richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Ist Schwarzi zu Wienerisch?

 

Schwarzkopf Krimicomedy in Wien

Wien, Wien, nur du allein ...

»Du, sag einmal, ist dir der Schwarzi zu Wienerisch?« »Aber geh«, würde jetzt wohl ein Wiener darauf sagen und eine wegwerfende Handbewegung machen. Gut. Nun ist es so, dass sich eine renommierte deutsche Vertriebsgesellschaft  für Schwarzkopf interessiert, aber die Frage stellt, ob das Buch nicht zu wienerisch für Deutschland ist. Hm. Eine gute Frage. Die bisherigen Rückmeldungen deutscher Leser finden gerade den Wien-Bezug und die Sprach gelungen. So nachzulesen in den deutschen Literatur-Portalen leser-welt und tcboyle oder in den drei Kritiken auf amazon.de – und zu guter Letzt hat mir die Literaturkritikerin der Leipziger Volkszeitung geschrieben, dass sie das Buch »hinreißend komisch«fand. Aber das reicht natürlich nicht aus, um eine profunde Einschätzung abzugeben.

Ich werde nun versuchen, den einen oder anderen deutschen Leser zu bitten, einen kurzen oder langen Kommentar an dieser Stelle abzugeben, wie er den Wiener Einschlag im Buch empfunden hat. Zu viel? Oder gerade richtig? Auf gut deutsch: »Hat was net passt?« Mal sehen, welche Antworten mich hierzu erreichen. In der Hoffnung, dass es niemanden blunzn ist, werde ich einstweilen ein Kaffeetscherl trinken.

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20 Antworten zu “Ist Schwarzi zu Wienerisch?

  1. Guido M. Breuer Donnerstag, 31 März, 2011 um 10:13

    Servas Richard,

    zu wienerisch? Als Extrem-Piefke von der niederländisch-belgischen Grenze kann ich nur sagen: Das Lokalkolorit ist einfach köstlich und macht (gerade für Deutsche) den besonderen Reiz und Charme dieses Werks aus. Und die beigefügte Übersetzungsliste rundet den Spaß noch ab. Nichts ändern! Wer das Wienerische am Schwarzi nicht gut findet, der kapierts einfach nicht! Als Regionalkrimiautor bin ich sozusagen Spezialist fürs Lokalkolorit – und beim Schwarzi haben wir ein perfektes Beispiel für gelungenen Regionalbezug in Handlung, Ort und Sprache.

    Aus dem Eifeler Labor für absolute Beweise meldete sich gerne
    Guido

  2. wortmax Donnerstag, 31 März, 2011 um 10:16

    Das macht doch für einen Piefke wie mich gerade den Reiz aus: als Leser an exotische Schauplätze zu reisen. 😉

    Im Ernst: Dann hätte »Kottan ermittelt« nie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden dürfen.

    • Richard K. Breuer Donnerstag, 31 März, 2011 um 11:30

      Würde mich interessieren, wie die Folgen von Kottan ermittelt beim deutschen Publikum angekommen sind. Da gibt es ja große Unterschiede zwischen der ersten und letzten Folge. Und später ist das Wienertum schon recht derb gezeichnet worden. Die ersten Kottan-Folgen sind dem Schwarzkopf näher, da gab es noch Handlung und Lokalkolorit vom Feinsten.

      Ja, Wien ist ein exotischer Schauplatz. Weiß nur keiner 😉

      • Guido M. Breuer Donnerstag, 31 März, 2011 um 12:07

        ja, der Kottan. Die ersten Folgen waren bei uns im tiefen Westen geradezu Straßenfeger – lang ists her, aber unvergessen … das war schon eine sehr beliebte Figur – als Gegenpol zum ebenfalls legendären Wiener Tatort-Ermittler Marek sozusagen …

      • Richard K. Breuer Donnerstag, 31 März, 2011 um 13:31

        Ja, der Marek ist so legendär, dass ich ihn nur aus Erzählungen kenne. Muss mal gucken, ob ich so eine alte Tatort-Folge auftreibe. Ich weiß nur, es war alles ein wenig langsam, gemütlich mit ihm. Analog der Serie „Hallo, Hotel Sacher, Portier“.

  3. Guido M. Breuer Donnerstag, 31 März, 2011 um 10:36

    unbedingt!!!!! Meine Eifel sei Deine Eifel – mein Haus sei Dein Haus :-))

  4. Helene Köppel Donnerstag, 31 März, 2011 um 13:35

    Eine Stimme aus der „Fränkischen Trockenplatte“:

    Der „Schwarzi“ zu wienerisch für ‚Deutschland?

