richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Obama, Osama und das Ende der Hoffnung

Mac: Verdammt nochmal,  Mike! Du bist so beschäftigt, deren dreckige Arbeit zu machen, dass du gar nicht mehr weißt, wer die bösen Jungs sind!
Mike Locken: Keine Sorge. Ich weiß, wer die bösen Jungs sind: jeder, der versucht, mir weh zu tun!
Mac: Die wollen dir alle weh tun, Mike! Alle diese gottverfluchten Machtsysteme. Alle diese Geschäftemacher an der Spitze mit ihren Gin Fizzes. Die brauchen solche Typen wie dich, damit du deren dreckige Arbeit erledigst, während sie selber damit beschäftigt sind, Reden und Ansprachen zu halten, über Freiheit und Fortschritt. Das sind Scheißtypen. Es gibt kein Machtsystem, das sich ernsthaft um die Bevölkerung schert.

The Killer Elite (1975)
Regie von Sam Peckinpah

Osama bin Laden oder Usama bin Ladin ist tot. Angeblich. So wird es berichtet. Eher beiläufig wird es erwähnt – im krassen Gegensatz zu der medialen Infotainment-Explosion 9/11. Meine Erinnerungen darüber bloggte ich im Februar 2010.  Und jetzt, 2011, wird das Ereignis, das die Welt veränderte, im September 10 Jahre alt sein. Yep. Wir sind Teil einer Geschichte geworden, die man sich später zuraunt und jeder weiß sofort Bescheid. Oder sagen wir: es gibt ein kollektives Allgemeinwissen.So, wie wir jetzt auf politische Ereignisse zurückschauen.

John F. Kennedy-Attentat in Dallas, 1963 – es schockierte die westliche Welt – heute ist es nur ein Nicken. Und hätte es nicht den Oliver-Stone-Film gegeben, würden wir überhaupt nur einen blassen Erinnerungs–Schatten davon haben. Oder das Attentat auf Robert Kennedy, 1968. Es traumatisierte eine US-Bevölkerung, die an Change glaubte. Man kann sagen, von da an ging es nur noch abwärts, in der westlichen Welt. Nein, nicht das die Welt davor besser gewesen wäre. Mitnichten. Aber es gab die vage Hoffnung, dass es Menschen (nicht Politiker) gäbe, die in der Lage sind, etwas zum Positiven zu verändern. Barack Obama und seine Spindoktoren machten sich diese Hoffnung zu nutze, um sie in einem der erfolgreichsten Wahlkampagnen aller Zeiten endgültig zu zerstören. Jetzt haben wir nicht mal mehr die Hoffnung. Das ist die Tragik, in der wir leben müssen.

Das wirtschaftliche und politische System, das wir geschaffen haben, ist zu einer Hydra geworden, deren abgeschlagene Köpfe wieder nachwachsen. Diese neuen Köpfe sind noch gefährlicher, weil sie aus den Niederlagen ihrer Vorgänger gelernt haben. Es wird immer schwieriger, gegen das System vorzugehen. Vielleicht ist der Zug 1963, bestimmt aber 1968, längst abgefahren. Man hat einer globalen Polit- und Wirtschafts-Elite gezeigt, dass es möglich ist, mit Gewalt unangenehme Konkurrenten und Mitstreiter aus dem Weg zu räumen, ohne ernstliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Und in späteren Jahren musste man sich der Gewalt gar nicht mehr bedienen. Man machte sich einfach die Mainstream-Medien zum Werkzeug. Punkt.

Wir müssen uns nur einmal den Zusammenhängen zwischen den US-Neokonservativen (Rumsfeld, Cheney, Wolfowitz und wie sie alle heißen) und den Terror-Organisationen rund um Osama bin Laden klar werden, um zu verstehen, wie der Hase läuft. Deshalb die dringliche Empfehlung die 3teilige Doku-Serie von Adam Curtis/BBC  in einer stillen Stunde anzuschauen: DIE MACHT DER ALBTRÄUME – Episode I: Baby, es ist kalt da draussen.

Daher muss ein kluger Fürst dafür sorgen,
dass seine Bürger unter allen Umständen
und in allen Zeitläuften ihn und den Staat nötig haben:
dann werden sie ihm stets treu bleiben.
Der Fürst (um 1513)
Machiavelli

Übrigens, wenn es stimmt, was man hie und da liest, hört und sieht, dann wurde Osama bin Laden vom FBI nicht mit den Anschlägen vom 11. September in Verbindung gebracht. Die Beweise waren und sind unzureichend. Nur ein kleiner Mosaik-Stein. Wirklich. Ein größerer könnte sein, dass der meistgesuchte Mann der Welt vielleicht schon viel früher starb. Oder dass das in Umlauf gebrachte Foto des toten Anführers ein wenig nach Photoshop riecht, wenn man es mit einer früheren Aufnahme vergleicht. Wie man es auch dreht und wendet, wieder bleiben einige Fragen offen. Antworten? Gibt es keine. Daran haben wir uns ja schon gewöhnt, in unserer Demokratie, wo alle Macht vom Volke ausgeht, nicht?

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Eine Antwort zu “Obama, Osama und das Ende der Hoffnung

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