richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

eine Bewerbung und die richtige Balance zwischen dem Zuviel, dem Zuwenig

 

der Autor mit dem kindle von @krimimimi33 #fbm10

Wer seine Leistungen, seine Erfahrungen in einem Bewerbungsschreiben ins rechte Licht rücken muss, steht vor einem klitzekleinen Problem, nämlich die richtige Balance zu finden, zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig. Die gesunde Mischung macht das Rennen. Natürlich. Aber leicht zu finden ist es nicht. Weil es ja auch immer auf den Empfänger des Schreibens ankommt. Freilich, im Bizness läuft das Räderwerk in gewohnten Bereichen. Ausnahmen bestätigen nur selten die Regel.

Mein seltsam anmutendes Bewerbungs- schreiben habe ich veröffentlicht, jedermann kann es einsehen, lesen und sich seinen Teil dazu denken. Als Schriftsteller sehe ich keinen Grund, so ein Schreiben nicht zu publizieren. Es tut mir nicht weh und vereinfacht die Sichtung ungemein. Nun ist es aber so, dass ich eine gewisse Vorstellung von einem Schreiben habe, das mein vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Tun auf den Punkt bringt. Dass sich diese Vorstellung nicht unbedingt mit der Berufswelt da draußen deckt, sich eine Lücke auftut, liegt auf der Hand. Wie klein oder groß die Lücke ist, möchte ich Anhand eines Antwortschreibens klarstellen.

Das Antwortschreiben (besser vielleicht: Feedback) stammt übrigens von einer Mitarbeiterin der Marketing-Abteilung in einem deutschen Verlag, die sich unter anderem mit Social Media auseinandersetzt. Sie war so freundlich, mir zu erlauben, ihre Zeilen in meinem Blog einzustellen, mit der Bitte, ihre Hüftschüsse eventuell zu strukturieren. Gut.

Sodele, lieber Richard,

dein Bewerbungsschreiben hatte ich tatsächlich schon mal überflogen. Es ist natürlich – wie nicht anders zu erwarten – grafisch schön gestaltet und wortgewandt bist du auch. Zwei Dinge: für eine Initiativbewerbung wäre es mir zu lang und zu wenig konkret. Beide Kritikpunkte erledigen sich von selbst, wenn du ein persönliches Anschreiben dazu machst – machst du? Einfach als Möglichkeit, mit knappen Worten schon mal Interesse zu wecken (dann liest man auch gerne den detaillierten Text) und, um vielleicht schon mal einen kleinen Ausblick zu geben, was du dir mit dem betreffenden Verlag vorstellen könntest.

Ansonsten: Ich finde es mal wieder genial von dir, das Ganze einfach online zu stellen – bei deinen Aktivitäten ist immer ein Überraschungsmoment dabei, das mag ich sehr! Was mich jetzt – beim längeren darüber Nachdenken – doch ein bisschen stört an der Bewerbung: du stellst dich zwar mit all deinen einzelnen, vielfältigen Fähigkeiten vor, aber das kann man auch so verstehen: das ist ein Freiberufler, der rumkrebst und keinen Fuß in die Tür kriegt. So ist das ja aber nicht! Du hast ein größeres Marketing- und Social Media-Verständnis als die meisten von »uns« und es wäre schön, wenn das so auch da stünde – abgesehen davon, dass du ein großartiger Autor bist, aber das steht ja auf einem anderen Blatt …

Und dann kann man deine Talente-Vielfalt ja auch als fehlende Profilierung verstehen. »Der macht von allem etwas: kann ein bisschen mit Zahlen umgehen, versteht ein bisschen was von Programmierung, ein bisschen Marketing, ein bisschen Autor, ein bisschen Verleger…« Die Präsentation all deiner Talente ist für die Website gar nicht schlecht, aber wenn du konkret dein social media knowhow und deine ebook-Erfahrungen anbieten möchtest, solltest du dein Profil dahingehend schärfen, also dir die Frage stellen: warum hat mir z.B. meine Zeit bei der Bank geholfen, heute ein guter (Achtung, schlimmes Wort!) Social Media Berater oder ebook-Vertriebs-Experte zu sein? Und wenn es nicht geholfen hat – weglassen oder kurz abhandeln.

Deine große Stärke (in Bezug auf eine Bewerbung in Sachen social media und ebook) ist, dass du keine Barrieren im Kopf hast. Du hast verdammt viele verdammt gute Ideen, die Umsetzung ist immer aus einem Guss, von großer Qualität (wirkt nicht handgestrickt) – keiner ist so kreativ wie du. Während die anderen nach Schema F arbeiten (social media im Verlag heißt derzeit: wir machen eine facebook-Seite und stellen da alles ein, was uns einfällt), tust du das Unerwartete. Insofern: Spiele deine »branchenfremde Herkunft« ruhig als Pluspunkt aus …

Was du machst, ist immer strategisch gut durchdacht und wirklich schön umgesetzt. Dass du sowohl von der Technik, als auch vom Marketing, von Buchinhalten und von Grafik, sowie vom Vertrieb eine Ahnung hast, ist die ideale Mischung – also sag das auch so, ja?

 

*

Twitter? #definitiv

Aufstellung der twitternden Verlage 02.03.11 (c) fachmedien.net

 

*

eBooks? <Yep!>

eBook TIRET geprüft und ok

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facebook? …selbstjafreilich!

-l*

Crowdfunding? Oui! Club der 99 für Madeleine!

Wer hat noch nicht?

*
more to come …


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2 Antworten zu “eine Bewerbung und die richtige Balance zwischen dem Zuviel, dem Zuwenig

  1. Petra Donnerstag, 3 März, 2011 um 13:15

    Absolut grandios, wenn man auf eine Bewerbung hin eine solch persönliche, ausführliche und wirklich hilfreiche Rückmeldung bekommt – da hat sich wirklich jemand Mühe gegeben!

    Mich erinnert das ans „Verkaufsinstrument“ Exposé. Auch hier scheitern viele Erstlingsautoren gar nicht so sehr am Manuskript selbst, sondern daran, dass sie das Verkaufsinstrument nicht richtig nutzen.
    Die Außensicht von einer Person, die nicht am eigenen Werk hängt, kann einem da wertvolle Dienste leisten. Drum Danke für die Veröffentlichung dieser Antwort – daraus kann man ungeheuer viel lernen! Nicht nur für diese Aufgabe…

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