    Bestimmt net! Ich hab das Buch genossen. Schön schräg und das Wienerische war weder überzogen noch schwer lesbar, sondern charmant!
    Nein, nein, da hat alles gepasst! :-))

    Herzlichst
    Helene

  5. Ann Seckler Donnerstag, 31 März, 2011 um 13:43

    Also ich fand Schwarzkopf super. Eben weil man sich am Anfang auch ein bisschen reindenken muss, so als Piefke…

  6. Kerstin Weinbrenner Donnerstag, 31 März, 2011 um 17:04

    Das „Wienerische“ macht doch einen großen Teil des Charmes dieses Buches aus, wenn man denn bei Schwarzi und Konsorten von Charme sprechen kann. Ich jedenfalls habe beim Lesen im Kopf ein wunderbares Hörbuch miterlebt, und schon das allein hat mich zum Schmunzeln gebracht.
    Es wäre echt schade, wenn dieser Brüller dem deutschen Publikum vorenthalten wird!

    • Richard K. Breuer Freitag, 1 April, 2011 um 9:12

      Das sollte ich direkt als Quote ver-marketing-ieren: „ein wunderbares Hörbuch im Kopf“, wobei natürlich „Brüller“ auch ziemlich gut kommt. Schon lange nicht mehr gehört, das Wort. Muss ich vielleicht gleich mal auf die Wortweide führen 😉

  7. Marijke Freitag, 1 April, 2011 um 13:20

    Wem Schwarzi zu Wienerisch ist, der darf auch kein Wiener Schnitzel essen gehen. Wären Schwarzi und Ernesto Deutsche, wär das Buch überhaupt nicht witzig! Durch das Wienerische gewinnt das Ganze erst an Fahrt, man erlebt diese Sprache nicht wie einen Hindernisparcours, sondern wie eine herrlich spaßige Schnitzeljagd. Wo wir wieder beim Schnitzel wären. Wir Deutschen können noch ne Menge von den 2 Chaoten lernen. Vor allem über den Piefke an sich 🙂 Schwarzi kommt nach Deutschland – freue sich wer kann!

  8. PvC Freitag, 1 April, 2011 um 17:04

    War „Der dritte Mann“ zu wienerisch? 😉

    Gut, es mag sein, dass es deutschsprachige Zeitgenossen gibt, für die der Dialekt teilweise ein wenig entschärft werden müsste – für Süddeutsche würde eine solche Aktion jedoch viel Farbe und den richtigen Schmäh nehmen (Bayrisch ist doch auch en vogue im Fernsehen?).

    Das Feine am Schwarzkopf ist doch aber, dass wir beim Lesen ganz schadenfroh auf die Wiener zeigen können und uns köstlich amüsieren, weil es solche Gestalten bei uns unmöglich geben kann. Angeblich. Bis der Moment kommt, wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Und man umso mehr schmunzelt, weil man plötzlich hinter den Figuren die heimlichen Wiener unter den Berlinern, Frankfurtern, Münchnern oder Hamburgern entdeckt…

    Das die Meinung einer meist Hochdeutsch sprechenden Leserin aus Frankreich.

  9. Inspector Japp Samstag, 2 April, 2011 um 12:57

    Schwarzi zu wienerisch? Klar, und das ist gut so!
    Schwarzi zu wienerisch für uns Piefkes? Nöööö!

  10. Isabell Montag, 4 April, 2011 um 13:48

    Ah geh, der Schwarzi is net zu wienerisch! Ich hätte es mir noch viel wienerischer gewünscht! Allerdings muss man jetzt aber berücksichtigen, dass ich ja aus dem Süden Bayerns stamme und wir Österreich ja eh zu uns zählen. Einem Ost- oder Norddeutschen würde wohl das ein oder andere etwas Kopfzerbrechen bereiten. Man könnte ja zur not das Glossar noch ausweiten. Dieses Glossar ist übrigens der absolute Wahnsinn! Peitscherlbub ist auf ewig eines meiner Lieblingswörter 🙂
    Manchmal bin ich über ein paar Kleinigkeiten gestolpert und dachte „Hossa, ein Tippfehler?“ – aber als es sich dann wiederholt hat war ich beruhigt. Aber es waren auf keinen Fall Verständnisprobleme.
    Schade wäre es, wenn der Schwarzi entwienert wird. Das wär nicht nett. Das würd der Schwarzi sicher auch nicht gut finden. Und es steht ja auch noch drauf, dass es eine Wiener Krimikomödie ist – wer erwartet da astreines Hochdeutsch? Doch nur a Depp.
    Also nix ändern, bitte 🙂

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