiden Protagonisten wählten. Hm. Da merke ich wieder, wie eigentümlich sich die musische Welt gebärdet, wenn man sich auf sie einlässt.

Werde das Manuskript Chrys P. schicken. Es schadet nicht, mal die Meinung eines Mannes einzuholen. Und nach dem wir uns vorgestern so freizügig unterhielten, denke ich, dass er der richtige dafür ist. Sein Buch Die Suppe danach ist ja eine recht offenherzige Tagebuch-Melange, die Einblicke in die Befindlichkeit eines Mannes gibt, der Frauen verstehen möchte, aber sie nicht fassen kann. Irgendwo zwischen Wien und LA. Die Buch-Präsentation ist übrigens am 22. Februar, wenn ich mich recht entsinne.

 

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