richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Wie das Netz die Gesellschaft revolutioniert – Peter Kruse

Der Vortrag von Peter Kruse – Psychologe und Unternehmensberater (aha!) – auf der Re:publica 2010 ist eine wunderbar klar zusammengefasste Erklärung, wie das Netz die Gesellschaft (und Wirtschaft) beeinflusst, sie verändert. Im Besonderen seine (nicht repräsentative) Studie mit rund 190 Heavy Internet Usern, die sich in zwei Lager aufspalten und beinahe konträre Wertevorstellungen haben – auch wenn sie, oberflächlich gesehen, in Bezug auf die Wichtigkeit des Webs einer Meinung sind.

Ich habe hier mal die Hypothesen aus dem Vortrag zusammengefasst. Ich empfehle in jedem Fall den Vortrag anzugucken, da die recht trocken klingenden Aussagen mit Anschauungsmaterial und Wortwitz erklärt werden. Wenn man sich jetzt vor Augen führt, dass die Revolutionen im arabischen Raum teilweise durch das Internet ausgelöst und vorangetrieben wurden, könnte man Kruses Hypothesen über die Machtverschiebung als prophetisch bezeichnen. Ich bin aber – der Aufklärung verpflichtend – kritisch und behaupte, dass die Revolutionen von staatsnahen Geheim-Organsiationen mit viel Geld und Einfluss gesteuert wurden. Gibt es dafür Beweise? Vielleicht finden sich hie und da Andeutungen. Aber es wäre vermessen, zu glauben, dass Agenturen mit Milliardenbudgets und weitreichender realer Vernetzungen, nur unbeteiligte Zaungäste gewesen wären.

Peter Kruse
Vortrag
re:publica 2010:

Glaubenskrieg: Der irrationale Glaubenskrieg der Experten polarisiert die Gesellschaft und bremst die Weiterentwicklung in Deutschland aus.

Die Verbindung von Faktenkonsens und Inkompatibilität der Bewertungsebene führt zwangsläufig zu kaum lösbaren Konfliktsituationen.

Kampf kultureller Wertewelten – Hypothese 1: Die Schärfte des Disputes pro und contra Internet
ist Indikator für die Existenz unzureichend reflektierter Wertedifferenzen.

Verschiebung der Machtverhältnisse – Hypothese 2: Die Veränderung durch das Internet sind systembedingt und daher außer durch Abschaltung des Netzwerkes  nicht zu stoppen.

Verschiebung der Machtverhältnisse – Hypothese 3:  Die Social Software Web 2.0 ist ein Angriff auf die etablierten Regeln der Macht und erzwingt grundlegendes Umdenken.

Hypothese 4: Das Internet führt zur Erhöung des Selbst-Bewusstseins der Gesellschaft. Eine Re-politisierung jenseits der Parteien
ist nur konsequent.

Hypothese 5:  Die Lawine donnert bereits zu Tal. Überzeugungsarbeit ist nicht notwendig. Und bist du nicht willig, so brauch ich … Geduld.

Revolution 2.0 = Die Macht verschiebt sich immer mehr vom Anbieter auf den Nachfrager.

Motive für Vernetzung: Warum? und Wozu?
1.Motiv (Zugangs-Boom): Teilhabe am unbegrenzten Reichtum von Information
2. Motiv (Beiteiligungs-Boom): Eigene Kreativität einbringen und Spuren hinterlassen
3. Motiv (Beteiligungs-Boom): Sich zu machtvollen Bewegungen zusammenschließen.

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