richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Klartext: predige Freiheit, ernte den Tod

Wir sind auf dem Weg zur Hölle.
Juliano Mer Khamis
über die Okkupations-Politik Israels

In der taz wurde ich auf den Tod von Juliano Mer Khamis aufmerksam. Ein jüdisch-arabischer Künstler, wenn man so will, der am gestrigen Tag von einem Killerkommando erschossen wurde. Hm. Er leitete ein Freiheitstheater, das Stücke mit palästinensischen Kindern aufführte. Eines der ersten war Farm der Tiere. Ach ja. Wir wissen: »Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher.« Orwell wusste schon, wovon er schrieb. Wirklich! Dass Mer Khamis erschossen wurde, zeigt, dass er für Polit-Cliquen, Machthaber und Fundamentalisten gefährlich wurde. Das ist natürlich eine Auszeichnung. Leider auch ein Todesurteil. Damals wie heute will sich keiner in die Suppe spucken lassen. Auslöffeln, gewiss, müssen es dann immer die anderen. Ja, so ist das.

[UPDATE] Führende Israelis drängen auf eine Zwei-Staaten-Lösung – Artikel im Guardian

 

manipulierte Psychos? Wir haben ne reiche Auswahl!

Hin und wieder denke ich über unsere Welt nach. Und wie sie tickt. Es ist schon merkwürdig, dass Menschen, die Freiheit fordern, eine gerechtere Verteilung der Güter wünschen oder von der Liebe zwischen allen Völkern dieser Erde singen, Gefahr laufen, von manipulierten Psychopathen – sei es in Uniform oder in zivil – aus dem Leben geschossen, gesprengt oder verunfallt zu werden. Das kann einen schon nachdenklich stimmen. Auf der anderen Seite, wenn wir uns die drei größten Massenmörder der Menschheitsgeschichte anschauen – also Hitler, Stalin und Mao – dann fällt auf, dass diese eines natürlichen Todes starben (gut, ersterer half dahingehend gleich mal selbst nach). Ja, das ist schon recht beängstigend, wenn man an Martin Luther King, Ghandi und John Lennon denkt, die über den Haufen geknallt wurden? Hm. Ich schätze, Gewaltfreiheit und Liebe zu predigen löst in vielen Menschen und staatlichen Organisationen Hass und Verachtung aus. Seltsam, nicht?

Ich befürchte, der Mensch ist des Menschen Wolf. Da ändert sich wohl nichts. Und, jetzt mal ehrlich, wenn du Gegenden hast, in dieser Welt, wo Kinder und Jugendliche wie Abfall behandelt werden, wo man sich einen Sch***dreck um sie kümmert, ist es ein Wunder, wenn sich dann nette Herren ihrer annehmen und ihnen das Paradies versprechen? Sei es mit Dynamit, sei es mit Drogen oder Bandenkriminalität. Was bleibt über? Ich bitte um Vorschläge?

 

Gestatten, Nobelpreisträger Stiglitz

Sogar Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz spitzt die Feder und schreibt im Magazin Vanity Fair über die Ungleichheit in den USA, wo die Top 1 % der Bevölkerung rund 25 % der jährlichen Einnahmen kassieren und 40 % des Gesamtvermögens halten, während die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung so gut wie nichts besitzt und etwa einer von sieben US-Bürgern von Lebensmittelmarken leben muss, um sich zu ernähren. Stiglitz kommt am Ende seines Artikels zu folgendem Schluss – ich habe mir erlaubt, diesen Absatz frei zu übersetzen:

Die Top 1 % haben die tollsten Häuser, die großartigsten Ausbildungsplätze, die besten Ärzte und den höchsten Lebensstandard, aber es gibt eine Sache, die sie nicht mit Geld gekauft haben: Das Verständnis, dass deren Schicksal mit dem der anderen 99 % verbunden ist und wie diese 99 % leben. Die Geschichte zeigt, dass die Top 1 % diesen Zusammenhang schlussendlich begreifen werden. Aber immer zu spät.

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