richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

gegenwärtige Sexualität, historische Gewalt und zwei Mädchen am schönsten ort der welt

Buchumschlag ERIK

»Ein bisschen kam ich mir wie ein Voyeur vor, der das Tagebuch eines Fremden liest (und seine E-Mails auch noch), aber das ist natürlich naheliegend bei der Form des Textes. Es klingt verdammt authentisch, ehrlich. Fast ein bisschen zu authentisch, ich würd das nur unter Pseudonym veröffentlichen ;-)« 

So! Hier mal der neue Umschlagentwurf für die autobiographische Fiktion Der Fetisch des Erik van der Rohe. Im Moment bin ich zufrieden damit. Man wird sehen, was mir noch so einfällt. Über die Kürzungen gibt es viel zu sagen. Das Konvolut von über 600 Seiten konnte ja anfänglich nur in zwei Büchern gebändigt werden. Aber letzte Woche einen Kürzungskreuzzug gestartet und rund zweihundert Seiten kurzerhand auf die Müllhalde der Schriftstellerei gekippt. Nun sieht das Ganze schon besser aus. Es ist stimmiger, mehr im Fluss und konzentriert sich auf das Wesentliche. Der Leser ist nun angehalten, die angedeuteten Stellen mit Phantasie auszufüllen. Das ist es ja, was mir besonders gefällt. Wenn der Text auch den Leser zum Mittun anregt. Nicht nur passives Einerlei, sondern aktives Zweierlei. So soll es sein. Sagt der Schriftsteller. Und der muss es wissen. Angeblich. Im Herbst, so der großzügige Plan, möchte ich das Buch veröffentlichen. Auf Papier. Taschenbuch. Softcover. Mit Klappen. Englische Broschur, sozusagen. Oder doch HardCover? Hm. Ein feines Buch wird es. Garantiert. Die erotischen Zwischensequenzen werden freilich noch qualitätsgesichert. Man(n) will sich ja keine Blöße geben. Weil das Buch vorwiegend ein weibliches Zielpublikum Gefangen nehmen möchte. Ja, ja. By the way: Das Buch kann schon mal vorbestellt werden, was nicht dem Schriftsteller, dafür aber dem Verleger hilft, eine erste Einschätzung abzugeben.

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So! MADELEINE ¦ Anatomie einer Tragödie ist das zweit Buch im Bunde und wie wir alle wissen schon längst druckreif. Es wartet nur noch auf die restlichen Förderer, die sich im Club der 99 einfinden. Bis dato sind es bereits über 50 Club-Mitglieder, die bereit waren, 25 Münzen im Voraus zu zahlen – dafür erhielten sie das ebook (PDF) und eine Nennung im Buch und auf der Webseite. Interessant, wenn man sich die Schar der Teilnehmer so besieht: Gute Freunde genauso wie virtuelle Bekanntschaften, die wiederum von anderen Förderern im Web von dieser kleinen Crowdfunding-Aktion erfahren haben. Das erste Resumée, das ich ziehen kann: auch durch das Soziale Web bedeutet so eine Aktion viel Aufwand, viel Mühen, viel Plackerei mit ungewissem Ausgang. Die Meinung, die in vielen Köpfen herumspukt, ist jene, dass es heutzutage durch das Web so einfach sei, mit seinen Projekten aufzufallen, wahrgenommen zu werden. Tja. Das ist dann wohl ein blühendes Märchen. Gewiss. Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Genausogut könnte man sagen, durch das Euro-Lotto ist es noch nie so einfach gewesen, Multimillionär zu werden. Stimmt. Würde man aber die Erfolgsaussichten anführen, würde einem gleich die Ernüchterung anfallen. Wie dem auch sei, der Plan sieht vor, MADELEINE im Herbst mit ERIK zu veröffentlichen. Wer sich scheut, Mitglied zu werden (Groucho Marx hätte sicherlich einen guten Einwand), der kann das Buch natürlich wie gehabt bei mir vorbestellen. Das hilft nicht dem Schriftsteller, dafür dem Verleger. Ach so, ja, das hatten wir schon, nicht?

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So! Für den Schweizer Staudt Verlag habe ich das Jugendbuch der schönste ort der welt von Derk Visser hübsch verpackt und gesetzt. Das in Holland erschienene Buch wurde nun ins Deutsche übersetzt. Auf knapp 150 Seiten werden die Sorgen und Ängste und Träume zweier Mädchen von 14 Jahren ziemlich einprägsam auf den Punkt gebracht. Was ich gelesen habe, ist bitteschön keine nette Geschichte für zwischendurch. Da wird schon ordentlich Klartext geredet. Ich würde sagen, der Autor lässt mal die rosarote Brille weg. Das soll aber nicht heißen, dass wir es hier mit einem depressiven Stück Jugendliteratur zu tun haben. Nope. Die beiden Mädchen sehen die Welt, wie sie nun einmal ist. Da läuft nicht immer alles nach Plan. Aber, und das ist ja das Entscheidende, sie lassen sich nicht unterkriegen. Für sie gibt es besondere Plätze, und einen davon bestimmen sie zum schönsten Ort der Welt. Das muss jetzt gar nicht so sehr ein Ort auf einer Landkarte sein. Vielleicht ist es auch die Verbundenheit zu einem Menschen und der Glaube, dass diese Bindung – nennen wir sie Liebe – am Ende auch über die grässlichsten Erlebnisse siegt. Jedenfalls darf ich mich glücklich schätzen, solch ein Buch im äußeren und inneren Erscheinungsbild zu formen. Der hier gezeigte Umschlag ist ein Entwurf und wird noch abgestimmt.

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3 Antworten zu “gegenwärtige Sexualität, historische Gewalt und zwei Mädchen am schönsten ort der welt

  1. Petra Mittwoch, 20 April, 2011 um 9:12

    Schöne Covers – verlockend! Will man in die Hand nehmen 🙂

  2. Rolf Erdorf Sonntag, 27 November, 2011 um 14:32

    Ich freue mich über deine gute und sehr zutreffende Zusammenfassung von „Der Schönste Ort der Welt“ von Derk Visser. Jetzt ist es endlich lieferbar, höre ich!
    Rolf Erdorf, Übersetzer

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